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USA Reisebericht - USA Travelogue
Hektik im Osten [1995]


  1. PDF Version [0,8 MB]
  2. Reisestationen [Entfernungen, Reisezeiten, Hotelwertungen]
  3. Reiseroute [Karte]
  4. Reisebericht [Tag für Tag USA pur]


Reisestationen

Ziel Nächte Meilen km Zeit Hotel Stars
New York 4 Holiday Inn Crown Plaza ***
Washington D.C. 2 228 367 03:19 Sheraton Washington ***
Niagara Falls 3 403 648 06:37 Radisson Hotel **
Detroit 1 244 393 03:28 Hyatt Regency Dearborn ****
Chicago 4 280 451 04:02 Palmer House Hilton ****
Louisville 1 294 473 04:10 Best Western S. Shephardsville **
Nashville 1 176 283 02:27 Regal Maxwell House ***
Memphis 1 213 343 03:02 Radisson Hotel Memphis **
New Orleans 3 395 634 05:33 New Orleans Sheraton ***
Panama City 4 319 513 04:56 Best Western Casa Loma ***
Orlando 5 383 616 05:46 Walt Disney World Swan *****
Orlando 1       Hyatt Orlando Airport ****
21
2.934
4.721

 

Reiseroute

Reiseroute 1995 Hektik im Osten

 

Reisebericht (Tag für Tag USA pur)

  1. JFK landing
  2. Drei Tage New York - Bis die Füße qualmen!
  3. The gambler - Atlantik City/Philadelphia und Washington
  4. Auf zum Wasser - die Niagarafälle/Ausflug nach Toronto
  5. Die Autostadt mit Ford Museum Greenfield Village
  6. Durch das Wasser nach Chicago - Six Flags Great America
  7. Richtung Süden: Mamouth Cave N.P. - Nashville - Memphis
  8. The deep old south: New Orleans, Nottaway, Baton Rouge
  9. Badespass in Panama City
  10. Über Wakulla Springs und Tallahassee nach Disneyworld
  11. Panne in Orlando You'll love the way we fly (if they do!)

 

Montag
Wenn Mann oder Frau bereits den US-amerikanische Westen angesteuert hat, dann kommt einem der Flug nach New York wie ein Katzensprung vor. Und so war es dann auch.

You'll love the way we fly! Daß dieser Werbespruch der Delta Airlines einen Zusatz verdient, werden wir am Ende dieser Reise feststellen. Auf alle Fälle sind wir um 10.20 Uhr mit unserer nicht mehr allzu neuen TriStar von München abgehoben. Das Essen war zum ... Nach 7 1/2 Stunden rollen wir auf dem J.F.K-Airport ein, vorbei am Überschall-Tiger der Air France, der Concord. Trotz der relativ kurzen Flugzeit war das Verlangen nach einer Zigarette ziemlich groß. Es bedurfte einigen Mutes die feindlichen Rauchergesetze der USA zu brechen.

Die Einwanderung ging relativ schnell und so folgten wir einfach den Massen, die zu den Taxis strömten. Bereits auf dem Weg dorthin wurden wir angesprochen und folgten einem Taxifahrer zu seinem Gefährt. Wir waren diesmal zu siebt, da uns ein befreundetes Paar mit Sohn begleitete. Dieser Taxifahrer wollte uns tatsächlich komplett mit Koffer in seinen durchaus riesigen Wagen unterbringen. 50 Dollar bis Manhattan, für alle versteht sich. Ein durchaus verlockender Preis, jedoch war mit etwas gesundem Menschenverstand festzustellen, daß 7 Leute mit Koffer nie und nimmer Platz finden würden. Dankend drehten wir um, um uns in die offizielle Taxisspur einzureihen. Erst deutliche Worte bewegten den Taxifahrer uns nicht mehr zu belästigen. Er kämpfte bis zum Schluß, es ist ihm hoch anzurechnen.

Zwei Yellow Cabs chauffierten uns bis zum Times Square; unserer Hotel, das Holiday Inn Crown Plaza lag an der 42ten Straße. Wir stellten die Koffer ab und wanderten zum Pier 83, an dem die Circle Line ablegt. Diese Bootsfahrt rund um Manhattan dauert 2 1/2 Stunden. Absolut empfehlenswert, um einen ersten, durchaus gewaltigen Eindruck vom Big Apple und dessen Skyline zu bekommen. Vorbei am World Trade Center, Ellis Island, der Freiheitsstatue, unter der Brooklyn Bridge durch; von weitem strahlt das Empire State; irgendwie kommt man mit allen Sehenswürdigkeiten in Berührung. Wie gesagt: Sehr empfehlenswert!
Hinweis: In New York brauchen Sie kein Leihauto. Voraussetzung ist, daß Sie sich auf Manhattan beschränken. Zudem schonen Sie Ihre Nerven, denn das Verkehrschaos ist selbst für stadterprobte Autofahrer nicht angenehm. Maschieren, bis die Sohlen rauchen ist u.E. der beste Weg, diese Stadt zu erkunden. Subway oder Taxis für größere Entfernungen!

Dienstag
Um 4.00 Uhr sind wir wach. Es ist immer gleich. Der erste Tag auf dem amerikanischen Kontinent ist aufgrund des Zeitunterschiedes der längste.
Hinweis: Am ersten Tag Ihres USA-Urlaubes sind Sie früh wach. Nutzen Sie die Gelegenheit und unternehmen Sie Ausflüge oder planen Sie entsprechend viel ein!

Als wir um 7 Uhr im Roxy bei Eier, Kartoffeln (Hash Browns) und schlechtem Kaffee sitzen wird uns klar, daß der Staat New York kein Freund der Raucher ist (schlimmer ist es eigentlich nur noch in Utah). So stehen wir  nach dem Frühstück erst einmal gemütlich auf dem Gehsteig!

New York City

Am Times Square begeben wir uns in den Untergrund und warten gespannt auf eine Graphitti-Ausstellung. Kaum zu glauben, aber die Wagen der New Yorker U-Bahn sind blitzblank. Keine Spur von Spraydosen. Eigentlich schade! Unser Ziel, der Ausgangspunkt unseres Marsches durch Lower Manhattan, ist das World Trade Center. Die Aussichtsplattform öffnet leider erst um 10 Uhr, aber auch von unten betrachtet sind die Zwillingstürme gewaltig. Wir gehen durch das Financal Center, dessen Fläche durch den Aushub des World Trade Centers geschaffen wurde. Weiter zum Battery Park in dem das Castle Clinton steht. Hier gibt es Karten für die Fähre zur Freiheitsstatue. Wir erwischen das erste Boot.
Hinweis: Planen Sie bitte so, daß Sie die erste Fähre bekommen. Ansonsten wird man Sie zertreten und falls Sie es überleben, werden Sie Stunden in Warteschlangen verbringen.

