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USA Reisebericht - USA Travelogue
Grand Canyon [2019] - California to Arizona and New Mexico


  1. Reisestationen [Entfernungen, Reisezeiten, Hotelwertungen]
  2. Reiseroute [Karte]
  3. Reisebericht



Reisestationen


Ziel Nächte Auto mi Auto km Zeit Hikes mi Hikes km Hotel Stars
Santa Monica 2 18 29 00:32 7,70 12,40 Hampton Inn & Suites ***
Torrey Pines 2 162 261 02:50 18,10 29,10 Hilton La Jolla Torrey Pines ****
El Centro 2 134 215 02:20 13,50 21,70 Hampton Inn El Centro ***
Scottsdale 3 253 407 04:09 23,00 37,00 Best Western Plus Sundial ****
Las Cruses 2 418 673 06:45 11,00 17,70 Hampton Inn & Suites Las Cruces I-25 ****
Santa Fé 3 312 502 05:26 20,80 33,50 Hilton Santa Fe Historic Plaza ****
Gallup 3 236 380 03:49 17,50 28,20 Hilton Garden Inn ***
Tusayan 3 261 420 04:41 22,40 36,00 Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn ***
Sedona 3 114 183 02:38 19,60 31,50 Best Western Plus Inn of Sedona ***
Las Vegas 3 281 452 04:52 6,10 9,80 Elara by Hilton Grand Vacations ****
Pahrump 2 132 212 02:28 10,20 16,70 Best Western Pahrump Oasis ***
San Francisco 2 560 901 08:51 0 0 Hilton San Francisco Financial District ****
Pismo Beach 2 245 394 03:45 0 0 Inn at the Pier ****
LAX 0 176 283 02:50 0 0 direkt zum Flughafen  
31
3.302
5.313
169,90
273,20



Reiseroute


Reiseroute 2019 - Grand Canyon


Reisebericht


  1. Prolog
  2. Santa Monica
  3. Torrey Pines
  4. El Centro
  5. Scottsdale
  6. Las Cruses
  7. Santa Fé
  8. Gallup
  9. Tusayan
  10. Sedona
  11. Las Vegas
  12. Pahrump
  13. San Francisco
  14. Pismo Beach
  15. LAX

4. März 2019, 4:30 Uhr, 0 Grad Celsius: Die stockdunkle Nacht wird nur durch die Straßenlaternen der Bettenstadt Tusayan durchbrochen. Das sanfte Licht erhellt die Straßen wie Zufahrten auf ein Industriegelände und würde auch gerne als Markierung einer gut gesicherten Staatsgrenze durchgehen. Dort, wo gestern noch "Myriaden" von Touristen Lärm und Hektik verbreiteten, ist es still. So still, dass der Wecker - unser Wecker - zur ärgerlichen Lärmquelle wird, die versucht, alles im Umkreis von einem Kilometer in den Tag zu befördern.

Die Augen kreisen nur kurz am Plafond des Hotelszimmers, bis die Anspannung und Vorfreude unsere Körper in Bewegung setzt. Das sehr karge Frühstück, das kaum als solches bezeichnet werden kann, erzeugt keine Freude. Als die Zähne geputzt sind und die grau schimmernden Bartstoppeln im Siphon des Waschbeckens Richtung Williams fliessen und das bereitstehende Wanderequipement an Mann und Frau sitzt, geht es endlich los.

Der weiße Yukon gleitet durch die Wälder, die der Colorado River noch nicht verschluckt hat. Das Fernlicht ist in Betrieb, denn die Tierwelt, die inzwischen durch den Tourismus so gezähmt ist, dass sie in jedem Streichelzoo der Welt herzlich willkommen wäre, kann jederzeit den bevorstehenden Tag zum Alptraum werden lassen. Doch bald sind wir am Trailhead. Die Autos der Bright Angel Lodge Gäste versperren fast jede Lücke. Ein letzter freier Parkplatz gehört uns.

Das Gefühl ist ähnlich einem Marathonstart. Wir wissen es wird hart und wir kennen die Fakten, aber ein eisiger Trail auf den ersten 3 Meilen, und das ist nicht mal 1/10 der Gesamtentfernung, die wir heute zurücklegen wollen, brachte gestern Abend noch eine Variable ins Spiel, die wir so nicht erwarteten. Egal, - Stirnlampen auf und auf geht's! Nach ein paar hundert Metern sind wir am Einstieg. Der Colorado wartet 1.679 Höhenmeter weiter unten.

Grand Canyon Bright Angel Trail

Grand Canyon Bright Angel Trail

Es ist inzwischen schon fast ein Privileg, wenn man außerhalb der "Stosszeiten" in die USA fliegen kann. Weniger Leute, viel weniger Leute, und vielleicht auch bessere Hotelpreise? Die Krux ist jedoch, dass es aufgrund der Wetterlagen - und das gilt für den späten Herbst und für das frühe Frühjahr - eine Grenze nach Norden gibt, die man beachten sollte. Sie liegt ungefähr auf der Höhe der Interstate 40. Bis auf San Francisco haben wir diese Grenze beachtet und ich stelle fest, dass das Wetter bis auf einen Wintersturm sehr gut war. In Kalifornien hatten wir Mitte März bereits 30 Grad Celsius. Die Beschränkung auf bestimmte Gebiete hat jedoch einen weiteren Nachteil. Die Hotelketten sind ja nicht blöd und ziehen in den betroffenen Regionen die Preisschraube an. Wie immer im Leben, - dort wo Licht ist, ist auch Schatten.

Laßt uns starten! Gut 4 Wochen und 4.858 Meilen liegen vor uns. Wir beginnen in Los Angeles bzw. Santa Monica und nehmen eine östliche Route bis an die Staatsgrenze zu Texas. Über Santa Fé, den Grand Canyon, Las Vegas und San Francisco geht es zurück.

Mittwoch
Sie haben bereits online eingecheckt und wollen jetzt die Koffer abgeben? Ähm, nach was sieht es denn aus? Aber ihr Flug geht erst morgen! Na und? Das macht kaum jemand mehr! Schön, dass wir uns etwas von anderen unterscheiden! Mit diesem Dialog war die Sache beendet und wir können uns in Ruhe beim Italiener seelisch und geistig auf den Urlaub vorbereiten. Und wer das "bröselmeierhaft" findet, der soll es bleiben lassen. Und die Lufthansa soll froh sein, wenn die Arbeitsprozesse etwas entzerrt werden.

