Logo USA Base Camp

USA Reisen USA Travel
Drive. Hike. Repeat. [2023]
California, Nevada, Utah, Arizona, New Mexico








Reisestationen


Ziel
Nächte
Hotel
Stars
San Francisco
2
Hilton San Francisco Financial District
***
South Lake Tahoe
3
Hampton Inn and Suites
***
Santa Rosa
3
E Hotel
****
Mount Shasta
4
Best Western Plus Tree House
***
Ely
3
Holiday Inn Express & Suites
***
Cedar City
3
Best Western Town and Country Inn
**
Las Vegas
3
Vdara Hotel & SPA
****
Winslow
2
La Posada Hotel and Gardens
***
Santa Fe
3
Chimayo de Santa Fe
***
Tucson
2
Hampton Inn Tucson Downtown
***
Las Vegas
3
Park MGM Las Vegas
****
Pismo Beach
2
Inn at the Pier
***





Reiseroute


Landkarte - Drive. Hike. Repeat. [2023]


Reisebericht


Prolog

Einen USA Urlaub zu genießen ist schwieriger geworden!

Diese Aussage resultiert aus der Tatsache, dass die Kosten für Hotels, Essen und Trinken in intergalaktische Höhen geschnellt sind. Gleichzeitig wurde der Service drastisch eingeschränkt. "Housekeeping" gibt es inzwischen meist nur noch "on request", und die Bettelei nach Trinkgeldern ist in Branchen vorgedrungen, ich sage nur "Starbucks", wo sie nichts zu suchen hat. Sind 5 bis 7 Dollar für einen kleinen "Flat White"" nicht genug? Und auch wenn die Benzinkosten bald europäische Ausmaße erreichen, werden die Autos immer größer. Na dann!

Das Problem ist vielfältig. Die Konzerne bereichern sich, zahlen teilweise keinen Mindestlohn, der in den USA inzwischen immerhin auf 17 USD pro Stunde gestiegen ist, und bieten gleichzeitig den Angestellten an, sich beim Bezahlvorgang einen Tip von bis zu 25 % zu sichern. Ein 0,3 Heineken an der Bar in Las Vegas verschlingt inzwischen 9 - 11 US-Dollar, der Aperol Spritz wird mit 20 berechnet. Über Land ist es zwar etwas günstiger, aber kaum besser. Der Verbraucher staunt nur noch und wird vermutlich überwiegend Konsequenzen ziehen, respektive Konsequenzen ziehen müssen.

Bild von Jelly Belly fuer 11 US-Dollar

Wenn sich dann aber die Weite des Landes öffnet und die Fahrzeuge auf der Interstate in der Ferne wie krabbelnde Ameisen auf ihrer Straße aussehen lässt, die von einer sich durch die Landschaft fressenden Raupe der "BNSF Railway" auf Schienen begleitet werden, sind alle Tatsachen in den Hintergrund gedrängt. Meile für Meile verliert der Ärger an Geschwindigkeit und die Schönheit der Natur tilgt irgendwann auch den letzten negativen Gedanken.

Willkommen bei knapp 5 Wochen voller USA-Eindrücke auf 6.660 Fahr-Meilen (9.144 km) und 148,98 Wander-Meilen (239,71 km)!

Bild von San Francisco


Mittwoch, 06.09.2023

Der Online-Checkin bei der Lufthansa war früher als in der Vergangenheit möglich, spuckte aber keine Bordkarte, sondern nur eine Checkin-Bestätigung aus. Darauf stand, dass wegen behördlicher Auflagen keine elektronische Bordkarte ausgestellt werden kann. Aha? Als wir dann die Koffer am Abend abgeben, bekommen wir die Bordkarte ausgedruckt. Ich liebe das papierlose Deutschland!

Uns war immer noch nicht klar, warum das nur so funktionierte, jedoch mit der Erfahrung von 30 Jahren USA Reisen hat es uns nicht unbedingt beunruhigt. Auf zum bayrischen Abschiedsessen, - morgen werden wir es vermutlich erfahren.


Donnerstag, 07.09.2023

Oha, SSSS auf der Bordkarte. Das ist nicht gut!

Lufthansa Bordkarte

Wie so oft bringt Google Links zu Horrormeldungen bei den Ergebnissen. Objektiv richtig ist, dass nach 9/11 von den USA eine Liste eingeführt wurde, die eine Software nach von den USA bestimmten Kriterien erzeugt. SSSS bedeutet "Secondary Security Screening Selection". Und, um es vorweg zu nehmen, so war es dann auch, nämlich eine zusätzliche Personen- und Handgepäck-Kontrolle, die sehr schnell erledigt war. Richtig ist aber auch, dass wir die Rucksäcke getauscht haben, um die Komplexität zu reduzieren. Mein Technik-Rucksack machte den Bergschuhen Platz, die im anderen Rucksack waren.

Selbst bei 5 Wochen Standzeit ist die Fahrt mit dem eigenen Auto zum Parkservice Krätschmer in Hallbergmoos günstiger, als zwei Taxifahrten zum Münchner Flughafen. Und so kommen wir schnell und zuverlässig in die Business-Lounge, in der die Zeit reif für Leberkäs' ist. Das Warten beginnt.

Das Boarding begann pünktlich, nur das Verladen des Gepäcks dauerte, so dass der A350-900 der Lufthansa mit 35 Minuten Verspätung Fahrt aufnahm. Aber diese Verzögerung wurde aufgeholt und so kamen wir ziemlich ausgeschlafen an der Immigration an, die wiederum von Bürokratie befreit wurde. Keine Fingerabdrücke und keine Stempel, - willkommen in den USA, willkommen in San Francisco! Die Immigration war so schnell wie noch nie. Und auch auf die Koffer mussten wir nicht lange warten. Geht doch!

Als wir bei Hertz eintreffen, fehlt jedoch unser Name auf der Tafel. Also rein ins Office und dann bekommen wir einen nagelneuen Tahoe LT. Zu früh gefreut, - nach dem Start die sofortige Aufforderung zum Ölwechsel. Fast schon Standard inzwischen, aber das letzte Mal hat sich Hertz geweigert, den von uns durchgeführten Wechsel zu bezahlen. Wir hätten vorher anrufen sollen. Also zurück und das nächste Auto angemietet. Das sind die "schönen" Dingen, die man nach einem langen Flug so braucht und eigentlich sind wir bei Hertz Gold Member, damit wir so etwas nicht erleben müssen. Egal, der riesige Ford "Expedition XLT" hat 978 Meilen drauf und ist entsprechend gut in Schuss!

Bild Ford Expedition

Nach 13 Meilen waren wir im Hilton im Financial District von San Francisco. Das Auto konnten wir selbst parken und nach einem Bier an der Bar genießen wir nur noch kurz die Aussicht vom 21. Stock auf das beleuchtete San Francisco. Gute Nacht!


Freitag, 08.09.2023

Ab 2 Uhr früh waren die Augen nur noch teilweise geschlossen. Um 4 Uhr sind wir dann auch aufgestanden, es war genug. Gut, wenn dann im Hotelzimmer eine Kaffeemaschine zur Verfügung steht.

Um 6.45 Uhr brechen wir zum Ferry Building am Ende der Marketstreet auf. Die Straßen sind noch dunkel, aber die arbeitende Bevölkerung bereits teilweise auf dem Weg. Die Szenerie ist atemberaubend! Das Ferry Terminal ist gleichzeitig eine wunderbare Aussichtsplattform, um den Sonnenaufgang über der Bay zu erleben.