Eine Stunde haben wir gebraucht (wie gesagt, 1. Fähre), bis wir der Dame in den Kopf gestiegen sind. Böse Zugen stellten doch tatsächlich die Frage, ob sie (total height=305ft, 1 inch) den größer sei, als die Münchner Bavaria. Kurz durch die kleinen Fester geblickt, die nächsten warten und drängeln. Der Blick auf Manhattan ist gewaltig, jedoch der Aufstieg hat sich nicht gelohnt. Vielmehr eröffnet sich dieser tolle Blick auch vom Sockel der Freiheitsstatue. Zurück ging es über Ellis Island. Wir steigen nicht aus. Und trotzdem kann man sich gut vorstellen, wie sich früher die Einwanderer fühlten, als sie dieser ersten Anlaufstelle begegneten.

Über die State St., Pearl St. zur Wall Street, die Börsenführung (NYSE, New York Stock Exchange) war leider schon vorbei. So steuerten wir unser nächstes Ziel, das World Trade Center, (wieder) an. Nachdem eine Stunde Wartezeit vorüber war, schoß uns der Aufzug in den 107 Stock (420 Meter). Die Sicht war klar und der Blick über Manhattan und die Straßenschluchten beeindruckend.

Vorbei am Woolworth Building, das bis 1930 mit seinen 241 Metern als höchstes Haus der Welt galt, kommen wir zur Brooklyn Bridge (anno 1833). Wir wandern bis zur Brückenmitte. Die Seile, die die Brücke zusammenhalten, bilden außergewöhnliche Perspektiven für die Fotolinsen.

Nicht weit entfernt, am Pier 17, ist der Fulton Market (South Street Sea Port). Einkaufszentrum und Markt, geeignet für eine Kaffeepause. Es ist nett hier. Nachdem ein paar Einkäufe getätigt waren, gehen wir in die Chinesenstadt. Kein Vergleich zu San Francisco. Mittlerweile sind wir auch schon ziemlich fertig und die Füße tragen uns nur noch über die Bowery, die Bargain (=Schnäppchen) Stores in der Orchand Street, aber das hätten wir uns sparen können. Zuletzt landen wir in Little Italy. Als wir bei Teresa und Mimmo Aschenbecher sichten, war die Entscheidung klar.

Nach 12 Stunden Sightseeing bringt uns das Taxis zurück ins Hotel. Um 21 Uhr fahren wir noch zum Empire State Building. Es erwartet uns ein tolles New York bei Nacht. Leider war die Aussichtsplattform im 102. Stock geschlossen. Aber auch der 86ste gab den Blick auf das Lichtermeer frei. Um halb elf war Schluß. Ein anstrengender, aber schöner Tag geht zu Ende.

Mittwoch
Mit der U-Bahn zur Penn Station. Vorbei am General Post Office (Briefmarken!), dem Madison Square Garden, Penn Station erreichen wir Macy's. Wir kaufen ein.
Hinweis: Kaufen Sie Ihre Briefmarken in der Post und nicht zu überhöhten Preisen in den Automaten!

Wir bleiben auf der 34ten Straße und kommen zum Empire State. Bevor wir die Höhen erklimmen, machen wir den Skyride. Dieser Flugsimulator fliegt uns durch die Straßenschluchten von Manhattan: I warrent that I am in good physical condition and have no disability, impairment or ailment which would be adversely affected by participation in riding! Nach diesem wilden Ritt genießen wir den Blick auf das Flat Iron und ganz Manhattan.

Zurück zum Broadway und bis zum Times Square. An der 47ten, der Diamond Row, biegen wir rechts ab bis zur Fifth Avenue. Richtung Süden bis zur Public Library. Dann zum Grand Central Terminal. Der Reiseführer schwärmt von einer Uhr in der Bahnhofshalle, die mit einem Durchmesser von 3,7 Meter die größte Uhr der Welt in einem Innenraum sein soll. Wir suchen, - und suchen, - und fragen: Seit 8 Jahren weg! Weiter zum Crysler Building, erbaut 1930, 319 Meter. Nicht weit entfernt liegt das UN-Gebäude, auf dessen Gelände ein Indianer herzergreifende Volksreden hält. Auf der 48ten gehen wir zur Park Avenue (4.) zurück. Vorbei an imposanten Bankgebäuden erreichen wir das Waldorf Astoria. Es sieht wirklich fein aus in der Lobby,- und die Toiletten erst - try it! An der 54. Straße gehen wir zur Fifth Avenue. Trump Tower, innen der angeblich höchste künstliche Wasserfall der Welt. Richtung Norden sind wir fast am Central Park angelangt und stellen fest, daß es bei Tiffany & Co weder schön ist, noch Frühstück gibt.

Bei Bloomingdales gibt es CK one. Abschließend fahren wir (endlich sitzen!) mit der Tramway nach Roosevelt Island. Das Taxi bringt uns ins Hotel. Das waren weitere 8 Stunden New York. Schwimmen, duschen und zu Fuß zum Hard Rock Café New York. Abendessen und gute Nacht!

Donnerstag
Nach dem Frühstück (Sie wissen schon; Eier und ..., Zigarette auf der Straße) bringt uns die U-Bahn zur Wall Street. Wir besichtigen die New York Stock Exchange. Es wäre übertrieben zu sagen, daß sie, die Börse, ein größeres Wohnzimmer ist. Jedoch stellten wir uns aufgrund oft gesehener Fernsehbilder einen wesentlich gewaltigeren Raum vor. Fotografieren ist verboten und so muß ein aus der Hüfte geschossenes Foto die Erinnerungen bewahren. Als es klickte kam der Aufpasser angerannt, konnte jedoch nicht identifizieren, wer es war (ha, ha). Und wenn schon! Jedenfalls ist die Hektik schon so, wie sie im Fernsehen zu erleben ist.

Wall Street



Mit der U-Bahn fahren wir zum Washington Square. Der Blick durch den Triumphbogen auf die Zwillingstürme lohnt. Weiter zum Broadway an dessen Ecke zur 11. Straße Tower Records steht, - ein riesiges Plattengeschäft. Einige CD's wandern in unseren Rucksack. Weitere Läden laden zum Einkaufen ein, - natürlich haben wir es auch getan.