Donnerstag
Ziemlich pünktlich startet der A340-600 gen Westen. Zwei Filme, etwas schlafen und schon stehen wir vor dem Einreiseautomaten, der inzwischen problemlos einen Zettel auswirft, den wir dem Officer vorlegen. Trotz des erst kürzlich zu Ende gehenden "Shutdown" und der derzeit herrschenden Notstandsgesetze, damit Donald Trump seine Mexico-Mauer-Pläne finanzieren kann, war auch diese Prozedur fix erledigt. Die Koffer kamen auch zügig und so sitzen wir bald im Shuttle von Hertz, nehmen unseren GMC Yukon in Empfang und düsen an den Pico Blvd., um in einem Outdoor-Geschäft einen Adventure Pass für ein Jahr für 30 USD zu kaufen. Dieser Pass wird bei einigen unserer Hikes in Kalifornien benötigt. Gebraucht haben wir ihn nie!

Nach 12 Meilen sind wir im Hampton Inn Santa Monica und beziehen ein schönes Zimmer im 5. Stock. Ein Schlummertrunk muss sein und deshalb machen wir uns sofort auf den Weg an die Küste. Nur ein paar Blocks trennen uns von der Bar des "Meat on Ocean". Und jetzt sind wir angekommen! Um 19.30 Uhr Ortszeit ist Schluß mit lustig - todmüde fallen wir in die Kiste.

Freitag
Ab 2:30 Uhr ging nichts mehr! Also Kaffeemaschine an, eMails checken und Koffer umpacken. Da es im Hotel erst ab 6 Uhr Frühstück gibt, fahren wir los und genießen die ersten Eier im IHOP in Encino. Es ist noch nicht einmal 6 Uhr, so dass wir einsam und alleine im Lokal sitzen, das 24 Stunden geöffnet hat. Vor der Tür ist noch einer einsam, der Yukon. Der Koch ist aber wach und zaubert gutes Futter auf den Tisch.

IHOP Encino

Frisch gestärkt erreichen wir über die Interstate 210 die Big Tujunga Canyon Road, die uns in den Angeles National Forest führt. Der Trailhead ist eine erweiterte, gesperrte Einfahrt auf die Trail Canyon Road. Eine breite Dirtroad führt moderat noch oben. Nach 0,2 Meilen geht es rechts in den Trail Canyon. Wir sind 0,45 Meilen unterwegs und dann passiert's. Der Bach, der den Trail Canyon gegraben hat, kreuzt den Trail, der hier immer noch eine Dirtroad ist und als Zufahrt für Anwesen dient. Soweit nichts ungewöhnliches. Jedoch hat der Winter viel Regen selbst nach Kalifornien gebracht, so dass das Nass in drei Meter Breite daher kommt.

Da nehme ich mir doch mal einen Ast und versuche die seichteste Stelle zu finden. Das Ende vom Lied ist, dass wir knietief im eiskalten Wasser stehen. Die Luft hat 9 Grad und so verläuft der Wanderauftakt ziemlich erfrischend. Unsere nun nassen Beine müssen in Bewegung bleiben, um etwas Wärme in die Füße zu bekommen. Das gelingt auch einigermaßen. Links vorbei an dem Privatanwesen endet die Jeeproad nach gut 0,6 Meilen. Die Straße wird zum Trail und kurz danach sind wir auf einem Wanderweg. Ein Schild kündigt an, dass dieser Trail ab hier nicht mehr gewartet wird. Und so geht es weiter nach oben.

Nach vier Bachquerungen hören wir auf zu zählen, es hilft ja nichts und außerdem schaffen wir die Zweite und Dritte trockenen Fußes. Über Baumstämme balancieren wir jeweils auf die andere Seite. Gut 1,2 Meilen vom Trailhead entfernt wird jedoch das Wasser in den Bergschuhen ausgetauscht. Die 4. Querung ist erneut knietief ohne eine Chance auf eine Alternative. Wir waren dann doch froh, als der Weg endlich vom Wasser nach oben führt. Bei normalen Wetterlagen dürfte das alles problemlos sein.

Wir sind 2,2 Meilen unterwegs und haben Sichtkontakt. Die Trail Canyon Falls stürzen sich über 30 Fuß, also knapp 10 Meter, in die Tiefe. Und der Trail führt weiter direkt zur Felsstufe, die wir nach gut 2,4 Meilen erreichen; die Bachquerungen haben Zeit gekostet. Es ist möglich, unterhalb der Fälle zu baden, aber nicht heute und nicht für uns.

Trail Canyon Falls

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Weiter geht's zum nächsten Trail. Der El Escorpión Park liegt nördlich der US 101. Er ist über Wanderwege mit dem nördlicheren Bell Canyon Park verbunden. Wir parken unser Auto direkt am Gate am Ende der Vanowen Street. Nur kurz gehen wir eine abgesperrte Dirtroad und nehmen dann den Trail auf der rechten Seite des Creeks. Hier ist viel verbrannt, aber es sprießt und grünt überall nach dem Regen. Die Hügel leuchten in sattem Grün. Das Bild sieht aus, wie mit Photo Shop bearbeitet. Nach 0,6 Meilen geht es halbrechts nach oben. Die braun-gelben Felsen der Munitz Cave sind gut erkennbar. Ein Spalt gibt die Richtung vor. Es sind nur weitere 0,2 Meilen bis zur Höhle. Sie ist riesig und man kann hinein klettern.

Munitz Cave El Escorpión Park Bell Canyon Park

Munitz Cave El Escorpión Park Bell Canyon Park

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Rechts vorbei führt ein schmaler Trail weiter nach oben. Es geht 0,2 Meilen ziemlich steil bergauf. Die weiße Ridge übersteigen wir und gehen auf der Rückseite nach rechts in Richtung des Castle Peak. 0,5 Meilen sind es von der Munitz Cave und wir stehen am Gipfel. Schöner Rundblick mit Steinbogen, der die Richtung nach unten vorgibt.

castle_peak_bell_canyon_park_06.jpgEl Escorpión Park Bell Canyon Park

Munitz Cave El Escorpión Park Bell Canyon Park

Es geht ziemlich steil hinunter und obwohl es leicht zu regnen beginnt, ist der Abstieg relativ unproblematisch. Nach insgesamt 2,2 Meilen sind wir wieder am Auto. Und jetzt scheint die Sonne! Die beiden Hikes haben schon am 1. Tag unsere Hosen und Schuhe versaut, aber es war ein wunderbarer Einstieg in unseren Urlaub.


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Wir steuern den nächsten Starbucks an, ein Kaffee tut gut, der Zitronenkuchen auch. Ein Walmart füllt unsere Vorratskammer an Getränken und dann geht es zurück nach Santa Monica.