Im Vordergrund spannt sich der letzte Teil der Oakland Bay Bridge von Treasure Island über die Bay in die Stadt. Im Hintergrund sind die mächtigen Kräne der Hafenanlage von Oakland zu sehen. Und dann beginnt das Schauspiel. In verschiedenen Orangetönen schiebt sich das Licht über den Horizont der Las Trampas Ridge. Die Brücke unterbricht in fast schwarzem Kleid den immer heller werdenden Morgenhimmel. Dieses erste Licht spiegelt sich in den Glasfassaden der Wolkenkratzer, die am "The Embacadero" stehen. Und dann, an Dramatik kaum zu überbieten, schiebt sich unser Stern langsam, aber stetig in das Bild. Einfach toll!

Bild San Francisco
Bild San Francisco

Wir suchen Kaffee, finden aber im Ferry Building und in der näheren Umgebung keinen. Alles noch zu! So kaufen wir am Automaten unser Ticket für die Wasserfahrt nach Sausalito zum halben Preis für Senioren (7 USD). Die Fähre legt pünktlich um 7.35 Uhr ab und San Francisco erstrahlt inzwischen in der Sonne. Der Salesforce Tower in der Mission Street überragt die Skyline, die Transamerica Pyramid erscheint subjektiv viel kleiner als in der Vergangenheit. Als fester Bestandteil der Szenerie thront der Coit Tower auf einem Hügel über der Stadt. San Francisco, du bist immer noch wunderbar!

Bild San Francisco

Nachdem wir das Treasure Island und Alcatraz passiert haben, bläst die Luft den Nebel durch das Golden Gate. Unser Schiffchen wird umschlungen, die Golden Gate Bridge ist nur vage und nur teilweise zu erkennen. Doch die Einfahrt in die Richardson Bay vor Sausalito bringt die Sonne zurück. Oberhalb des Städtchens bedeckt die weiße Pracht die Hügel der Marin Peninsula.

Bild Sausalito

Zeit für Frühstück! Wir gehen vom Landesteg 0,6 Meilen nach Norden zum Lighthouse Cafe. Die ersten Eier! Gut war's, aber 54 Dollar. Nun ja, das hatten wir schon. Frisch gestärkt stehen wir vor den Treppen der Excelsior Lane an der Ecke zum Bridgeway. Der erste Hike beginnt und er wird gewaltig.

Es geht die Excelsior Lane entweder über Treppen oder "schrägen" Teer nach oben. Bei der Querung der Buckley Avenue ist die Lane etwas nach links versetzt. Der Fußweg reicht dann bis zur San Carlos Avenue. Der folgen wir kurz nach links und dann führt die Spencer Avenue, die sich ziemlich windet, weiter nach oben. Es bieten sich schöne Ausblicke auf die Bay. Nach 0,9 Meilen Anstieg sind wir am Freeway 101 angekommen und verlassen nun die Spencer Avenue nach rechts in den Monte Mar Drive. Die kommende Unterführung nehmen wir nach links und sind auf der anderen Seite der 101 am Trailhead des Morning Sun Trails gelandet.

Excelsior Lane Sausalito
Blick auf die Richardson Bay Sausalito
Morning Sun Trail Schild

Nun erwartet uns ein "echter" Wanderweg, der im Wald über Serpentinen und Stufen weiter nach oben führt. Die Vegetation wird immer grüner, die Pflanzen sind durch den Nebel fast täglich bewässert. Aus dem Wald heraus sind Gebäude sichtbar, die an der Wolfback Ridge Road stehen. Wir sind am höchsten Punkt unserer Wanderung. Schön ist es hier und der Blick in die Golden Gate National Recreation Area wird immer interessanter. Nach gut 1,5 Meilen sind wir oben, es geht nun auf den Coastal Trail, der uns zur Golden Gate Bridge führen soll.

Aufstieg Wolfback Ridge
Coastal Trail

Nach 2,2 Meilen sieht man einen Pfeiler der Golden Gate und die Antenne der Twin Peaks. Die Fahrspur führt in den Nebel, der auch den Rest der Brücke bedeckt. Wir sind nun 2,6 Meilen unterwegs und die Abwärtsstrecke gibt links einen kleinen, wunderbaren Viewpoint frei.

Coastal Trail
Golden Gate Bridge vom Coastal Trail

Der Blick weitet sich um die Skyline von San Francisco, die wie vom Nebel getragen in der Luft hängt. Nach fast 3 Meilen führt der Coastal Trail nach links und dann geht es in langgezogenen Serpentinen hinunter zur Brücke, die wir nach 4 Meilen erreichen.

Bild Skyline San Francisco

Ein Weg führt unter der Brücke hindurch und endet auf der gegenüberliegenden Seite am H. Dana Bowers Rest Area & Vista Point. Schilder warnen davor, etwas im Auto liegen zu lassen. Wir gehen nun auf die Golden Gate und überqueren die gleichnamige Meeresenge. Natürlich treffen wir jede Menge Touris auf Rädern oder zu Fuß. Man ist ständig damit beschäftigt irgendwem auszuweichen. Die Seite gegenüber ist momentan wegen Bauarbeiten gesperrt, so dass es naturgemäß enger als normal wird. Weitere 1,7 Meilen sind es bis auf die andere Seite.

Bild Pfeiler Golden Gate Bridge
Bild Golden Gate Bridge

Sofort nach der Brückenquerung nehmen wir nach links den Fußweg vorbei an Fort Point zum Chrissy Field und über die Marina erreichen wir dann nach 12,5 Meilen unseren Ausgangspunkt von heute früh, das Ferry Building. Zwischendurch noch eine notwendige Stärkung im Starbucks. Auf zum Hotel und wir haben es zwar gewusst, sind aber doch ziemlich erschrocken, dass in den Nebenstraßen der Market Street inzwischen Zelte der Obdachlosen stehen. Nach 5 Stunden und 13,5 Meilen sind wir wieder im Hotel und ziemlich fertig mit der Welt.

Wir schleppen uns vor dem Abendessen noch an die Hotelbar. Das Palio Restaurant gleich neben dem Hotel war fast leer und das am Freitag Abend. Das Essen war ok, der Preis gelinde gesagt eine Unverschämtheit. Aber der Wein aus der Toskana hat alles "repariert". Gute Nacht!

Was war das für ein spektakulärer Einstieg in unseren Urlaub, - sehr anstrengend, aber wunderschön!



Samstag, 09.09.2023

Um kurz vor 7 geht es los, es ist leicht bewölkt bei 15 Grad Celsius. Das Frühstück in Mel's Diner war amerikanisch und gut, leider wie gestern über 50 Dollar. Wir hoffen, dass "es über Land" entscheidend günstiger wird.

Über die Golden Gate Bridge verlassen wir San Francisco, - die US 101 führt uns vorbei an unserer gestrigen Wanderung und weiter nach Norden.

Kurz vor der Interstate 580 biegen wir in braune Hügellandschaften ab und über das Geronimo Valley und den Sir Francis Drake Blvd. erreichen wir die California Highway No. 1. Hier im Norden von San Francisco windet sie sich, wie wenn sie die Besuchermassen abwehren wollte. Aber jetzt um die Zeit ist noch nicht viel los. Kurve für Kurve kommen wir der Point Reyes National Seashore immer näher. Leider hat der Nebel die Halbinsel in Besitz genommen, als wir nach links auf die Chimney Rock Road abbiegen. Kurz darauf ist der gleichnamige Trailhead und wir parken unser Auto.