Mit dem Taxi zum Rockefeller Center. Vor dem Platz, auf dem im Winter eisgelaufen wird, gibt es Cappuccino an der Bar. Der goldene Prometheus schaut uns zu und verabschiedet uns, als wir uns auf den Weg in den Central Park machen. Obwohl Kutschen uns befördern könnten, entschließen wir uns zu Fuß quer durch den Park zu wandern. Vorbei am See (The Pond) bis Strawberry Fields. Hier, auf Höhe der 72ten Straße, starb John Lennon. Blumen, Blumenkinder und Kerzen bilden ein seltsames Bild. Wir gehen zurück ins Hotel. Auf dem Weg kaufen wir uns die Kühlbox, die uns auf unserer noch weiten Reise gute Dienste erweisen wird.
Hinweis: Wenn Sie mit dem Auto durch USA touren, dann bitte nur mit Kühlbox für Verpflegung und Getränke!

Nachmittags fahren wir mit dem Taxi nach Newark (New Jersey), um am Flughafen unser Auto bei Alamo abzuholen. Der Taxifahrer ist ziemlich rumgeirrt.
Hinweis: Am JFK-Airport oder in New York selbst gibt es (oder gab es) keine Alamo-Vertretung. Und die Niederlassung in New Jersey ist ziemlich klein, so daß die Auswahl an Autos nicht besonders ist. Und obwohl wir normalerweise Alamo empfehlen, sollten Sie hier auf andere Marken ausweichen (z.B. Hertz).
Alamo ist in der Regel billiger als HERTZ. Qualitätsunterschiede haben wir keine entdeckt. Nehmen Sie das größte Auto, das Sie sich  leisten können. Insbesondere mit Kindern ist Platz nötig. Für Familien ist ein Minivan optimal, aber auch hier bitte den Großen, ansonsten gibt es Probleme mit dem Kofferraum!. Es kann Ihnen beim Minivan jedoch passieren, daß in den Städten die Parkgaragen zu niedrig sind! Aber irgendwie konnte dieses Problem immer gelöst werden. Für die Kaution brauchen Sie eine Kreditkarte. Die Standardversicherungen genügen nicht, schließen Sie eine Extended Protection ab. Viele Reiseveranstalter bieten inzwischen Gesamtpakete an (Zusatzhaftpflicht, zweiter Fahrer, ...). In Deutschland buchen ist billiger!

Auf der Heimfahrt stehen wir ziemlich im Stau. Dadurch, daß man immer durch Tunnel fahren muß, die aufgrund des Alters dem Verkehrsaufkommen in keinster Weise gewachsen sind, quält man sich unendlich nach Manhattan zurück.

Das war New York. Und wenn Sie jetzt einen Theaterbesuch oder ein Museum vermissen, dann sollten Sie es einplanen. In den drei Tagen haben wir das Wesentliche für unseren Geschmack gesehen, wenngleich es sehr anstrengend war.

Freitag
Nach dem Check-Out (34 $ für die eine Nacht parken!) stehen wir um 7 Uhr wieder im Stau vor dem Lincoln Tunnel. Auf dem Garden Park Highway geht es nach Atlantic City, dem Spielerparadies des Ostens. Obwohl hier inzwischen höhere Umsätze als in Las Vegas erzielt werden, ist Atlantic City nicht zu vergleichen. Vergessen Sie es einfach!

Nach einem Spaziergang auf dem Boardwalk brechen wir auf nach Philadelphia. Der Independence National Historical Park versetzt uns zurück in die Gründerzeit Amerikas. Erste Bank (im Sinne von Kreditinstitut), erster Congress, Carpenter's Hall, Independence Hall und Liberty Bell, das alles ist sehenswert.

Atlantic City



Nach einer kleinen Pause in der Nähe Benjamin Franklin's Grab fahren wir auf dem Kennedy-Memorial- Highway nach Baltimore. Leider war es schon zu spät für etwas Sightseeing. So ging es direkt nach Washington D.C.. Wir erwischen die falsche Ausfahrt und erreichen auf finsteren Umwegen unser Sheraton-Hotel in der Nähe des Zoos. Um 19.30 Uhr, nach 348 Meilen, waren wir da.
Hinweis: Sie sollten Türen und Fenster innerhalb von Städten grundsätzlich verschlossen halten!

Samstag
Wir parken unser Auto am Bahnhof, der Union Station. Nachdem wir noch kein Frühstück hatten, hoffen wir auf eine Gelegenheit. Sie war da, leider nur ein McDonalds (es war so hässlich!). Frisch gestärkt wandern wir zum Capitol.

1793 legte Georg Washington selbst Hand an. Auf dem 30 Meter hohen Jenkin's Hill, der bald darauf in Capitol Hill - die Einheimischen nennen ihn schlicht The Hill - umbenannt wurde, entstand das Capitol. Acht Jahre nach der Grundsteinlegung, als Präsident John Adams den Kongreß zwang, das bequeme Philadelphia zu verlassen, war die erste gemeinsame Sitzung. Gegenüber befindet sich die Library of Congress (1800).

Washington DC

Wir steigen in das Tourmobil, mit dem Washington erkundet werden kann. An allen Stationen können Sie aussteigen, besichtigen, um dann wieder im offenen Wagen Platz zu finden. In den Sommermonaten ist dies auf den Zwischenstationen nicht einfach, - das mit dem Platz finden.

Die Fahrt führt über das Washington Monument, an dessen Fuße sich bereits lange Schlangen für die Auffahrt auf den 170 Meter hohen Obelisken bilden. Als Alternative zur Liftfahrt bietet sich an, die 897 Stufen hinaufzusteigen. Viel Spaß! Es geht vorbei am Jefferson Memorial zum Lincoln Memorial. Wir steigen aus.

Am äußersten Ende des West Potomac Park führt eine breite Treppe zu diesem feierlichen Denkmal hinauf. Hinter 36 Säulen, so viele Staaten zählten zur Zeit Lincolns zu den USA, sitzt, sechseinhalb Meter groß, Abraham Lincoln. Hi Abe! Von hier öffnet sich ein toller Blick über den Park zum Capitol. Zu Fuß geht es weiter zum nahegelegenen Vietnam Veterans Memorial. Nahezu 60.000 Namen sind auf der riesigen Wand aus schwarzem Marmor zu lesen.