Leider regnet es immer wieder, so dass der Bummel an der 3rd Street Promenade ins Wasser fällt und wir uns wieder an der Bar im "Meat on Ocean" niederlassen. Das Essen und der Rombauer waren vorzüglich, aber zu teuer und die Bedienung war "unterirdisch". Wir versuchen noch einen Schirm zu kaufen, aber hier ist man nicht auf Regen eingestellt.

Samstag
Acht Stunden seliger Schlaf war der Lohn für die bisherige Anstrengung. Als wir um 6:00 Uhr das wirklich ausgezeichnete Frühstück im Hotel genießen, freuen wir uns auf das gute Wetter und genießen die wunderschöne Morgenstimmung, die Santa Monica zum Leuchten bringt. Über die Interstates 10 und 405 kommen wir nach 128 Meilen staufrei nach 2 Stunden in die Lake Poway Recreation Area. 10 USD Gebühr und es war schon gut was los.

Oben, am "Top Parking Lot" ist der Trailhead neben den Toiletten und es geht gleich nach rechts zum Scenic Overlook. Der See liegt still und starr unter uns und lehnt sich lässig an eine Staumauer. Bunte Anglerboote bringen Farbtupfer ins tief blaue Nass. Nach knapp einer Meile sind wir am Mount Woodson Trail, der nach rechts moderat in die Höhe führt.

Mount Woodson - Potato Chip Rock

Die Potatoes, Felsen, die wie bei der Ernte übrig gelassener Kartoffeln aussehen, begleiten uns. Die hellen, glatt geschliffenen Felsbrocken liegen auf dem Gegenhang zwischen Sträuchern und Wiesen. Wir sind 1,8 Meilen unterwegs und treffen auf ein Plateau, vom dem man Richtung Meer sieht. Weit hinten ist sogar die Skyline von San Diego erkennbar.

Mount Woodson - Potato Chip Rock

Wir bleiben immer auf dem Mount Woodson Trail, der nach 2 Meilen zum richtigen und nun steiler nach oben führenden Bergwanderweg mutiert. Über Stufen und Switchbacks addieren wir Höhenmeter für Höhenmeter. Es geht mitten durch die Felsenlandschaft mit ihren interessanten Formationen. Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und mit jeder Perspektive ändert sich die Form.

Nach 2,6 Meilen, kurz vor dem Gipfel, haben wir ersten Sichtkontakt mit dem Potato-Chip. Die von der Erosion übrig gebliebene Felsspitze sieht fantastisch aus, aber das finden auch viele andere Menschen. Die Warteschlage, um auf den Chip zu kraxeln und ein Foto zu machen, ist ziemlich lang. Die Menschen freut's, für uns kommt das nicht in Frage und wir versuchen, Fotos ohne Menschen zu machen. Das gelingt auch in den Pausen, wenn sozusagen Schichtwechsel ist.

Mount Woodson - Potato Chip Rock

Wir gehen noch das letzte Stück hoch zu den Antennen und zum Gipfel. Hier werden die Felsen immer mächtiger. Nach 2 Stunden und 3,9 Meilen genießen wir den wunderbaren Rundblick bei einer kleinen Brotzeit.

Der Abstieg wurde dann etwas schmerzhaft, weil die Beine von gestern noch weh tun. Aber nach 1,5 Stunden sind wir wieder am Auto. Knapp 4 Stunden waren wir in dem sehr interessanten und schönen Gelände unterwegs. Die Rundblicke und die Landschaft und der Potato Chip waren fantastisch.


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Als wir 2010 mit dem Hike zu den Alamere Falls bei San Francisco und 2015 mit der Wanderung in der Nähe von San Diego durch den Ho Chi Minh Canyon gelernt haben, dass auch die Küste Kaliforniens wunderbare Canyons gebildet hat, die begehbar sind, suchen wir immer wieder nach entsprechenden Möglichkeiten. Und für heute steht noch eine entsprechende Lokation an, - der Annie's Canyon wartet.

Wir sind inzwischen auf der Interstate 15, die uns nach Süden führt. Kurz vor La Jolla, der Badeort im Norden von San Diego, parken wir an der N Rios Ave an der Elijo Lagoon. Direkt neben der Interstate liegt diese Lagune und die erhöht stehenden Häuser daneben sind von der Erosion bedroht, die den Slot Canyon gebildet hat.

Am Ende des Canyon Drives beginnt der Trail am Wendehammer. Er führt kurz nach unten und dann an der Lagune entlang Richtung Osten. Die Sumpflandschaft liegt links von dem breiten Weg, der gut besucht und genutzt wird. Nach 0,6 Meilen sind wir am Einstieg. Hier teilt sich der Weg, - nach links geht es zu einem Overlook und nach rechts beginnt der One-Way-Loop durch den Annie's Canyon.

Annies Canyon

Die Sand- und Gips- und Lehm-Wände stehen anfangs noch in gebührendem Abstand zueinander. Der Weg ist sandig. Aber schnell trifft man auf eine Wand ausgewaschener Hoodoos, die mit einer braunen Kappe und einem weißen Körper toll aussehen. Und hier geht es nach links. Der Canyon wird so schmal, dass vermutlich 70 Prozent der Amerikaner nicht durchpassen werden. Wände, deren Wellen sich horizontal in Richtung des Ausgangs schwingen, "überspülen" den Körper links und rechts. Es ist leider nur ein kurzes Vergnügen, denn eine kleine Leiter signalisiert bald das Ende des fantastischen Slots. Der Ausstieg nach oben endet an dem Overlook und es geht zurück. 40 Minunten, 1,4 Meilen, kurz und knackig und wunderschön! Das hat sich gelohnt!

Annies Canyon


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Ein toller Tag bei wunderschönem Wetter geht langsam zu Ende. Wir checken im Hilton Torrey Pines ein. Große, schöne Zimmer, Blick auf den Pazifik, eine Hotelbar und fantastisches Essen im hotel-eigenen Torreyana Grill beschließen ihn, den Tag.

Sonntag
Für Hilton Gold Member ist das Continental Breakfast frei, das volle Programm kostet 8 USD. Das empfinde ich als ein faires Angebot und es war sehr gut!