Der ausgetretene Pfad führt auf der Landzunge zunächst 0,4 Meilen in Richtung der westlichen Klippen. Wild türmen sie sich im Meer und von ihnen geschützt liegen ein paar Seelöwen faul auf der Haut. Eine sehr schöne Szenerie, die durch den Nebel einen mystischen Touch bekommt. Dann geht es weiter an das östliche Ende der Halbinsel, das wir nach knapp einer Meile erreichen. Von den Klippen herab haben wir eine gute Sicht auf den Chimney Rock und links daneben einen sehr schönen Sea Arch. Der Kaminstein ist frei von Ruß, die Vogelkolonie hatte andere Pläne.

Bild vom Trail zum Chimney Rock - Point Reyes
Bild von Seelöwen am Point Reyes
Bild vom Chimney Rock - Point Reyes
Bild von der Felsenlandschaft am Point Reyes

Auf dem Rückweg nehmen wir den ausgetretenen Pfad an der südöstlichen Küste entlang. Wir kommen den Klippen näher, deshalb ist dieser Trail eigentlich verboten, - "uneigentlich"" auch. Nun gut, der Blick entschädigt, die gefährlich zerklüftete Landschaft ist einfach nur toll. Seelöwen, ein weiterer Sea Arch und schöne Brauntöne liegen unterhalb der Abhänge.

Nach gut 2 Meilen sind wir wieder am Trailhead von dem aus ein zweiter Hike gestartet wird. Wir gehen kurz die Service Road und dann links den Trail zum Elephant Seal Overlook. Nach einer viertel Meile sind wir am Ende des Trails und schauen ins Leere, die vor der Küste gähnt. Kein Tier zu sehen, also zurück zum Trailhead. Wir fahren bis zum Kreisverkehr und dann nach links in die Lighthouse Road.

Der Parkplatz ist schon voll, aber wir haben Glück. Der Anmarsch ist easy, - eine unwesentliche Schräge führt zu den ersten Gebäuden. Aber nun heißt es Treppen steigen. Über 300 Stufen führen nach unten und nach insgesamt 0,6 Meilen sind wir am Leuchtturm. Die Felsen auf beiden Seiten der Treppen sind typisch für die Küste im südlichen Kalifornien. In allen Brauntönen finden sich teilweise sehr symmetrische und ausgefeilte Strukturen. Schön!

Bild vom Trail zum Lighthouse - Point Reyes
Bild von Felsen am Lighthouse Trail - Point Reyes
Bild von einem Walskelett am Point Reyes Lighthouse Trail
Bild vom Lighthouse am Point Reyes

Auch der Leuchtturm ist nett, im Inneren gibt es ein paar alte Maschinen anzusehen und außen ziehen die Nebelschwaden über das Gebäude und die Felsen. Und dann der Rückweg, - Stufe für Stufe, Schritt für Schritt geht es nach oben. Na ja, möglicherweise hängt uns der gestrige Hike noch in den Knochen, aber auf alle Fälle war es nicht so einfach.

Im Hinterland scheint die Sonne, das Thermometer ist auf 81 Grad Fahrenheit, das sind immerhin 27 Grad Celsius. geklettert. Auf kleinen Landstraßen bewegen wir uns wie auf einer Achterbahn in Richtung des Napa Valleys nach Osten. In Novato treffen wir auf den nördlichen Zipfel der Bay und es geht gerade aus nach Vallejo. Als wir über den Napa River in den Ort fahren kommt rechts ein See, der hunderten von Obdachlosen als Quartier dient. Sie campen hier im Müll.

Auf der Interstate 80 erreichen wir einen Walmart, der unsere Vorräte zum Verkauf anbietet und dann über einige Staus auch Sacramento, die Hauptstadt von Kalifornien. Im Eldorado National Forest geht es hinauf nach South Lake Tahoe.

Nach 278 Meilen haben wir das relativ neue Hampton Inn and Suites erreicht. Unser Zimmer ist schön und groß. Und nach der Dusche wandern wir zum Abendessen in den Riva Grill. Direkt am See liegt diese sehr schöne Lokation und das wissen auch andere, - gut, dass wir reserviert haben. Das Essen war ok, - der Rombauer fantastisch!

Bild vom Riva Grill South Lake Tahoe

Auf dem Nachhauseweg hatten wir dann noch eine unheimliche Begegnung. Es war ein Weg am Waldrand, rechts Wohnungen, der zu gehen war, da kam uns ein Typ entgegen, der seine Kapuze aufgesetzt hatte. Körperspannung, aber dann ein sehr freundlicher Gruß. Jeder ging weiter und als die Begegnung schon fast vergessen war, bemerkten wir den Typen erneut im Rücken. Er ist wohl umgekehrt und jetzt? Er überholte uns, wünschte uns einen schönen Abend und drehte wieder um. Strange ... möglicherweise nur ein Spinner, aber wir haben unsere gesamten Papiere, Karten, Handys und den Autoschlüssel am Mann, wenn es im Hotel keinen Safe gibt. Nun ja.


Sonntag, 10.09.2023

Das Frühstück im Hotel war wirklich sehr gut und so fahren wir um 7.30 Uhr gestärkt bei sonnigen, aber "zapfigen" 8 Grad Celsius los. Am Trailhead zu den Eagle Falls war schon "Feuer unter dem Dach". Wirklich den letzten Parkplatz haben wir noch bekommen. Ja, es ist Sonntag. Entsprechend touristisch mutet der erste Teil des Trails an und natürlich sind auch einige unterwegs. Da die Eagle Falls und der gleichnamige Lake leicht zu erreichen sind, ist natürlich an Einsamkeit nicht zu denken.

Ein steiniger Weg führt bereits nach 0,2 Meilen zu den Falls, die wir nach kurzer Sichtung über eine Brücke queren. Wir folgen dem Schild zum Eagle Lake und tauchen bald in die Desolation Wilderness ein. Es sind 0,5 Meilen bis zu einem Felsplateau, das den Anfang für einen schönen und felsigen Pfad bietet. Er führt am Creek entlang nach oben.

Bild vom den Eagle Falls - Eldorado National Forest - South Lake Tahoe

Eine Meile liegt hinter uns und der Weg geht nun nach rechts zum See. Es sind nur ein paar Schritte zum Eagle Lake. Der Gebirgssee liegt ruhig und ist von Bergen eingekesselt. Leider kräuselt der Wind ein paar Wellen in das Wasser, so dass sich die umliegende Wald- und Bergwelt nicht spiegeln kann. Trotzdem, - schön ist es hier!

Wir gehen zurück zum Trail und wandern weiter nach oben. Jetzt ist niemand mehr unterwegs und wir genießen es. Bald wird der Wald lichter und teilweise geht es über glatten Fels nach oben. Es hat Ähnlichkeit mit dem Yosemite. Auf ungefähr 2.500 Metern ist der Eagle Lake Trail zu Ende. Wir sind nun 2,2 Meilen unterwegs und finden im lichten Wald schöne Felsen. Hier beginnt der Bayview Trail, den wir nach links nehmen. Einige Backpacker, die sich auf dem Heimweg von den Velma Lakes befinden, nehmen auch diesen Trail zu deren Autos. Wir wollen einen Bay View ergattern.