Nach diesem kleinen Spaziergang entern wir unser Tourmobil, das uns nach Arlington bringt. Im Nationalfriedhof, Arlington National Cemetry, jenseits des Potomac River, liegen über 60.000 Tote aus den Kriegen zweier Jahrhunderte. Ihre schlichten weißen Grabsteine ziehen sich in endlosen Reihen über die weite Rasenfläche. Wir gehen zum Grab von J.F. Kennedy. Inzwischen hat es 40 Grad im Schatten, Celsius!

Zurück, steigen wir an der Ellipse aus. Hier steht der Zero-Miles-Stone, von dem aus alle Entfernungen gemessen werden. Die Washingtoner spielen Baseball, kaum zu glauben bei dieser Brutshitze. Wir befinden uns auf der Rückseite des Weißen Hauses. Oben am Dach stehen die Wachmannschaften und brüten vor sich hin. Bestimmt sind sie schon durch. Als wir zur Vorderseite des Präsidentenpalastes kommen endlich Schatten. Hier wohnten alle Amerikanischen Präsidenten, bis auf Georg Washington; der legte 1791 persönlich den genauen Standort fest. Eine Reihe von Räumen können besichtigt werden. Jedoch sollten Sie sich früh am Morgen Eintrittskarten besorgen.

Uns reicht es inzwischen. Fast! Auf dem Weg zum Auto - welch ein Zufall - liegt das Hard Rock Café. Am Eingang verteilten sie bereits Wasser. Gott sei Dank sind die Wartezeiten erträglich. Dann wartet der Pool im Hotel.

Abends fahren wir zum Essen nach Georgtown. Die kleine, vornehme Stadt ist viel älter als Washington. Sie wurde 1890 eingemeindet. Die alten Bauten von Georgtown sind nett renoviert. Hier gibt es die teuersten Wohnungen und die elegantesten Restaurants, die britischsten Pubs und das interessante Nachtleben. Natürlich auch kulturelles Gut. Wir finden ein uriges Lokal, das nur empfohlen werden kann. Es gibt herrliche und riesige Rippen im Old Glory!

Sonntag
Von diesem Tag gibt es kein einziges Bild im Fotoalbum. Es ist kaum zu glauben. Wir sind um 5.45 aufgestanden und um 6.40 ging es los zu den Niagarafällen. Nach zwölf Stunden haben wir die 545 Meilen (877 km) geschafft. Abendessen im Hotel und dann noch auf die Rainbow-Bridge, die den ersten Blick auf die nächtlich angestrahlten (ab 21 Uhr) Fälle freigab.
Hinweis: Buchen Sie ein Hotel auf der kanadische Seite. Hier ist es viel schöner und vor allen Dingen gepflegter als im US-amerikanische Teil.

Montag
QEW ist die Abkürzung für den Queen Elisabeth Way. Diese Autobahn bringt uns nach Toronto (81 Meilen). Wir parken am Fuße des CN-Towers. Er ist das höchste Bauwerk der Welt und ragt 553 Meter in den Himmel. Bevor wir uns in luftige Höhen begeben, erwartet uns das erste kanadische Hard Rock Café (im Skydome gleich gegenüber).

Toronto

Dann geht's hinauf. Vom Observation Deck sind es noch schlappe 345 Meter über dem Boden. Festes Panzerglas ist eingelassen, über das wir vorsichtig gehen. Es war ein tolles Gefühl. Leider war die Fernsicht nicht besonders. An guten Tagen soll man bis zu den Niagarafällen sehen können. Und trotzdem hat sich dieser Besuch gelohnt.

Wir gehen weiter zur City Hall. Die vom Reiseführer beschriebene Aussichtsplattform ist schon seit Jahren geschlossen. Toronto ist eine schöne Stadt.
Wir wandern durch die Straßen und kommen zum Eaton Place, einem riesigen Einkaufszentrum. Gestärkt und mit den Schätzen Torontos beladen fahren wir zurück. Die Grenzkontrollen der Amerikaner sind wir immer gründlich.

Abends wandern wir mit Stativ beladen nach Kanada bis zum Horseshoe. Die Aufnahmen sind wirklich super geworden. Morgen wird es richtig naß!

Dienstag
Auf Schusters Rappen geht es zum Prospect Park. Hier steht man direkt an den amerikanische Fällen. Vom Observation Tower haben wir eine tollen Überblick. Es geht von dort aus mit dem Fahrstuhl runter zu Niagara River, zur Ablegestelle der berühmten Maid of the Mist. Wir streifen unsere blauen Plastikmäntel, besser Plastiksäcke, über und los geht's. Vorbei an den amerikanischen Fällen (American falls), deren rechter Teil (vom Fluß aus gesehen) als sog. Brautschleier-Fall bezeichnet wird. Dann fahren wir mitten in die Hufeisenfälle (Horseshoe-falls). Es wird naß! Das Wasser donnert herab und die Gischt erwischt uns voll.
Hinweis: Das erste Boot geht um 9.15 Uhr. Auf der kanadische Seite ebenfalls!

Nach dieser lohnenswerten Fahrt spazieren wir auf die Ziegeninsel, Goat Island. Cave of the winds, jetzt wird es gröber! Ölzeug und Schuhe aus einem Felllappen (neue Rechtschreibung??) sollen uns schützten. Wir lachen uns halb zu Tode, denn unsere Verkleidung sieht wirklich herrlich aus. Durch einen Gang geht es zum Fuße der American falls. Holztreppen führen mitten in die tosenden Wassermassen. Manchmal übertreiben sie es, die Amerikaner: Obwohl man klatschnaß wird, ist ein Schild no smoking am Geländer angebracht. Auf alle Fälle macht es einen riesigen Spaß!

Niagara Falls

Wir gehen zum Terrapin Point. Vor hier aus überblickt man den Horseshoe-fall. Anschließend kurze Mittagspause.

Mit dem Auto fahren wir zum Whirlpool. Hier macht der Niagara River eine Wende nach rechts und zieht im sog. Whirlpool eine Schleife. Eine toll konstruierte Gondel schwebt über den Pool hinweg. Leider ist es inzwischen so voll, daß längere Wartezeiten garantiert gewesen wären. So beobachten wir vom Rand aus die Jet- und Schlauchboote, die in den Whirlpool und in angrenzenden Stromschnellen schießen.