Die Wettervorhersage für heute sieht jedoch nicht gut aus. Um 7 Uhr starten wir bei 12 Grad und bewölktem Himmel zur CA 56 East. Auf der Julian Road, einer tollen Motorradstrecke, geht es bis 4.000 Fuß, das entspricht 1.220 Metern, nach oben. Der inzwischen einsetzende Regen ist hier oben weiß. Julian liegt relativ iydillisch, aber als wir kurz vor dem Ort in die Zufahrtsstraße zu unserem Trailhead einbiegen die Gewissheit. Keine Chance, die teilweise unbefestigte Straße zu den Three Sister Falls zu bewältigen. Zudem würde ein steiler, teilweise lehmiger Abhang vor den Fällen warten, der wohl mehr zur Rutschpartie mutieren würde. Hilft nichts, Hike abgesagt, die Alternative ist klar - ab in die Wüste"

Die CA 78 bringt uns kurvig nach unten. Da unser Mietwagen nur Sommerreifen hat, ist trotz Allrad Vorsicht geboten. Alles ist gut! Die Wüste des Anza Borrego Desert State Parks ist nicht nur trocken. Ein Regenbogen und blühende Natur erwarten uns. Ein Wald voller grün leuchtender Ocotillos und Chollas säumt die Straße nach Borrego Springs. Tanken muss sein, für unser Vorhaben reicht das Benzin vermutlich nicht mehr. 3,79 USD pro Gallone Wüstenpreis sind ok.

Die ungeteerte Straße zum Butte Pass ist wunderbar zu fahren. Selbst PKWs sind vor Ort, als wir nach zwei Meilen einen Parkplatz am Trailhead besetzen. Alle Besucher parken hier, um den Slot Canyon, etwas überschätzend genannt "The Slot", zu sehen. Der muss aber auf uns noch warten, denn wir haben viel mehr vor, steigen auf die West Butte und machen einen Rundweg, der es in sich hat; aber von vorne.

Die Sonne strahlt, aber der Wind ist etwas kalt, als wir das Auto verlassen. Rechts von der Wash nehmen wir den Bergrücken, der fast gerade nach oben zu den Felsen führt. Die Hügel sehen zu dieser Jahreszeit aus, wie wenn sie mit grünem Sand gepudert worden wären. Sie sind mit Ocotillos überzogen, die knallrote Blüten in die Luft strecken. Nach 0,8 Meilen haben wir die scharfkantigen und rauen Lavafelsen erreicht.

West Butte - Anza Borrego Desert State Park

Das Gelände wird steiler und nach einer Meile erreichen wir eine Passhöhe, die den Blick auf die östliche Seite freigibt. In der Ferne ist der Salton Sea in tiefem Blau sichtbar. Nach dem Pass geht es querfeldein links hinauf. Auf einer Zwischenhöhe angekommen, gehen wir nach rechts und umrunden links vorbei einen Vorgipfel. Und dann ist es nur ein kurzer Weg bis zum höchsten Punkt der West Butte. Nach 1,3 Meilen in 55 Minuten waren wir oben. Hier in 1.204 Fuß Höhe breitet sich eine kleine "City of Rocks" aus. Die dunkelbraunen Lavafelsen stehen aufgereiht und bieten ausgezeichnete Möglichkeiten eine kleine Pause zu machen. Das lohnt sich, denn die 360-Grad-Rundumsicht ist gewaltig und schön. Das kleine Vulkanüberbleibsel liegt in der platten Wüste und überragt daher sämtlichen Sichtschutz.

West Butte - Anza Borrego Desert State Park

West Butte - Anza Borrego Desert State Park

Es geht weiter die Ridge entlang nach Norden. Einige Peaks müssen passiert und großzügig umgangen werden. Als wir in einem kleinen Hochtal, das den Beginn einer Wash bildet, angekommen sind, stehen wir am nordwestlichen Abgrund. Es geht ziemlich steil nach unten. Wir orientieren uns an der Wash, aber das ist noch nicht alles. Die Lavareste und -felsen liegen kreuz und quer, - ein Trail ist weiterhin nicht erkennbar! Und so ist es sehr mühsam in dem steilen Gelände einen optimalen und gangbaren Weg zu finden. Es gibt immer wieder Varianten, die entschieden und gegangen werden müssen, ohne dass man die grobe Richtung verliert. Fast unten, orientieren wir uns an einer rechts liegenden Felswand und gehen direkt in der Wash. Viele Boulder und Stäucher erschweren das Vorankommen. Als wir uns dann endlich unten befinden, halten wir uns rechts und queren eine Wash nach der anderen zunehmend nach Westen. Wir waren dann froh, als wir endlich die Mainwash erreichten. Reifenspuren signalisieren nach 4 Meilen und 3,5 Stunden Zivilisation.

West Butte - Anza Borrego Desert State Park

Das Hauptflußbett bringt uns nach Süden. An einer Kreuzung gehen wir gerade aus, was falsch war, aber zu einem netten kleinen Slot führt. Wir durchsteigen diesen Canyon, gehen aber zurück, da wir nicht sicher sind, ob es ein Weiterkommen zur Hauptwash gibt. Also nun die andere, breite Variante. Sie führt zu einem Parkplatz, links oben sind einige schöne Felsentore zu sehen, an dem die Off-Roader aussteigen und per pedes in "The Slot" gehen.

West Butte - Anza Borrego Desert State Park


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0,5 Meilen nach dem Parkplatz beginnt der Slot Canyon. Immer enger rücken die Canyonwände zusammen. Die Felsen sind fast farblos, jedoch zaubert die frühe Nachmittagssonne das ein oder andere gelbe Licht auf die Felsen. Der Canyon wird jetzt so eng, dass die Leute warten müssen, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Unterhalb des Trailheads und Parkplatzes endet der Canyon. Wir sind nach 7 Meilen und 4,5 Stunden am Auto. Das war wunderschön, aber auch unerwartet anstrengend.

The Slot - Anza Borrego Desert State Park

The Slot - Anza Borrego Desert State Park

The Slot - Anza Borrego Desert State Park


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Wir fahren auf der CA 78 über Julian zurück. Dort schneit es immer noch und ausserdem ist hier ein Megastau. Zu viele Autos an einem 4-Way-Stop machen das kleine Dorf dicht. Vielleicht gibt es aber etwas umsonst. Während der Abfahrt auf der Julian Road, die nach Poway führt, schüttet es jetzt in Strömen, aber unten angekommen, lockert es tatsächlich etwas auf.

Wir sitzen an der Hotelbar und schwärmen von einem ungewöhnlichen Hike.

Montag
Das Hotel war wirklich gut, aber 31 Dollar für Self-Parking ist etwas zu viel. Vielleicht war es aber der italienische Schinken und eine gute Auswahl an Käsesorten zum Frühstück, was querfinanziert werden musste. Egal!

Nachdem wir gestern so fertig waren, haben wir beschlossen heute eine Pause einzulegen. Um 8.40 Uhr nehmen wir Fahrt auf, es hat 15 Grad, und nach 16 Meilen sind wir in San Diego und genießen das wunderbare Wetter. Drei Stunden laufen wir durch die Stadt. Wenn hier so der Winter aussieht, dann läßt es sich aushalten. Genug, - es geht auf die Interstate 8 nach Osten.