Bild von Felsen am Bayview Trail - Eldorado National Forest - South Lake Tahoe
Bild von Felsen am Bayview Trail - Eldorado National Forest - South Lake Tahoe

Felsen und Wald bleibt das Motto des Trails. Wirklich schöne Boulder thronen oben neben dem Wanderweg, der immer weiter den Maggies Peaks entgegen geht. Am Ende führt uns der Trail hinunter und der Ausblick auf den Granite Lake, den Cascade Lake und der Emerald Bay im Lake Tahoe ist gut. Nach 3,7 Meilen und 3 Stunden machen wir kehrt, nachdem wir Backpacker gefragt haben, ob es einen Verbindungstrail zwischen dem Ende des Bayview und dem Anfang des Eagle Lake Trail gibt. Schade, leider nicht.

Bild von der Emerald Bay - Eldorado National Forest - South Lake Tahoe
Bild vom Eagle Lake Bayview Trail - Eldorado National Forest - South Lake Tahoe

Die Gegend ist herrlich, viele Seen unterbrechen die Felsen und den Wald. Wie erwähnt, ein Yosemite Feeling stellt sich ein. Nach 5,5 Stunden sind wir wieder am Auto. Das war eine wunderschöne Wanderung in einer tollen Landschaft. Ein kühles Getränk und die Flippies tun gut. Mittlerweile ist nicht nur der Parkplatz voll, sondern auch die ganze Straße links und rechts zugeparkt.

Wir fahren die CA 89 am See entlang weiter nach Norden. Schöne Häuser stehen am Ufer, jedes hat sein Boot und einen Steg. Oben im Norden angekommen überqueren wir bei Tahoe City die Grenze nach Nevada. Wir folgen der Lakeview Avenue nach oben bis zum Trailhead des Stateline Outlook Towers. Wir parken an der Straße. Der Beginn des Trails ist an einer Schranke vor einer Service Road. Wir haben es erst auf Nachfrage erkannt.

Es geht 0,68 Meilen zum Aussichtspunkt, der in Kalifornien liegt. Wir folgen immer der Straße, die gleich zu Beginn eine Kehre nach links vollführt. Der Blick von oben auf den Lake Tahoe und auf die Kings Beach ist ganz nett.

Bild vom Lake Tahoe vom Stateline Outlook Tower - Toiyabe National Forest

Wir quälen uns dann am Ostufer durch Nevada nach Süden und sind nach 74 Meilen mit unserer Seeumrundung fertig. Dusche!

Vorher ein Oktoberfestbier in der Bar 62 und das Abendessen gibt es dann im Kalanis's. Seit 2004 serviert das Lokal sehr gutes hawaiianisches Essen. Das Tagebuch endet mit der Bemerkung, dass der Heimweg im Dunkeln liegt und viele Löcher hat. Wir haben aber alles gut überstanden :-).


Montag, 11.09.2023

Die Nacht ist rum und zum Frühstück gibt es gleich eine dicke - im wahrsten Sinne des Wortes - Überraschung. Ein Bär hängt über den Zaun! Ja, schon richtig gelesen. In South Lake Tahoe gibt es Bären, die verirren sich auch trotz Gegenmaßnahmen der Behörden immer wieder in der Stadt. Und so ein an die Zivilisation gewöhntes Tier hängt nun am Gartenzaun der Terrasse des Frühstücksraumes. Ein riesiges Teil, - leider waren wir beide so überrascht, dass die Handy-Kamera in Vergessenheit geriet. Der Holzzaun hat's ausgehalten. Gut, dass wir bei unseren Wanderungen immer eine Bärenpfeife dabei haben :-).

Wir schreiben das Jahr 2014: South Lake Tahoe hat sich im Mai noch nicht ganz vom Winter erholt. Aber wir wagen den Aufstieg zum Mount Tallac trotzdem und scheitern. Der Schnee war zu viel und zu tief, - auf halbem Wege geht es zurück. Heute, nach neuneinhalb Jahren, ist die Revanche!

Nach diesem "bärigen" Frühstück machen wir uns um 7.30 Uhr auf den Weg und wie gestern hat es 8 Grad. Das Wetter ist und bleibt schön. Und so fahren wir mit Vorfreude zum Mount Tallac Trailhead, der nur rund 9 Meilen von unserem Hotel in South Lake Tahoe entfernt liegt.

Am Parkplatz ist noch nicht viel los und so sind die Bergschuhe schnell an Frau und Mann, das GPS ist navigationsbereit und wir gehen es an. Zunächst steigen wir auf eine Ridge des Cathedral Peak. Der Trail ist steinig und es geht gut bergauf. Nach einer dreiviertel Meile sind wir am Kamm und der Fallen Leaf Lake liegt ruhig zu unserer Linken. Dieser riesige See ist schön und wenn man den Blick nach Norden entgegen die Wanderrichtung wendet, dann liegt der große Lake Tahoe sozusagen als Rückhaltebecken dahinter.

Bild von der Wanderung auf den Mount Tallac - Eldorado Mountains
Bild von der Wanderung auf den Mount Tallac - Eldorado Mountains

Es geht weiter die Ridge entlang, - nach 1,2 Meilen führt der gut sichtbare Trail dann hinunter in die Desolation Wilderness und in den Wald. Und nach 1,6 Meilen sind wir am Floating Island Lake. Umgeben von mächtigen Bäumen liegt der kleine See ruhig in seinem Bett. Die Windstille garantiert wunderschöne Spiegelungen. Eine kleine Verweildauer tut gut.

Es geht weiter nach oben zum nächsten See. Der Cathedral Lake wartet nach 2,4 Meilen. Er markiert das Ende des Waldes und so geht es über Steinstufen und guter Weitsicht hinauf. Wir queren ein kleines Boulderfeld und sind nach nicht einmal 3 Meilen an der Herausforderung des Mount Tallac. Hier haben wir vor neun Jahren aufgegeben, jedoch war damals Schnee der Auslöser.

Rechts thront ein riesiger, alleinstehender Baum und links davon verläuft der einzig erkennbare Weg nach oben, ein Anstieg voller Geröll. Der blanke Stein ist Gott sei Dank trocken, jedoch durchaus sehr glatt. Obwohl wir sehr vorsichtig vorangehen, mussten wir uns sehr konzentrieren, um den richtigen Tritt auf die Steine zu finden. Es war zwar nicht steil, aber trotzdem mühsam die Füße Schritt für Schritt mit Bedacht zu setzen. Hinzu kam die Anstrengung jedes Balanceakts, insbesondere, wenn Felsenkanten das Geläuf bestimmten. Ein sehr unbequemer Weg!


Bild vom Geröll auf dem Wanderweg zum Mount Tallac - Eldorado Mountains

Aber irgendwann nach zirka 0,3 Meilen sind wir durch und dachten, nun kann es nicht mehr so schwer werden. Und der Blick dehnt sich nun auch nach Westen zum Gilmore Lake mit den dahinter liegenden Gipfeln aus. Bergblumen bilden den Vordergrund und dann die gewaltigen Jacks und Dicks Peaks, auf denen auch noch vereinzelt Schnee liegt. Die fantastische Rundumsicht ist die Belohnung für den bisher beschwerlichen Aufstieg.