Wir fahren auf der kanadischen Seite zurück zum Horseshoe-fall. Mit Glück finden wir einen Parkplatz. Vom Table Rock aus sehen wir in die Tiefe. Nicht weit entfernt besteht die Möglichkeit mit dem Lift unter die Fälle zu fahren. Zwei Stunden Wartezeit sind uns jedoch zuviel. Nachdem ein gewaltiges Gewitter aufzieht, beschließen wir unsere Niagaratour. Es war wirklich toll, auch wenn der überschäumende Tourismus nicht angenehm ist.
Hinweis: Früh aufstehen ist immer gut. Mittags kommen die Massen!

Abends stürmen wir in die Outlets und kaufen ein. Morgen geht es weiter!

Mittwoch
Um 8.20 Uhr überqueren wir die Rainbowbridge und genießen den letzten, wenn auch flüchtigen Blick auf die Wasserfälle. Nach 252 Meilen, gleich 405 km, fahren wir bei Windsor durch den Tunnel unter dem Detroit River wieder in die USA nach Detroit.
Im Renaissance Center haben wir erst einmal Kaffeepause gemacht. Ich weiß nicht, warum wir uns das mit dem Kaffee immer wieder antun.
Hinweis: Daß der amerikanische Kaffee so häßlich ist, liegt nicht am Wasser. Vielmehr ist es so, daß die Kaffeebohnen anders geröstet werden als bei uns (hab' ich mal gelesen, glaube ich?).

Ein gläserner Aufzug bringt uns in den 72. Stock des Westin Hotels. Von dort oben haben wir einen tollen Blick auf den Detroit River und eine häßlich (schon wieder) Stadt. Anschließende fahren wir mit dem voll elektronisch gesteuerten people mover einmal rund um die Downtown. Wie gesagt, es ist nicht schön hier und wir sehen kaum Menschen auf den Straßen. Das ist irgendwie unheimlich.

Um 15.30 Uhr waren wir in Dearborn, einem Vorort von Detroit. Ein tolles Hotel, das Hyatt. Abends gehen wir in das nicht weit entfernte Fairlane-Einkaufszentrum, das laut Reiseführer das zweitgrößte der USA ist. Es ist wirklich riesig. In zwei Stunden - wir haben auch etwas gekauft - schaffen wir gerade den Lower Level. Es hätte noch zwei weitere Ebenen gegeben. Wir genießen unser Hotel an der Bar!

Donnerstag
Willkommen im Henry Ford Museum in Greenfield Village (geöffnet von 9 - 17 Uhr). Das Henry Ford Museum und das Dorf Greenfield Village bilden als Innen- und Außenmuseumskomplex ein Nationalmuseum, das den Innovationsgeist Amerikas würdigt. Durch authentische Gegenstände, Geschichten und Lebensdarstellung vermittelt es lehrreiche, einzigartige Erlebnisse. Das 1929 gegründete Museum gefällt uns sehr gut. Leider müssen wir gegen Mittag wieder aufbrechen. Für das Wichtigste hat es gereicht.

Auf der Fahrt nach Chicago hat es plötzlich ein Unwetter gegeben. Die Interstate 94 wurde gesperrt. Wir besorgen uns an einer Tankstelle eine Detailkarte und fahren über Schleichwege weiter. Bei Jackson kommen wir nur über Parkplätze vorwärts. Nun gut, irgendwann waren wir auf der Interstate 80 und konnten ungestört und zügig unsere Reise fortsetzen. Bei Gary ist die Umweltverschmutzung so intensiv, daß kaum mehr Sicht besteht.

Nach 7 Stunden für 300 Meilen kommen wir in Chicago an. Aus der Ferne sieht man bereits die imposante Skyline mit dem herausragenden Searstower. Das sehr empfehlenswerte Palmer House - Hilton soll für die kommenden drei Nächte unsere (Nobel-)Herberge sein.

Freitag
Der Kaffee war einigermaßen gut, hört, hört! Heute nehmen wir uns Near North vor. Wie der Name schon sagt, der nördliche Teil von Chicago. Wir wandern zum Chicago River: Marina City, genannt die Maiskolben. Diese Zwillingstürme sehen wirklich so aus. Oben Appartements, in der Mitte Parkplätze und unten die Bootsplätze. Wir hätte gerne gewußt, was das Miete kostet. Am Chicago River entlang, über den nette Brücken, die sich für Schiffe öffnen, schlendern wir vorbei am Wrigley's Building. Von weitem sieht man das noch in Wolken gehüllte John Hancock. Wir sind am Navy Pier angelangt. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Skyline. Das Riesenrad gehört uns fast alleine. Obwohl Chicago The windy city genannt wird, rührt sich kein Blatt. Das Meer ist spiegelglatt und Hochnebelschwaden ziehen um die Spitzen der Wolkenkratzer.

Chicago

Nach einer kurzen Trinkpause im McDonalds, gehen wir Richtung John Hancock Center, vorbei am Wasserturm. Der Blick ist frei, wir genießen ihn vom Observation Deck des Hancocks. Anschließend gehen wir zum Hard Rock Café und kaufen der üblichen Satz T-Shirts und ... Späte Mittagspause bei Griechen. Das Gyros ist OK.

Das futuristische State of Illinois Center, entworfen vom Nürnberger Architekten Jahn, ist unser nächstes Ziel. Es ist kaum zu glauben, aber wir können innen bis zum Büro des Gouverneurs hochfahren. Noch höher, unpolitisch, geht es dann, als wir den Sears Tower besuchen. Mit 442 Metern ist er das zweithöchste Gebäude der Welt. Im 110. Stock befindet sich die Aussichtsplattform, leider hinter Glas. Der Blick ist atemberaubend.

Abends fahren wir mit dem Auto zum Buckingham Fountain. Der Brunnen leuchtet ab 21 Uhr in herrlichen Farben. Nehmen Sie Ihr Stativ mit: Brunnen und im Hintergrund die beleuchtete Skyline sind es wert. Weiter zum Shedd-Aquarium. Von dessen künstlicher Halbinsel sehen wir Chicago Skyline pur. Die Millionen von Lichtern spiegeln sich im Wasser. Um 22.35 Uhr, mit einer halben Stunde Verspätung, beginnt ein Feuerwerk, das einen herrlichen Tag beschließt. Uns gefällt die Stadt viel besser als New York. Und hier trifft der Titel Hektik im Osten nicht zu; klar wir sind ja nicht mehr im Osten!
Hinweis: Chicago ist easy zu Fuß zu erkunden!