San Diego


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Oben am Laguna Mountain liegt noch Schnee und alle Berge rundherum sind ebenfalls weiß. Die Wüste kommt zurück, als wir vor El Centro sind. 17 Grad, das Hampton Inn ist nagelneu und das Zimmer und das Bad sind groß. Das Abendessen im Einkaufszentrum gleich nebenan, in der Imperial Valley Mall, gibt's im Olive Garden. Es war schon ok, aber mit Wein zu teuer.

Dienstag
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir um 8 Uhr auf der I-8 zurück nach Westen bis zum unscheinbaren Ort Ocotillo an der Ausfahrt 89. Der Imperial Highway führt durch den Ort, macht einen 90 Grad Knick nach links und peilt den Nordenwesten an. Mitten durch einen Windräderpark geht es in die Coyote Mountains Wilderness. Und als der Blinker nach 7 Meilen ab der Interstate nach rechts weist, biegt der Yukon in die Dirtroad EC093 ein. Wir sind um unser High Clearance Fahrzeug froh. Tiefe Rillen und Absätze unterbrechen immer wieder eine schnelle Fahrt. Nach 1,7 Meilen geht es direkt in eine Wash, deren linkeste Kurve die beste Wahl ist. Aber es sind nur 2,1 Meilen und es erwartet uns der Trailhead zu den Domelands and Wind Caves, eine schöne Landschaft und sonst niemand!

Zart und grün bewachsene Sandhügel begleiten uns auf dem Weg nach oben. Der Trail ist gut sicht- und begehbar. Nach 0,5 Meilen treffen wir auf ein kleines Wüstental. Wie durch eine Oase führt es uns weiter nach Nordwesten, die Steigung ist momentan vorbei. Nach 0,9 Meilen nimmt der Trail eine Wendung nach rechts in eine Wash, aus der es nach 1,4 Meilen raus und weiter nach oben geht. Die absolute Stille hier in der Wüste ist fast unheimlich.

Domelands Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

Wir verlassen den Sand und erreichen die Berge, der Trail wird zum Gebirgspfad. Es geht höher hinauf bis zu einem Pass, den wir nach 2,2 Meilen erreichen. Dann die erste Formation der Domelands and Wind Caves. Diese weißen Felsen erheben sich aus dem Wüstenboden, im Hintergrund leuchten gelbe Badlands und das tiefe Blau der Salton Sea. Der Weg führt nun abwärts zu den schönsten Formationen. Nach 2,6 Meilen tauchen sie auf. Was für ein Schatz! Schneeweiß stehen sie da. Löcher und Durchgänge unterbrechen die Wellen, die der Wind in den weichen Stein gefressen hat. Sprungschanzen, Raumschiffkapseln, Steinbögen und Wellen, einfach fantastisch! Wir erkunden das überschaubare Gebiet ausgiebig und machen eine kleine Pause an diesem schönen Ort.

Domelands and Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

Domelands and Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

Domelands Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

Der Trail führt uns auf einer Ridge weiter nach unten. Ein gewaltiger, brauner Hoodoo klebt an der Wand. Der Weg ist noch gut sichtbar, bevor wir im Meer landen. Kein Witz! Wir erreichen ein großes Feld voll mit versteinerten Muscheln und Schnecken, - es ist unglaublich. Unten, auf der linken Seite, liegen die gelben Badlands. Vermutlich dadurch, dass die Wanderer das versteinerte Meer kreuz und quer erkunden, ist hier kein Trail mehr sichtbar. Aber wir finden ihn wieder.

Domelands Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

Unten am Ende der Berge führt der Weg nach rechts in eine gewaltige Wash. Der Abstieg über einen Sandhügel ist etwas steil, aber nur etwas links vom Trail läßt sich die Höhe leichter und gut überwinden. Und diese Wash ist nicht nur breit, sondern auch wunderschön. Gelbe Wände aus kleinen Muscheln und Sand leiten uns nach Süden. Bizarre Felsformationen stehen nur ab und zu im Weg, können umgangen oder locker überklettert werden. Und es geht nur moderat bergauf. Dort, wo die Wash immer niedriger wird und letztendlich in einem Alkoven landen würde geht es vorher bergauf. Der Weg ist gut erkennbar und er führt uns zurück. Immer wieder verliert sich der Trail, aber es werden andere Wege sichtbar. Nach 7,7 Meilen sind wir wieder am Hinweg, der uns über das Wüstental zum Trailhead führt.

Domelands Wind Caves - Anza Borrego Desert State Park

The Domelands and Wind Caves, diese Wanderung war der Hammer! Abwechlungsreich, schön und interessant, einfach herrlich! Wir sind nach 8,6 Meilen und 5 1/4 Stunden wieder am Auto.


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Die Rippen im Famous Dave's Barbecue bringen verbrauchte Kalorien wieder zurück.

Mittwoch
Heute ist der 20. Februar 2019. Nicht das Datum ist bemerkenswert, sondern vielmehr die Tatsache, dass die erste Heuernte bereits in Quader zusammengepresst auf den Feldern liegt, um sukzessive eingefahren zu werden. Es geht auf der Interstate 8 nach Osten, vorbei an den beeindruckenden Algodones-Dünen, auch als Imperial Sand Dunes bekannt, die sich 85 Kilometer lang und bis zu 10 Kilometer breit von Kalifornien am Südhang der Chocolate Mountains nach Mexico ziehen.

Am Exit 164 verlassen wir die Instate und fahren direkt auf die ungeteerte, jedoch PKW-taugliche Straße EC744. Sie geht direkt gegenüber der Einfahrt auf einen Campground links weg. Nach 0,7 Meilen parken wir vor, ja fast in einem alten Steinbruch, der unser Trailhead ist.

Der Weg auf den Pilot Knob beginnt am rechten Ende der stillgelegten "Steinfabrik". Auf einer alten Abbaustraße geht es nach oben. Auf halber Höhe ein Zwischenplateau, mittendrin eine Felsbutte. Die passieren wir links und folgen dem Steinweg kurz weiter bis zu zwei Washes; 0,5 Meilen sind wir unterwegs. Nun geht es die linke Wash etwas "deftiger" nach oben. Nach rechts verlassen wir die Bachrinne und steigen auf einem gut sichtbaren Trail hinauf zur Ridge. Nach links geht es zum Gipfel, den wir nach 30 Minuten und 0,7 Meilen erreichen.