Bild vom Jacks und Dicks Peak auf dem Wanderweg zum Mount Tallac - Eldorado Mountains
Bild vom Gildmore Lake auf dem Wanderweg zum Mount Tallac - Eldorado Mountains

Ja, es ist nun wieder und Gott sei Dank ein richtiger Wanderweg, der sich nun nach Norden in Richtung des Gipfels wendet. Es geht gerade aus, links und rechts ein paar Bäume, aber hauptsächlich Wiesen. Fast ein Spaziergang! Aber der Weg wird noch hart. Die letzte Meile hat es in sich. Es geht sehr steinig und steil nach oben. Nach 4 Stunden für 4,85 Meilen sind wir am Gipfel, der über 2.500 Meter liegt, und es hat sich wahrlich gelohnt.

Bild vom Gipfel Mount Tallac - Eldorado Mountains
Bild vom Gipfel Mount Tallac - Eldorado Mountains

Wir sitzen auf den Felsen, genießen diese wunderschöne Aussicht auf Seen und Berge und machen Brotzeit. Es dauert nicht lange, bis die Gipfeltiere - es sind nur Squirrel - lästig werden. Ein Schnitzel des Apfels geschmissen und schon sind sie auf der Jagd. Die Rast ist kurz, der Rückweg droht bereits in den Köpfen und nach rund 30 Minuten wirklich.

Bild von einem Squirrel auf dem Gipfel des Mount Tallac - Eldorado Mountains

Auf geht's und offensichtlich haben die Balanceübungen beim Aufstieg geholfen. Wir sind schneller geworden, was natürlich auch an der Bergabstrecke liegt. Keine 3 Stunden später stehen wir nach insgesamt 7,5 Stunden und knapp 10 Meilen am Auto. Ziemlich fertig und der Körper tut sich schwer, die Bergschuhe schmerzfrei loszuwerden. Aber mit Ruhe und Geduld geht das. Ja, es war anstrengend, aber wunderschön!

Wir reservieren erneut im Kalani's, die Vorspeise war sehr gut, die Hauptspeise heute weniger.



Dienstag, 12.09.2023

Nachdem wir heute keinen Bären zum Frühstück hatten, verlassen wir Lake Tahoe mit dem Fazit, dass es anstrengend, aber sehr schön war. Auf dem Weg zu unserem nächsten Hike hatten wir einige Baustellen. Eine Ampel wollte partout nicht die rote Farbe ändern, also sind wir dann eben so darüber gefahren. Nach 20 Meilen ab der CA 88, oben am Pass, wurde klar warum das so war: Road closed! Mist! Wie immer bei den Amis, die Information hätte unten bei der Anfahrt stehen müssen. Und da eine alternative Strecke nicht machbar ist, fahren wir zurück zur CA 50.

Wir machen Pause in Sacramento und da wir schon einige Jahre nicht mehr hier waren, machen wir uns zu einem kleinen Stadtspaziergang auf. Auch hier in der Hauptstadt Kaliforniens sind viele Läden mit Pressspan verbarrikadiert. Nur das Capitol "ist in Bewegung", es wird umfangreich saniert. Viele Obdachlose leben in Downtown. Nach einer kleinen Runde nehmen wir wieder Fahrt auf. Neben der Interstate und den Bahngleisen sind viele Zelte auszumachen, in denen Obdachlose hausen. Hier zumindest hat der Kapitalismus versagt, auch wenn Republikaner das anders interpretieren würden.

Bild vom Capitol in Sacramento

Auf der CA 12 kommen wir ins Weingebiet. Weinberge soweit das Auge reicht und auf dem Caneros Highway stehen diese tollen, jedoch vermutlich unbezahlbaren Resorts.

Nach 7,5 Stunden inklusive Stadtbesichtigung und 275 Meilen sind wir in Santa Rosa und fahren gleich mal an unserem Hotel, dem E Hotel, vorbei. Es ist klein und steht unauffällig und zurückgesetzt am Old Courthouse Square. Erst auf unserer 2. Runde um den Platz haben wir das Valet-Parking Schild an der Straße gesehen.

Schön ist es hier, sowohl das Hotel, unser Zimmer, als auch die Stadt sind überschaubar und nett. Ein kleiner Spaziergang und dann: Das Essen im Italiener CA Bianca war großartig, und der Rombauer erst!

Bild von Santa Rosa [CA]
Bild von Santa Rosa [CA]


Mittwoch, 13.09.2023

Das Frühstück ist klein, aber es gibt Kaffee, Orangensaft, süße Teilchen und Joghurt. Eigentlich alles, was ein Continental Breakfast ausmacht. Um 8 Uhr starten wir in Richtung Küste, - es ist sonnig bei 15 Grad Celsius. Als wir durch den Ort Sebastopol fahren, poppt auf einem iPhone eine eMail mit dem Betreff: ""Explosionen in Sewastopol" auf. Das sind Zufälle! Unterschiede sind "b" und "w" sowie Kalifornien und Ukraine. Tja ...

Es geht weiter durch das Russian River Valley zum California Highway No. 1. Der Nebel hängt an der Küste, aber die Stimmung ist toll, denn immer wieder schafft es die Sonne, sich in den Vordergrund zu drängen. Wir überqueren den Russian River und quälen uns die No. 1 über den Fort Ross State Historic Park. Immer wieder Baustellen mit One-lane-roads und Ampelschaltung. Nach 1 Stunde und 40 Minuten für 52 Meilen sind wir im Salt Point State Park. Es kostet 8 USD und wir fahren zum Gerstle Cove Campground, wo ein riesiger Parkplatz auf uns wartet.

Am südwestlichen Ende des Parkplatzes beginnt der Salt Point Trail und der führt uns gleich zum Ufer zu unglaublichen Felsformationen. Wir verlassen immer wieder den Trail und tauchen in diese Felsformationen ein. Gelb und Braun sind die dominierenden Farben. Dazwischen zieht immer wieder der Nebel durch die Felsfiguren. Das Wasser schlägt unermüdlich an die Küste. "Meerespalmen" versuchen den Aufprall zu stoppen, knicken aber bei jeder Welle ein. Manchmal muss man sich losreißen, man könnte den Wellen stundenlang zusehen.

Bild Salt Point Coast [Salt Point State Park]
Bild Salt Point Coast [Salt Point State Park]

2,36 Meilen weit folgt eine Formation nach der anderen. Die Steine bekommen Narben, gelbe Felsen bekommen graue Flächen und kleine Waben verzieren das Gestein. Am Ende der Küstenwanderung an der Stump Beach werden Farbe und Struktur ähnlich der White Pocket in den Coyote Buttes. Rote Felsen und horizontale Strukturen, die vom Land in Richtung Meer abfallen. Wir können uns an dieser Natur kaum satt sehen und sind froh, dass wir dieses etwas abseits gelegene Gebiet erkunden. Aber es gibt noch mehr zu sehen, so dass es sozusagen auf einem Inlandstrail 1,26 Meilen auf kürzestem Wege zurück zum Auto geht. Insgesamt waren wir 2,5 Stunden und 3,62 Meilen unterwegs. Es hat sich wahrlich gelohnt.