Samstag
Wir schlafen aus und sind um 9.15 Uhr am John G. Shedd Aquarium. Es ist, zumal für Tierliebhaber, durchaus sehenswert. Wir können nicht soviel damit anfangen, wenngleich das ein oder andere auch uns sehr gut gefällt. Nachmittags kurven wir rum, um ganz bestimmte Kleidungsgeschäfte zu finden, deren Adressen unser Kinder aus Deutschland mitgebracht haben. Die Adressen waren korrekt, jedoch weit und breit keine Geschäfte. So ist sie halt, unsere Jugend.

Um 15.00 Uhr beginnt es so maßlos zu Schütten, daß man meinte es wäre nachts. Nach einer Stunde war alles vorbei und wir fahren mit der Hochbahn rund um den Loop. Anschließend, bei toller Abendstimmung - die Luft war klar und das Licht super - spazieren wir nochmals durch die Downtown. Herrliche Fotos halten herrliche Erinnerungen fest. Wir sind - wie erwähnt - von dieser Stadt begeistert und werden sicherlich nochmal zurückkehren.

Abends gehen wir nochmal auf den Sears Tower und blicken das letzte Mal auf Chicago bei Nacht. Über dem Stadion der Cubs ein Feuerwerk.

Sonntag
Für heute haben wir uns eine kleine Reise nach Gurney vorgenommen. 45 Meilen bis zum Six Flags Great America, einem Achterbahnpark vom Feinsten. Wir fahren 7 Achterbahnen, manche auch zweimal. Eine war dabei, da sagt der Name schon alles: Shock Wave! Das war schon fast das Limit. Im Imax gibt es Flyers, super Bilder vom Grand Canyon und dem Indian Summer in Neu-England. Nach 7 Stunden haben wir den Park verlassen.

Montag
Wir fahren nach Süden; 189 Meilen sind es bis Indianapolis. Wir fahren zum Indianapolis Motor Speedway. Nach dem Besuch der Hall of Fame, in der auch Indy 500 Oldtimer ausgestellt sind, besichtigen wir die Rennstrecke. Leider mußte wegen Arbeiten an der Fahrbahn die Busfahrt auf dem Speedway ausfallen.

Bis Shephardsville, 12 km südlich von Louisville, sind es insgesamt 331 Meilen. Nach dem Check-in sind wir gleich weiter nach Bardstown, einer Stadt mit vielen schönen alten Häusern. Eigentlich haben wir die Whiskey-Fabrik gesucht, aber nicht gefunden. So bleibt uns ein Abendessen in Bardstown, Kentucky.

Dienstag
7 Meilen sind es zu Jim Beam Whiskey Destillery. Es war ein Jim Beam und sehr interessant dort. Weitere 80 Meilen zum Mammoth Cave National Park, das längste Höhlensystem der Welt wartet auf uns. n dem über 200 qkm großen Karstgebiet - nördlich vom Interstate Highway 65 - versteckt sich dieses gewaltige Höhlensystem. Wir haben Karten vorbestellt. Um 11 Uhr beginnt unsere Historic Tour. 60 Meter breite und fast eben so hohe Höhlendome, Schlunde von 30 Metern und mehr, alte Förderanlagen für Salpeter, den man während des Befreiungskrieges als Schießpulver brauchte, - der Besuch lohnt. Nur unser Führer - aber das haben wir bereits in mehreren National Parks erfahren - ist ein alter Schwätzer (hätte Pfarrer werde sollen, was nicht gegen diesen Berufsstand gerichtet ist!).

Anschließend machen wir eine 1stündige Bootsfahrt auf dem Green River. Das hätten wir uns schenken können. Es gab rechts und links nur Bäume und Sträucher, ab und zu ein Reh oder Schildkröten, die sich in der Sonne badeten.

Nach 175 Meilen erreichen wir unser Hotel in Nashville. Nach dem Abendessen fahren wir zum Broadway, kaufen im Hard Rock Café ein und schlendern ein wenig durch die Straßen von Nashville.

Mittwoch
Heute geht es nach Memphis, das wir nach 215 Meilen und 4 Stunden Fahrt erreichen. An der Great American Pyramid war leider das Aussichtsdeck noch nicht eröffnet.

Memphis

Nachdem wir im Hotel unsere Koffer untergestellt haben, schlendern wir durch Memphis. Elvis lassen wir links liegen. Eigentlich wollten wir nach der Besichtigung der kleinen Innenstadt zum Victorian Village. Ein Polizist hat uns jedoch auf dem Weg aufgehalten und gebeten umzukehren. Zu gefährlich sagte er. Das hat uns dann gereicht. Wir gehen wieder Richtung Innenstadt zum Ufer des Mississippi, der hier mit dem Wolf River zusammenfindet.

Abendessen gibt es in Friday's am Overton Square. Um es abzuschließen: Wer kein Elvis-Fan ist, vergißt am besten diese Stadt.
Hinweis: Friday's gibt es in verschiedenen Städten der USA. Wir waren schon in Orlando, New Orleans, Nashville und San Francisco drin. Diese Restaurant sind u.E. sehr empfehlenswert. Das Ambiente und das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt.

Donnerstag
Der Wetterbericht sagt schlechtes Wetter für Florida an. Hurrikans sind schon wieder im Anmarsch. Bevor wir jedoch den Sunshine State erreichen heißt unser nächstes Ziel New Orleans. Nach sieben Stunden, inklusive Pausen, haben wir die 400 Meilen bewältigt. Unser Hotel das Sheraton ist nicht so besonders. Aber es liegt direkt am Rande des French Quarters und von unserem Zimmer im 41. Stock haben wir einen tollen Überblick.

Bald ziehen wir wieder los. Am Mississippiufer liegt das World Trade Center, von dessen Aussichtsplattform wir tolle Blicke über die Stadt und den Fluß genießen. Es ist furchtbar heiß und schwül. Weiter geht es zum River Walk, einer Strandpromenade und einem Einkaufszentrum. Dann gehen wir ins French Quarter und bummeln ein wenig, ohne unser Ziel, das Hard Rock Café, aus den Augen zu verlieren. Für heute ist es genug.
Hinweis: Achtung Computerfreaks: Heute erscheint in den USA Windows 95. Unvorstellbar, was in den Medien los war.

Freitag
Am River Walk kaufen wir uns die Karten für den Trolley Bus, der um 10 Uhr vom Jackson Square losgeht. Die interessante Stadtrundfahrt beginnt im French Quarter, geht über Garden- und Warehouse District zum Superdome, dem größten überdachten Stadion der Welt. Wir besorgen uns Karten für das abendliche Football-Spiel (103 Dollar für zwei Kinder, einen Erwachsenen!).