Pilot Knob

Pilot Knob

Ein Gipfelkreuz markiert den Peak und ein toller Rundumblick empfängt uns. Die Mauer, die hier ein Eisenzaun ist, ist mit bloßem Auge gut erkennbar, Mexico gibt tiefe Einblicke. Auf der anderen Seite die weite Wüste, durchzogen mit Sanddünen. Verstreut liegen bewohnte Wohnwagen, die wohl auch als feste Wohnsitze dienen. Neben der Interstate hat die Eisenbahnlinie der Union Pacific den Kampf gegen den Sand aufgenommen. Nach einer Stunde und 10 Minuten sitzen wir wieder im Auto und sind uns einig, dass sich dieser kleine 1,4-Meilen-Spaziergang gelohnt hat.


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Wir erreichen Arizona und tanken in Yuma. Nachdem die früheren Probleme mit der Kreditkarte und der Eingabe der Postleitzahl jahrelang beseitigt waren, haben wir heuer zumindest in Kalifornien kein einziges Mal direkt an der Zapfsäule zahlen können. Vermutlich macht die Autorisierung mit der Pin Probleme. Auf ein Neues in Arizona, aber auch der Versuch schlägt fehl. Egal, der Kassierer hat keine Probleme unsere Vorauszahlung der MasterCard in Rechnung zu stellen.

Hier in Yuma ist ein Aufschwung der us-amerikanischen Wirtschaft sichtbar. Es ist viel Neues entstanden. Noch vor 3 Jahren haben wir festgestellt, dass ein Geschäft und ein Restaurant nach dem anderen dicht machten. Und wir schwingen uns vollgetankt wieder auf die Interstate, die wir erst kurz vor Gila Bend auf die AZ 85 verlassen. Entlang des Highways blühen die sattgrünen Sträucher in gelb. Bei Buckeye entern wir die Interstate 10 und stürzen uns bald in den Verkehr von Phoenix. Die Baustelle für ein neues Autobahnkreuz zwingt uns in einen Stau. Als wir dann Scottsdale erreichen sehen wir im Vorbeifahren, dass unser Lieblingslokal "Wildfish" nicht mehr existiert, - Mist aber auch!

Das Best Western Sundial ist ok, das Zimmer zwar etwas klein, aber alles da, was man so braucht. Wir trinken ein Bier im Montauk und essen gut im Tommy'Vs. Zweite Enttäuschung des Tages: Hier gibt es keinen Rombauer mehr!

Donnerstag
Leider war die Wettervorhersage korrekt, ein Wintersturm zieht über die USA und auch über die Sonora Wüste. Das bedeutet Schnee in den Superstition und Goldfied Mountains und Regen in Phoenix. Wir versuchen trotzdem einen Hike und fahren nach dem Frühstück in den Usery Mountain Regional Park (7 USD Eintritt), der im Tonto National Forest liegt. Der Wind Cave Drive bringt uns zum gleichnamigen Trailhead.

Wind Cave [Usery Mountain Regional Park]

Wind Cave [Usery Mountain Regional Park]

Es regnet nicht mehr, als wir uns fertig machen. Ein gut sichtbarer Trail führt vorbei an wunderschönen Kakteen und hinauf in Richtung der Felswand. Nach einer Meile nimmt die Steigung zu. Wir erreichen die Wand, die an ihrer Spitze in den Wolken hängt und mit verschieden farbigen grünen Moosen einfach toll aussieht. Das schlechte Wetter erzeugt eine mystische Stimmung. Es geht rechts an diesem Felsenabsatz entlang.

Wind Cave [Usery Mountain Regional Park]

Wind Cave [Usery Mountain Regional Park]

Nach 1,7 Meilen stehen wir in der Cave, die eigentlich keine Höhle, sondern ein Alkoven ist. Nicht schlecht, vor allem der Ausblick ins Tal und - trotz des Wetters - bis nach Phoenix. Es hat zwar beim Aufstieg ab und zu etwas geregnet, aber insgesamt hatten wir Glück mit diesem Slot. Hinter der Maincave kommt ums Eck noch ein kleiner Alkoven und vor der Cave ist ein kleiner Arch. Ein netter kleiner Hike, der jedoch bei schönem Wetter bestimmt sehr frequentiert ist. Beim Abstieg erwischt uns die Regenfront voll. Als wir nach 45 Minuten nass das Tal erreichen, schüttet es wie aus Kübeln.

Wind Cave [Usery Mountain Regional Park]


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Wir fahren zurück ins Hotel, Scottsdale ist trocken, ziehen uns um und starten auf die Interstate 10 Richtung Tucson. Im Phoenix Premium Outlet beginnt es wieder zu regnen. Es hört nicht mehr auf, aber dort bekommen wir endlich einen Schirm. Abends kämpfen wir uns mit dem Teil bis zum Montauk, trinken ein Feierabendbier, und dann freuen wir uns auf ein Abendessen im Kyoto.

Wir haben für 19 Uhr reserviert, sind etwas zu früh, und warten daher geduldig. Dann meinte der Ober, es brauche noch 5 Minuten und nachdem das Lokal halb leer ist, kommt die berechtigte Frage nach dem Warum. Zuviele Reservierungen war die Antwort. Nachdem der Ton sehr unfreundlich und der arrogante Tenor dahin tendiert dazu, daß wir froh sein sollen, wenn er uns drannimmt, verlassen wir das Lokal. Wir stellen uns doch nicht hin wie Bittsteller, die Geld loswerden wollen und sich auch noch blöd anreden lassen.

Das kleine Italian Cafe war leider voll, aber im Bourbon and Bones bekamen wir den letzten Hochtisch. Das Essen und der Wein (Franks Family) waren hervorragend! Und der Service auch - geht doch.

Freitag
Heute sieht es etwas heller aus, aber es regnet noch leicht, als wir um 9 Uhr bei 4 Grad aufbrechen. Wir versuchen es erneut im Usery Mountain Regional Park auf dem Pass Mountain Trail, aber bereits aus der Entfernung erkennt man, dass es am Rande der Berge zu viel regnet.

Also zurück auf den AZ 202 Loop und zur Interstate 10, denn in diese Richtung sieht es besser aus. Wir haben ausserdem vorgesorgt und uns in der Früh einen alternativen Regional Park gesucht. Am Exit 128 bei Goodyear, also dort, wo die Lufthansa ihre Piloten ausbildet, verlassen wir die Autobahn und steuern den Estrella Mountain Regional Park an, bezahlen 7 Dollar im Natur Center, und fahren zur Rodeo Area. Zwei Coyoten treiben sich auf der Straße rum, sind aber doch noch so schreckhaft, dass sie sich nicht auf einen Kampf mit dem Yukon einlassen.