Bild Salt Point Coast [Salt Point State Park]
Bild Salt Point Coast [Salt Point State Park]

Wir fahren mit dem Auto ein kurzes Stück zurück und dann über das Visitor Center zu einem kleinen Parkplatz. Am Ende beginnt der kurze Trail zum Gerstle Cove Arch (offiziell heißt er CA-249, aber unseres Erachtens hat dieser Sea Arch einen "richtigen" Namen verdient. Die NABS möge es uns verzeihen). Es geht hinunter über einen kleinen Creek und wenn man wieder oben ist, ist der Arch bereits in erreichbarer Nähe. Der Hinweg ist 0,28 Meilen kurz. Etwas klettern üben wir auch noch, um über raue Felsen noch andere Perspektiven des Felsentores zu erreichen. Durch die Öffnung zeigt sich das Meer in schäumendem Weiß. Es geht zurück zum Auto.

Bild Gerstle Cove Arch [Salt Point State Park]

Wir verlassen den State Park und fahren die Highway No. 1 weiter nach Norden. Nach 1,75 Meilen kommt auf der Gegenfahrbahn eine kleine Ausbuchtung, in der wir parken müssen. Wir sind weitergefahren und haben uns mit einem U-Turn auf die richtige Seite der Straße gesetzt. Eine direkte Anfahrt war uns zu gefährlich, zumal auch noch eine Kurve die Sicht versperrt.

Über einen kleinen Zaun geht es einen sichtbaren Pfad über eine Wiese hinunter zur Klippe. Oberhalb der Klippen führt der Stump Beach Trail nach rechts. Im Gegensatz zum Salt Point kann man hier kaum direkt in die Felsen klettern und nachdem der Nebel die Sicht ziemlich verschlechtert, sind die Strukturen nur schwer zu erkennen. Nach 0,75 Meilen sind wir an der Chinese Gulch, die auch das Ende des Trails markiert. Na dann zurück zum Auto, das wir nach insgesamt 45 Minuten wieder erreichen.

Bild Stump Beach [Salt Point State Park]
Bild Stump Beach [Salt Point State Park]

Wir quälen uns die No. 1 zurück und kommen über die Bodega Bay ins Inland und nach Santa Rosa. Das Abendessen im Stark's Steak and Seafood war schon ok, aber völlig überteuert.


Donnerstag, 14.09.2023

Es ist noch keine 30 Minuten her, als über uns Nebelschwaden ihre Kreise zogen. Jetzt aber windet sich die CA 128 durch glasklare Luft durch die wunderschönen Weinberge. Herrlich gelb leuchtende Hügel, für uns inzwischen auch ein Markenzeichen von Kalifornien, ragen links und rechts dieser Motorrad-geeigneten Straße empor und begleiten uns bis die Redwoods vor der Küste alles Land einnehmen. Und als wir den Wald verlassen müssen wir feststellen, dass die Küste im Nebel liegt. Wir erreichen das Meer an der Mündung des Navarro River.

Es geht nun die CA No. 1 nach Norden bis zur Little River Airport Road. Wir suchen den Trailhead zum Little River Blowhole. Aber dort, wo das GPS-Datum den Beginn der kurzen Wanderung anzeigt, ist ein Friedhof. Unsicherheit, - das kann doch nicht sein! Wir fahren weiter bis zum Van Damme Beach State Park und fragen eine Rangerin. Und Sie weiß Bescheid: Fahren Sie die No. 1 zurück bis zum Friedhof, parken Sie in der Bucht vor dem südlichen Tor, gehen Sie dann durch den Friedhof zum Blowhole. Ohhhh, danke!

Wir sind da und so ungewöhnlich hat noch keine USA Wanderung für uns begonnen. Wir gehen also schnurstracks durch den kleinen Friedhof, verlassen ihn wieder an einem kleinen Wald und sind nach insgesamt 0,10 Meilen bereits am Blowhole. Leider "blowt" es nicht. Nur mühsam drängt sich etwas Meer in das Loch und schwappt sogleich wieder in die Röhre zurück. Ob dieses Schauspiel andere Dimensionen bei anderer Wetterlage oder anderem Wellengang annimmt, ist nicht bekannt. Eine Umrundung und ein Blick auf das Meer, das war's. Zurück zum Friedhof und dem Auto.


Wir fahren die California Highway No. 1 wieder nach Süden. Das Problem bei dieser Straße, so man sie nicht zum Sightseeing benutzt, ist, dass Langweiler und Langweilerinnen nicht einmal das eh sehr sparsame Speedlimit erreichen und überall zwei durchgängige Mittelstriche einen Überholvorgang verbieten. Turnouts wären vorhanden, um den normal fahrenden Verkehr passieren zu lassen. Schilder, die ein Ausweichmanöver fordern sind gut zu sehen. Wenn also jemand drei Turnouts versäumt und in Folge meine Nerven blank liegen, Blinker raus. Ein etwas noch betagterer Zeitgenosse mit Cowboy-Stiefeln, Cowboyhut, Schnauzer und einem uralten Ford Pickup musste es erleben. Das hat ihn so aus der Spur gebracht, dass er an der kommenden Baustellenampel ungefähr 6 Auto hinter uns stehend, ausstieg und mir eine Trump-ähnliche Schimpftirade durchs Fenster entgegenschallte. Pass auf Dein Herz auf guter Mann!

Kurz vor der Schooner Gulch Bridge, dort, wo die ungeteerte Schooner Gulch Road von Osten kommt, ist eine Ausbuchtung, um zu parken. Dieser Parkplatz hat zwei Trailheads. Der nördlich Trailhead ist der Bowling Ball Beach Trailhead, der südliche Trailhead ist der Schooner Gulch Trailhead.

Wir schnüren die Wanderschuhe und beginnen mit der Schooner Gulch. Es geht unbeirrt an den Strand und wir entdecken dort gleich rechts wunderbare Felsformationen. Der nähere Blick um die Ecke eröffnet den Schooner Gulch Sea Arch. Ein schöner und wirklich netter Zeitgenosse. Man könnte hier über den Arch klettern, um zum nächsten Hike entlang der Bowling Ball Beach zu kommen. Komfortabler ist aber ein kurzes Stück zurück zu gehen und dann links einen Pfad durch das Gras zu nehmen. Er führt auf einen Hügel über den wir den Bowling Ball Trail erreichen und dann zum Abstieg in die Beach kommen. Treppen führen hinunter.

Bild Schooner Gulch State Beach
Bild Schooner Gulch State Beach

Das Problem ist sofort erkannt, - es ist Flut und das Wasser erreicht weit hinten, dort, wo die Bowlingkugeln in Reih und Glied stehen, den Fels. Wir versuchen es trotzdem, sehen ein paar Kugeln, aber die bekannten Kugelreihen sind mit Wasser überflutet. Schade, aber nicht schlimm! Den Aufstieg zurück zum Auto nehmen wir über den Bowling Ball Trail. Insgesamt waren wir 2,1 Meilen unterwegs.

Bild Bowling Ball Beach
Bild Bowling Ball Beach

Es geht weiter nach Süden. Vorbei am Salt Point State Park und auf der Westshore Road an der Sonoma Coast State Beach entlang kommen wir zum Bodega Head Natural Trailhead.

Der riesige Parkplatz ist ziemlich gefüllt, aber dem Trail rund um die Halbinsel Bodega Head folgt kaum ein Mensch. Man betrachtet die Natur vom Parkplatz aus, das genügt der Mehrheit offensichtlich. Wir machen uns auf den Weg und folgen dem unübersehbaren Trail entgegen dem Uhrzeigersinn. Es geht immer den Klippen entlang, kein Geländer, so dass der Mut und die Vernunft entscheiden. Gewaltige Felsen im Meer, Sea Arches und Seelöwen säumen die Küste der State Beach. Die Aussichten sind wunderschön und die Seelöwen hört man von den entfernten Inseln brüllen. Wir riechen sie auch. In knapp einer Stunde sind wir die 1,7 Meilen gegangen. Schön war's, Schluss für heute!