Wir steigen wieder in einen Trolley ein und fahren weiter zum Lougue Vue House. Vorbei an Gräbern, die wegen des Grundwasserspiegels in die Höhe gebaut sind, zum City Park, in dem die Rundfahrt eine kleine Pause einlegt. Weiter zur Endstation dem French Market (Gemüse- und Flohmarkt). Im Café du Monde haben wir herrlichen Cappuccino getrunken. Ein Dixieband spielt auf.

Wir gehen entlang des River Walks und besteigen die kostenlose Fähre über den Mississippi. Bei der Überfahrt über die braune Brühe haben wir einen schönen Blick auf die Skyline mit St. Louis Cathedral.

New Orleans

Wir durchwandern das French Quarter. Die berühmte Bourbon Street kann man vergessen. Nepp wie auf St. Pauli, - oder fast so. Aber ansonsten ist es schön hier. Die Balkone schauen super aus, - dieses Viertel hat wirklich etwas, auch wenn es nicht sehr sauber ist. Besonders nett sind die Hinterhöfe. Viele sind verschlossen und gestatten nur einen entfernten Blick. Wir hatte jedoch Glück und ein Hiesiger hat uns hereingebeten. Toll!

Abends ging es zum Football in den Superdome. Gewaltig. Es spielen die New Orleans Saints gegen die Detroit Lions. Dieses Pre-Season-Spiel endet 21:7. Es ist unvorstellbar, wie die Amerikaner einen Sport betrachten. Was heißt hier betrachten. Alle Sekunden steht einer auf, kauft sich etwas zu essen. Das Spiel ist wirklich Nebensache. Der Geräuschpegel ist hoch. Aber nicht von Anfeuerungsrufen, sondern von dem permanenten Geschwätz.

Samstag
Wir fahren in den Deep old South, obwohl es Richtung Norden geht und statten der Nottoway Plantage einen Besuch ab. Sie liegt direkt am Mississippis. Die Führung durch das Herrenhaus der Familie Randolph ist interessant. Alles echt und stilvoll. Von der Veranda aus Blick auf den Fluß. Man fühlt sich zurückversetzt in die Sklavenzeit. Baumwollfelder haben wir im übrigen kaum welche gesehen.

Weiter nach Baton Rouge. Die Stadt, die die Joplin schon besang, kann man vergessen. Auf der Rückreise, an der Interstate 10, Exit 177: Outlets. Wir kaufen sie leer. Mittlerweile sind wir schon so weit, daß wir eine zusätzliche Tasche brauchen. Dem nicht genug. An der Einfahrt nach New Orleans liegt das Esplanade Einkaufszentrum; Abendessen, u.a. versteht sich.
Hinweis: Nehmen Sie eine leere Reisetasche mit, besonders dann, wenn Sie Frauen an Bord haben!

Sonntag bis Mittwoch
Der Wetterbericht sagt inzwischen gutes Wetter für Florida voraus. Alle Wirbelstürme sind aufs Meer hinaus gezogen. Wir verlassen New Orleans über das längste Brückensystem der Welt. 39 km geht es über das Wasser des Lake Pontchartrain. Der See selbst ist zwar riesengroß, jedoch an seiner tiefsten Stelle nur 4,5 Meter tief. Draußen sieht man die Fischer bei der Arbeit. Bei Pensacola verlassen wir die Interstate 10 und genießen die prächtigen Strände. Zwischenstation im U.S. Naval Aviation Museum. Dort kann man mehr als 75 Flugzeuge sehen - von der historischen NC-4 bis zu einem Skylab-Modell. Dieser Navystützpunkt ist Heimat der berühmten Blue Angels.

Nach 336 Meilen sind wir in Panama City Beach. Der Ort erinnert stark an Cattolica oder andere italienische Küstendörfer. Unser Hotel liegt direkt am schneeweißen Stand. Wir verbringen drei wunderschöne Tage an demselben.
Hinweis: Hier, am Golf von Mexico, ist es wirklich wunderschön. Das Strandleben selbst jedoch ist mit Spanien oder Italien nicht vergleichbar. Wer es liebt guten Cappuccino am Strand zu genießen oder abends durch die Schaufensterstraßen zu bummeln, der sollte lieber in Europa bleiben.

Donnerstag
Das Faulenzen ist vorbei, wir gehen wieder auf Tour. Immer entlang der Küste geht es nach Wakulla Springs. Aus 56 Meter Tiefe sprudeln pro Minute über zwei Millionen Liter Wasser in einen kristallklaren Quelltopf. Wir chartern ein Boot, das uns durch den tier- und pflanzenreichen Quellsee bringt. Alligatoren, Adler, und und und begleiten uns. Rundherum stehen herrliche Zypressen. Es ist wie im Urwald. Der Abstecher hat sich sehr gelohnt und ist absolut zu empfehlen.

Über Tallahassee, die Hauptstadt Floridas, erreichen wir wieder die Interstate 10. Es geht nach Osten. Auf der Interstate 75 kündigen überdimensionale Werbeschilder Orlando und Disneyworld an. Im Welcome Center haben wir Karten für die Universal Studios wesentlich billiger als vor Ort gekauft. Für Disneyworld gab es nur 4- oder 5-Tagespässe. Wir waren schon da und so war nichts für uns dabei.

Nach 11 1/2 Stunden und 436 Meilen erreichen wir das Disney Ressort The Swan. Ein tolles Hotel. Nachdem dies unsere letzte Station ist, haben wir unseren Kofferraum von Plastiktüten befreit, in denen die Schmutzwäsche ihr Dasein fristete. Obwohl nicht zu diesem exklusiven Hotel passend, erlaubt es die US-amerikanische Mentalität, so ins Hotel einzuziehen. Ein bißchen peinlich war's schon.

Abends besichtigen wir die Hotelanlage. Sie hat gigantische Ausmaße. Das Schwesterhotel (sagt man das so?), Dolphin, ist noch ein bißchen schöner. Pools, Wasserrutsche, Badestrand (Sand aus Hawaii!), alles da. Die Zimmer sind zwar schön, aber nicht sehr groß.