Wir starten auf dem Coldwater Trail, dem wir auf einer breiten Sandpiste nach Süden folgen. Immer wieder spitzt inzwischen die Sonne durch. Nach einer Meile treffen wir auf einen großen Platz mit Picknickstühlen und Lampions. Links geht es weiter und tiefer in die Wüste, die frisch gewaschen und ziemlich grün einen schönen Rahmen für diesen Hike bildet. Aus der breiten Straße wird nun ein schöner Trail.

Estrella Mountains Regional Park [Avondale]

Estrella Mountains Regional Park [Avondale]

Leichter Regen setzt ein, als es nach 1,7 Meilen hoch geht. Die Landschaft ist typisch für die Wüstengegenden in Arizona und einfach schön. Wir sind 2,2 Meilen unterwegs und erreichen eine kleine Anhöhe, einen Pass, mit Blick auf die hohen Berge, über denen dunkle Wolken hängen. Aber wir genießen inzwischen die Sonne.

Estrella Mountains Regional Park [Avondale]

Nach 3 Meilen ist der Coldwater Trail zu Ende und wir nehmen den Gadsden Trail nach links. 0,2 Meilen weiter treffen wir auf den Pedersen Trail, der nach rechts in die Berge führen würde. Das lassen wir heute mal bleiben und gehen nach 3,9 Meilen links durch eine Wash auf den Butterfield Trail. Hier wird der Weg interessanter, es geht auf und ab und nach 5 Meilen kreuzen wir den Dysart Trail. Es geht gerade aus, inzwischen leider wieder Regen, und nach 6,2 Meilen schließen wir unseren Rundweg. Wir sind wieder am Coldwater Trail und wandern zurück zum Auto, das wir nach 6,4 Meilen und zweieinhalb Stunden erreichen. Das war eine schöne Wüstenwanderung.


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Bier im Montauk mit Live-Musik und Abendessen im P.F. Chang. Der Tag war gut und soviel vorweg: Die nächsten 3 Wochen wird es nicht mehr regnen.

Samstag
Der Non-smoking-Aufsteller im Zimmer kann gebraucht werden! Es hat 0 Grad und die Windschutzscheibe ist komplett gefroren. Funktioniert einwandfrei, zumindest mit Unterstützung des warmen Gebläses von innen. Nicht aufregen, liebe Grüne, das habe ich nur kurz eingeschaltet, die Amis lassen ihre Karren während des gesamten Frühstücks sausen. Eiskratzer kennen die hier in Phoenix sowieso nicht.

Es ist strahlend blauer Himmel, die Sonne versucht die letzten beiden Tage nachzuholen. Wir brausen auf die Interstate 10 nach Osten, aber das hat sich bald erledigt. Stau! Verdammt, - Steffi hat sich auch nicht gemeldet und so hilft nur Geduld. Als wir die Unfallstelle endlich passieren, steht am Rande der Interstate ein ausgebranntes Wrack eines Lastwagens. Bleibt zu hoffen, dass der Fahrer noch das Weite suchen konnte.

In Tucson liegt Schnee, nicht nur auf den Bergen, sondern entlang der Interstate. Kakteen und Palmen sehen gut aus, das Weiß steht ihnen. Nach 198 Meilen verlassen wir beim Exit 336 die Interstate bei Wilcox. Unser Ziel ist ein Hike im Chiricahua National Monument. Und so radeln wir die 186 E nach Süden. Wir fahren durch ein riesiges Hochtal mit schwarzen Kälbern im Schnee. Die Straße hat auch nur noch zwei Streifen, mit der Gegenfahrbahn sind es vier, die den Teer sichtbar machen. Die Frisur und die Sommerreifen halten aber noch.

Chricahua National Monument

Als wir jedoch auf die 181 driften, wird es immer enger mit befahrbarem Teer. Erst, als wir das Chiricahua National Monument erreichen, ist die Straße frei. Gute Arbeit Jungs, auf zum Visitor Center! No Fees, kein Eintritt, auch gut, aber leider haben wir kurz danach den Grund dafür erfahren. Die Road ist ab dem Bonita Canyon Campground gesperrt und das sind 5 Meilen vor unserem Trailhead. Alles umsonst, also zurück nach Wilcox und ab in den Starbucks, der in einem Safeway sein Dasein fristet. Als wir wieder aufbrechen wollen, lungert ein Roadrunner auf dem Parkplatz rum. Er nimmt gewaltig Fahrt auf, als wir kommen und wir dann auch.

Irgendwann gehörte der Schnee der Vergangenheit an und nach 329 Meilen inklusive Chiricahua verlassen wir die Interstate 10 und erreichen endlich das Hampton Inn an der I-25. Ein älteres Haus, das Zimmer ist aber o.k.. Lediglich das Telefon fällt gleich mal auseinander, als ich einen Tisch im Texas Roadhouse reservieren will. Wir mussten dann zu zweit telefonieren, denn einer war verantwortlich, dass das Kabel nicht aus dem Hörer fällt, nachdem der Stecker gebrochen war. Das Zimmer hat zwar zwei Telefone, aber bei beiden das gleiche Problem. Gemeldet, nix passiert - alles normal inzwischen!

Vor dem Essen gehen wir noch zu Best Buy, da New Mexico die geringste State Tax auf unserer Reise hat und Monika ein neues iPad braucht. Bier und Essen im Texas Roadhouse waren gut.

Sonntag
Heute Nacht hatte es Minusgrade, - gut, dass wir die Klimaanlage aus und das Fester offen hatten. Eishöhlenfeeling! Das Frühstück kann sich wie immer in den Hamptons sehen lassen und um kurz nach 8 war uns auch wieder warm, so dass wir bei sonnigen 0 Grad eine kurze Fahrt antraten.

Der Picacho Loop Drive ist zwar ungeteert, aber gut zu fahren. Nach 0,3 Meilen geht es nach rechts zu einem Trailhead, den die Locals benutzen. Wir fahren aber die Hauptroad weiter, die nach 0,9 Meilen in einer großzügigen Rechtsumfahrung einer Wash nach Osten führt. Noch vor dem Ziel wird die Straße sehr gepflegt und nach 1,6 Meilen sind wir wohlbehalten am Trailhead der Picacho Peak Trails im Organ Mountains - Desert Peaks National Monument. Nur ein Wanderer auf der Anfahrtsstraße ist uns begegnet, ansonsten sind wir hier noch alleine.

Picacho Mountain

Am Trailhead geht es gleich hinunter in eine Wash und der Trail folgt anschließend diesem Bachbett rechts nach Osten. Aber nach nur 0,2 Meilen geht es nach links und nach oben. Ziemlich gerade aus führt ein breiter Trail bis zu einer roten Felsformation. Nach 0,75 Meilen ist die angepeilte Formation erreicht, der Trail wird enger und quält uns in Serpentinen Richtung Himmel. Nach einer Meile erreichen wir einen Pass mit tollem Ausblick auf die Wüste und deren Peaks.