Bild Bodega Head Trail
Bild Bodega Head Trail

Das Abendessen im "Bird and Bottle"" war sehr gut und rundet unseren ersten Santa Rosa Besuch mit einem schönen Abend ab. Santa Rosa ist eine Reise wert!



Freitag, 15.09.2023

Der Mount Shasta, ein sogenannter Strato- oder Schichtvulkan am "Ring of Fire", wartet im Norden von Kalifornien. Als wir starten ist der Nebel ziemlich dicht, es nieselt sogar. Je weiter wir über die CA 29 ins Landesinnere vorstoßen, desto schöner wird das Wetter. Im Robert Louis Stevenson State Park wird es Sommer. Herrliche Kurven, herrliche Hügel, aber es wird Zeit, dass wir die I-5 erreichen. Vorher ist mitten in der Prärie das Twin Pine Casino & Hotel mit angeschlossener Tanke. An diesen Spielhöllen-Zapfsäulen ist es immer besonders günstig. Wir füllen das Maul unseres gefräßigen Fords mit 4.89 USD pro Gallone, das ist ausnehmend günstig.

Nach fast 100 Meilen voller Kurven sind wir endlich an der Interstate. Die nächsten 100 Meilen sind Tempomat-gesteuert und schneller bewältigt. Beim Exit 680 verlassen wir die Autobahn in Redding und nehmen die CA 299 nach Osten. Vor dem Ort Montgomery Creek, 30,5 Meilen nach Redding, geht es nach links in die Pampa auf der Fenders Ferry Creek Road, die nach 3,5 Meilen den Teer verliert. Der Untergrund ist aber weiterhin ok und nach insgesamt 5,8 Meilen, wir überqueren auch einen Ausläufer des Shasta Lakes über eine kleine Brücke, sind wir am Trailhead zu den Potem Falls.

Es geht hinunter durch den Wald. Serpentinen mindern das Gefälle und der Trail ist gut zu gehen. Es sind auch nur 0,34 Meilen, das Prasseln des Wasserfalls hört man schon von ganz oben. Und er ist schön. Eine Menge Wasser donnert hinunter in einen großen Pool, der zum Schwimmen einladen würde. Klasse! Aber wir haben noch einiges vor, auch wenn es inzwischen 99 Grad Fahrenheit hat.

Bild Potem Falls [Shasta Trinity National Forest]
Bild Potem Falls [Shasta Trinity National Forest]


Zurück zur Interstate, auf der wir bis zur Ausfahrt Shasta Dam (Nummer 685) bleiben. Durch den Ort Shasta Dam geht es dann über die CA 151 zum Staudamm. Wir parken an dem ausreichend zur Verfügung stehenden Platz und nehmen unsere kleine Damm-Wanderung mit Flip-Flops auf. Es hat inzwischen über 100 Grad. Bis zur Mitte des Staudamms halten wir durch, betrachten das Bauwerk, den schönen und großen See und die kleinen Boote, die teilweise mit lauter Musik durch das Nass schippern.

Bild Shasta Dam [Shasta Trinity National Forest]
Bild Shasta Dam [Shasta Trinity National Forest]

Weiter nach Norden bis zum Exit 732. Und hier, direkt neben der Interstate 5 ist der Trailhead zu diesem kleinen Wasserfall, den Hedge Creek Falls. Nach 0,2 Meilen sind wir fast am Sacramento River. Der Wasserfall fällt nicht, er tröpfelt auf den Boden. Nach 0,4 Meilen kommt eine kleine Aussichtplattform auf den Fluß. Wir gehen noch den kurzen Weg zum Sacramento River, der gemächlich aus den Bergen nach Süden zieht.

Bild Hedge Creek Falls [Shasta Trinity National Forest]
Bild Hedge Creek Falls [Shasta Trinity National Forest]

Nun ja, das war's für heute. Weite Reise und drei nette Spaziergänge zu Wasserfällen und zum Mount Shasta Damm. Jetzt ab ins Hotel, wir haben nur ein paar Meilen bis zum Ort Mount Shasta. Der Berg begrüßt uns bereits auf der Interstate.

Das Best Western Plus Tree House liegt ziemlich nah an der Autobahn. Das Zimmer ist groß, schon etwas älter, aber man hört kaum Lärm von der I-5. Der Preis ist dafür auf alle Fälle zu hoch, aber das Hotel hat praktisch keine Konkurrenz. Das Abendessen im Hotelrestaurant war gut.


Samstag, 16.09.2023

Das Frühstück im Hotel war gut und kostete für zweimal Eier mit Bacon und Kaffee mehr als 40 USD. Immerhin 10 Dollar weniger als in San Francisco. Um 8.15 Uhr nehmen wir Fahrt auf, es hat 13 Grad Celsius. Wir winden uns auf dem Everitt Memorial Highway in die Höhe. Nach 14,8 Meilen parken wir unser Auto am Old Skibowl Trailhead, - die geteerte Straße endet hier. Man kann von diesem Trailhead auch auf den Mount Shasta Gipfel steigen, der kostet 2023 ab einer Höhe von 10.000 ft. 25 USD pro Person. Der Summit liegt auf 14.179 ft., das sind 4.322 Meter. Aber ganz so hoch wollen wir nicht hinauf.

Wir beginnen den Hike mit dem Kopf am Gipfel und den Beinen am Boden. Nur so ist zu erklären, dass wir erst nach einer Zeit trotz GPS gemerkt haben, dass wir auf unserem Rückweg hochsteigen. Egal, wir sind am Green Butte Trail. Nach 1,15 Meilen biegen wir nach rechts oben auf den Old Ski Bowl Trail ab und haben freie Sicht auf den Gipfelbereich des Mount Shasta. Es liegt kaum Schnee dort, die Gletscher sind klein, nur die Schneeverwehungen in den Einschnitten haben den Sommer überlebt. Und das, obwohl es weit über 4.000 Meter Höhe dort oben sind.

Vor uns liegt die Green Butte, die feuerrot ist. Wenn man von oben auf diesen kleinen Gipfel sieht, erkennt man grünen Bewuchs und kann sich dann einigermaßen erklären, wie es zu dem Namen kam. Es geht weiter hinauf. Viele Wege verzweigen sich, aber alle führen ans Ziel. Der "richtige" Trail ist nicht immer ausfindig zu machen, aber das freie Gelände verzeiht jede Fehlentscheidung. Sich genau an das GPS zu halten, ist hier aus Effizienzgründen nicht verkehrt, aber auch nicht unbedingt notwendig.

 Bild Mount Shasta - Green Butte Trail
Bild Mount Shasta - Green Butte Trail

Auf Kiesel und Steinen geht gut bergan. Die Aussicht nach allen Seiten ist fantastisch und wird von Höhenmeter zu Höhenmeter besser. Felsenlandschaften, gefräst von Gletschern, die nicht mehr existieren, unterschiedliche Geologie, deren Farben von Grau bis Ockergelb reichen. Dazwischen ein paar Schneefelder, jetzt im September vermutlich die letzten Reste von Gletschern, die in einigen Jahren überhaupt nicht mehr da sind.