Freitag
Um 9.00 Uhr sind wir in den Universal Studios. Es war schon ziemlich was los und es war gut, daß wir die Eintrittskarten schon hatten. Erstes Abenteuer war der weiße Hai. Hier ist alles viel besser gemacht als in Los Angeles (siehe Reisebericht Küste und Wüste). Weiter zum Back to the future. Eine tolle Verfolgungsjagd im Simulator. Beetlejuice Show! Die Anlage ist toll gemacht. Kleine Läden, mit Straßenszenen, z.B. S.F. Fisherman's Wharf, New York. Zwischendurch ein Besuch im Hard Rock Café, das direkt von den Studios zugänglich ist. Wir haben alles geschafft bis auf E.T.. Dieses Fahrgeschäft hatte zwischendurch technische Probleme und dann war die Schlange riesengroß.
Hinweis: Wie gesagt, es ist immer viel los. Ein halbe Stunde vor Öffnung sollten Sie schon da sein, um nicht schon an der Kasse genervt zu sein. Vielleicht finden Sie aber auch am Vorabend Zeit, die Karten zu besorgen.
Nach 9 Stunden reicht es. Wir fahren noch zum Disney und besorgen uns Tageskarten für morgen. Nach einem italienischen Abendessen geht ein langer Tag zu Ende.

Disneyworld Orlando

Samstag
Nachdem wir Disneyworld ausgiebig in 1993 genossen haben, reicht uns heute ein Tag. Nähere Beschreibungen entnehmen Sie bitte Florida, der Start. Eine neue Attraktion sein 1993 war der Alien Encounter. Super, aber nichts für schwache Nerven! Nach der Micky-Parade um 15.00 Uhr sind wir zurück ins Hotel. Zwei Stunden vor der Electric Parade haben wir uns einen Platz gesichert. Es geht kaum anders. Doch der Abend mit Parade und Feuerwerk entschädigt für die Mühen.
Hinweis: Ausführlichere Beschreibungen Magic Kingdom, EPCOT und MGM-Studios entnehmen Sie bitte Florida, der Start

Sonntag
Heute ist Badetag. Mit dem Water-Park-Hopper-Paß, den wir uns in der Hotelhalle besorgen, haben wir Zugang zu den Disney Wasserparks. Erstes Ziel: Typhoon Lagoon. Hier gibt mit lautem Getöse die größte künstlich erzeugte Welle der Welt. Mit ca. 2 - 3 Metern Höhe braust sie auf uns zu. Es ist ein Wunder, daß bei dieser Menge an Leuten nichts passiert. Die Rutschbahnen sind weniger gut. Der Park ist schon relativ in die Jahre gekommen.

Gegen Mittag wechseln wir zum Blizzard Beach Wasserpark. Er ist wegen Überfüllung geschlossen. Und hier kommen die Vorteile zum Tragen, die man als Disney-Ressort-Gast hat. Wir durften rein. Dieser Park ist wirklich super. Bei einer Hitze von mehr als 30 Grad erhebt sich eine gigantische, mit Schnee bedeckte Bergwelt. Sprungschanzen, Bobbahnen, Sessellift, Parallelslalom, Almhütte,- alles ist da.

Abends besuchen wir noch den Marketplace. Viele nette kleine Geschäfte laden zum Kauf ein (wir brauchen noch eine Tasche!).

Montag
Unser vorletzter Tag (meinen wir zumindest) beginnt. Wir schlafen aus und verbringen ihn am Hotelstrand. Abends fahren wir nach Orlando, in die Church Street Station, die den alten, kleinen Stadtkern bildet. Rund um den Bahnhof gibt es Salons, Geschäfte und Vergnügungen im alten Westernstil mit toller Atmosphäre. Empfehlenswert! Hier bekommen wir auch das Behältnis, das wir noch brauchen. Einen Seesack, in der Größe, wie sie unsere Bundeswehr hat. Einpacken!

Dienstag
Heute geht es heim, glauben wir jedenfalls. Um 9.00 beim Frühstück blicken wir auf eine schöne Amerikareise zurück. Auto vollgepackt und zu Alamo gefahren. Der Weg war gut beschildert und so haben wir es gleich gefunden. Um 10.45 Uhr waren wir am Flughafen, viel zu früh, aber die Deltaschalter waren schon geöffnet. Kaffee und Shopping im Flughafen. Die Zeit vergeht dann doch ziemlich schnell und um 14.45 Uhr durften wir ins Flugzeug.

You'll love the way we fly!, soweit die Deltawerbung. ... if we fly!, soweit die Fakten. Nachdem wir schon eine Stunde in der alten Boing 727 verbringen, rollen wir endlich zur Startbahn. Kurz vor dem Start - die Triebwerke heulten bereits auf - ging es zurück zum Terminal. Der Kapitän meldet ein technisches Problem, kein Wunder bei diesem Seelentröster. Sofort kommt ein Wagen mit Mechanikern, die am Flügel rumschraubten. Ein tolles Gefühl! Mittlerweile ist es 15.30 Uhr. Um 18.10 Uhr geht unser Anschluß vom JFK. Wenigstens können wir nach drei Stunden raus zum Rauchen. Dann heißt es: Alles aussteigen und zurück zum Schalter. Flight canceled! Es dauert ewig, bis wir dran sind. Halbe Dramen spielen sich ab. Einer Dame, die nach Tel Aviv unterwegs war, haben sie die Koffer nach New York geschickt. Sie mußte bleiben, ebenso wie wir.

Mit Gutscheinen ausgestattet, verbringen wir die Nacht im Hyatt, das direkt im Orlando Flughafen ist. Wir lassen uns ein tolles Abendessen auf Kosten von Delta schmecken.

Mittwoch
Zweiter Versuch. Um 12.00 Uhr heben wir mit einer MD 88 ab in Richtung New York. Am meisten hat uns geärgert, daß wir den Telefongutschein für 10 Dollar nicht benutzen konnten, da offensichtlich die Telefonanlage des Hotels kaputt war und wir keine Verbindung nach Deutschland bekamen. Wie kleinbürgerlich! Probleme gab es noch mit den Sitzplätzen nach München. Klar, wir waren für heute nicht eingeplant. Das war das letzte Mal mit Delta!

Die TriStar L500 schaffte es in 7 Stunden nach München, wo wir nach 5 Wochen USA glücklich um 7.51 Uhr landeten.

Es war wieder ganz toll, aber im Westen ist's schöner!!!!! Bye, see you in 1996, surely!


« Wo Straßen enden, beginnt Dein Weg! »
« Where the road ends, your hiking trail begins! »

Monika Zehrer | Fritz Zehrer