Picacho Mountain

Wir halten uns rechts und stehen nach 1,15 Meilen am Gipfel. 50 Minuten hat es gedauert, also kaum der Rede wert, aber der Ausblick von hier ist es schon. Im Osten erheben sich fast majästätisch die Pfeiffen der Organ Mountains. Ein toller Gebirgszug! Davor fliest der Rio Grande, begleitet von der Interstate 25. Der Picacho Peak gehört uns momentan alleine. Er ist eingerahmt von der Wüste, Robledo Mountain und Lookout Peak im Norden, den Sleeping Lady Hills im Westen und der Black Mesa im Süden. Den Mikrokosmos des Gipfels bilden Quarze in rot und weiß, die teilweise mit hellgrünem Moos bewachsen sind. Es ist wirklich schön hier.

Picacho Mountain

Picacho Mountain

Picacho Mountain

Wir wandern die Gipfelridge weiter nach Osten und links hinunter zum östlichen Abstieg. Es geht in vielen Serpentinen auf gebauten Terrassen abwärts. Frei laufende Kühe nutzen den Trail offensichtlich auch, - man sieht und riecht es. Nach insgesamt 1,85 Meilen sind wir unten und treffen auf eine kleine Wash und etwas weiter auf einen Holzpfosten. Dort geht es kurz nach rechts und dann gleich wieder links, prinzipiell also gerade aus, auf der alten Dirtroad weiter. Die Straße macht eine Linkskurve und kurz darauf verlassen wir sie nach knapp 2,4 Meilen. Ein roter Pfeil deutet den weiteren Trailverlauf an. Es geht hinein in den Box Canyon, der letztendlich eine breite Wash ist.

Über eine Ebene, bewachsen mit Juniper Bäumen, treffen wir auf das Bachbett, das staubtrocken ist. Rechts oben markiert ein gewaltiger Felsen den Weg weiter nach Westen. Hinter Büschen verstecken sich die Kühe rund um eine Wasserstelle. Es geht immer der Wash nach, einige in grau gehaltene Felsstufen sind leicht zu passieren. Wir sind an der Nordseite des Picacho Mountain angelangt.

Picacho Mountain

Picacho Mountain

Nach knapp 4 Meilen treffen wir auf eine alte Fahrstraße, der wir weiter, jetzt nach Süden folgen. 4,4 Meilen sind wir unterwegs und verlassen den Canyon nach links oben. Der Trail ist gut zu sehen. Es dauert insgesamt 5,2 Meilen, bis wir unzählige Washes durchstiegen haben und wieder am Einstieg zum Gipfeltrail sind. Eine scharfe Kurve nach rechts bringt uns nun zurück zum Trailhead, den wir nach 5,4 Meilen und gut drei Stunden erreichen. Das war ein abwechslungsreicher Wüstenhike mit fantastischen Views.


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Es geht über die Interstates 10 und 25, wir nehmen hier den Exit 1, zur University Avenue, der wir nach Osten folgen. Am Ortsrand von Las Cruces wird die Avenue bereits zur Dripping Springs Road. Und nach 9,9 Meilen ab der Interstate sind wir in der Dripping Springs Natural Area und bekommen gerade noch einen Parkplatz. 5 US-Dollar (2019) Eintritt werden fällig und dann machen wir uns auf den Weg.

Die gesperrte Dripping Spings Road beginnt rechts am südöstlichen Ende des Parkplatzes. Ein breiter Kiesweg führt kaum merklich nach oben in Richtung der Organ Mountains. Diese Range ist eine fantastische Bergformation und tolle Kulisse für diesen Hike. Der Weg führt vorbei an Wiesen immer näher an die mächtigen Felsen. Auf dem Squaw Mountain liegt noch Schnee. Bevor es in den Einschnitt des Ice Canyons geht, treffen wir auf die sogenannte "Livery", ein Lager und eine Aufbewahrungsstelle für das frühere Van Patten Mountain Camp Resort.

Dripping Springs Ice Canyon

Dripping Springs Ice Canyon

Dripping Springs Ice Canyon

Die Breite des Trails und der Anstieg verändern sich anschließend, wir sind an den Felsen des Ice Canyons angelangt. Nach 1,45 Meilen erreichen wir die tropfende Quelle, ein schöner Spot. Am Einstieg zur Springs nehmen wir noch die paar Meter, die zu einem alten Tuberkulose-Sanatorium führen. Nun ja, Amerika pflegt sein junges Erbe mangels Masse von wirklich historischen Gebäuden.

Dripping Springs Ice Canyon

Dripping Springs Ice Canyon


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Eine halbe Meile vor dem Visitor Center und dem Dripping Springs Trailhead gehen wir auf den Crawford Trail. Rechts liegen die Organ Mountains, die das dunkle Gestein in helleren Fels wechseln, je weiter wir nach Norden wandern. Der Durchstieg einer Wash, die weiter in den Filmore Canyon führen würde, bringt uns nah an tolle Felsformationen, die keinen Namen hat. Bald treffen wir auf den Fillmore Trail. Wir nehmen diesen Trail nach links und umrunden an der Rückseite der Rocks die Formation. Auf der rechten Seite liegen riesige Kartoffelfelsen am Gegenhang.

Crawford, Fillmore, La Cueva Trails [Organ Mountains]

Crawford, Fillmore, La Cueva Trails [Organ Mountains]

Am westlichen Ende der Felsformation geht es auf dem La Cueva Trail, dem wir nach links bis zur Höhle folgen. Direkt an der Höhle geht es über glatten Fels hinunter. Der Trail führt kurz am Bach entlang nach Osten, bevor wir die Wash nach rechts oben wieder verlassen. Hier ist ein kleiner Viewpoint auf die wirklich fantastisch aussehenden Felsen. Und nach links führt der breite Weg entlang eines ehemaligen Landing Strips bis zum Parkplatz zurück.

Crawford, Fillmore, La Cueva Trails [Organ Mountains]

Diese zusätzlichen 2,4 Meilen haben sich mehr als gelohnt, das war eine unanstrengende Wanderung in einer fantastischen Landschaft.


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Wir treffen Christian und verbringen einen sehr netten Abend in der Pecan Brewery.

Fortsetzung folgt ...


« Wo Straßen enden, beginnt Dein Weg! »
« Where the road ends, your hiking trail begins! »

Monika Zehrer    Fritz Zehrer