Dann passieren wir die alte Ski Station. Unglaublich! Von der Klobrille bis über Seile, Drähte und bis hin zu alten Betonstützen ist alles vergessen und liegen gelassen. Sorry Amerika, das sollte nicht sein. Aber Dreck stört in diesem Land nicht viele Leute. Nicht unser Bier! Es geht weiter und nach gut 2,3 Meilen ist unser Aufstieg zu Ende. Wir machen Brotzeit auf einem geeigneten Felsen und genießen die grandiose Szenerie.

Bild Mount Shasta - Old Ski Bowl Trail
Bild Mount Shasta - Old Ski Bowl Trail


Hinunter nehmen wir ausschließlich den Old Ski Bowl Trail bis zum Trailhead. Den erreichen wir nach knapp 4,5 Meilen in 3 Stunden und 20 Minuten.

Es geht mit dem Auto den Pass eine gute Meile bis zum Panther Meadow Campground hinunter, der gleichzeitig der Trailhead für unsere nächste Wanderung auf die Gray Butte des Mount Shasta ist. Der Weg führt über die wunderschöne Panther Meadow. Blumen säumen den Wegrand, der Weg ist teilweise mit Steinchen markiert. Nach 0,6 Meilen geht es nach rechts die Butte hinauf.

Der schützende Wald wurde teilweise durch einen Geröllabgang dem Erdboden gleichgemacht. Dieses Feld überqueren wir und nach gut einer Meile wendet sich der Weg nach rechts. Ein gelb-rot farbiger Sandberg liegt unten nahe der Skiabfahrt und leuchtet in die Höhe. Nach 1,4 Meilen windet sich der Trail erneut nach rechts, um die Umrundung der Butte zu vollenden. So kommt man sozusagen spiralförmig auf den Gipfel, den wir nach 1,64 Meilen erreichen. Eine tolle Rundsicht über den Shasta-Trinity National Forest inklusive des gewaltigen Schildvulkans macht diese kleine Wanderung zum Erfolg. Nach 2 Stunden sind wir wieder am Auto und treten den Heimweg an.

Bild Mount Shasta - Gray Butte Trail
Bild Mount Shasta - Gray Butte Trail

Es war genug für heute. Und nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg ins Dorf und tatsächlich entdecken wir das Sparky's, in dem wir dann gleich an der Bar essen. Gut war's!


Sonntag, 17.09.2023

Die Interstate 5 überqueren wir nur und nehmen die Barr Road nach Süden zum Lake Siskiyou. Die Barr Road wird kurviger und enger. Der Teer folgt der South Fork des Sacramento Rivers und wird irgendwann zur National Forest Road 40n 26. Nach 18 Meilen, auf einem kleinen Pass. erreichen wir den Gumboot Trailhead.

Gegenüber dem Parkplatz folgt der Pacific Crest Trail (PCT) South der Grenze der Counties Siskiyou und Trinity nach Süden. Leider verlieren sich die hohen Berge in der Ferne im Dunst, aber der Trail führt schön durch einen lichten Wald, wo man links und rechts immer wieder einen kleinen See entdecken kann.

Es dauert nicht lange, dass der Upper und der Lower Gumboot Lake auf einer kleinen Anhöhe in Sicht kommen. Nach rund 1,5 Meilen liegen der Upper und der Lower Mambo Lake links unten und so schlängelt sich der PCT mit unwesentlichen Steigungen durchs Gelände. Wir treffen auf zwei Wandergruppen. Drei Weitwanderer, einer hatte ein Gewehr dabei, und die zweite Gruppe war mit kleinem Gepäck, jedoch mit zwei riesigen Flinten in der Hand unterwegs.

Bild Seven Lakes Basin [Shasta Trinity National Forest]
Bild Seven Lakes Basin [Shasta Trinity National Forest]

Nach 2,1 Meilen kreuzt sich der Pacific Crest Trail mit dem Seven Lakes Trail, den wir nach rechts nehmen. Die Landschaft hier oben ist sehenswert. Von Nordosten zieht sich eine gewaltige Ridge ins Bild. Hier führt der PCT entlang. Und rechts bauen sich weiter schöne Felslandschaften neben dem Trail auf. Links unten liegt das Seven Lakes Basin.

Wir sind 2,6 Meilen unterwegs und an einem Baum finden wir den Wegweiser zum Lake Helen. Es ist nur kurz hinauf zu diesem See, der auch zum Baden einlädt. Wieder zurück auf dem Trail nehmen wir die erste Biegung nach links auf eine Dirtroad, die auch von Offroadern benutzt wird. Nun geht es sehr felsig und steinig hinunter zu den Seven Lakes in das Basin. Von hier sieht man schon bis zum Echo Lake. Keine Meile ist vergangen, bis wir den Upper Seven Lake erreichen.

Sitzend auf einem Baumstamm rasten wir, genießen den See und die umliegenden Berge. Nur kurz ist der Querfeldein-Abstecher zum kleineren Lower Seven Lake. Da wir keinen Trail mehr finden und das Gelände immer unzugänglicher wird, geben wir die Wanderung zum Echo Lake auf und kehren zum Gumboot Trailhead zurück. Das war wirklich eine sehr schöne Wanderung! 8,5 Meilen und 5 Stunden waren wir unterwegs.

Bild Seven Lakes Basin [Shasta Trinity National Forest]
Bild Seven Lakes Basin [Shasta Trinity National Forest]

Die Autofahrt führt zurück, wie wir gekommen sind. Eine andere geteerte Straße wie die FR 26 und die Barr Road gibt es hier nicht. Als wir den Siskiyou Lake wieder erreichen, blinken wir nach rechts und folgen der Castle Lake Road bis zum Parkplatz, der auch das Ende der Straße markiert.

An der Nordost-Seite des Castle Lake, am Ende des Parkplatzes, beginnt der Trail zum Heart Lake. Über Felsstufen geht es teilweise in Serpentinen und steinig nach oben. Nach 1,1 Meilen haben wir den kleinen See erreicht. Die Herzform ist schwierig zu erkennen. Wir suchen im Westen nach einem höheren Standort, aber man müsste vermutlich noch weiter in die Höhe steigen, um das Herz "vernünftig" zu erkennen. Dazu haben wir aber keinen Bock mehr.

Bild Castle Lake [Shasta Trinity National Forest]
Bild Heart Lake [Shasta Trinity National Forest]

Das waren zwei schöne Wanderungen, den Mount Shasta oft im Blick. Das Abendessen gibt es im Hotelrestaurant. Es war gut, aber der Service weniger.


Montag, 18.09.2023

Um kurz nach 8 wird es Zeit für die zweite Mount Shasta Besteigung. Der Berg ruft! Wir wollen heute zu einem See, der keiner ist bzw. kein flüssiges Wasser hat, aber dazu später mehr. Zunächst schraubt sich unser Ford erneut den Everitt Memorial Highway hoch. Nach 12 Meilen erreichen wir den Bunny Flat Trailhead auf 6.950 Fuß. Auf geht's!

Bild Mount Shasta Bunny Flat Trailhead [Shasta Trinity National Forest]

Der gut ausgebaute und sichtbare Trail führt kurz nach dem Start links am Waldrand hoch und geht dann nach 0,2 Meilen links auf den Avalanche Gulch Climbing Trail. Klingt ja fast furchterregend.

Es geht gemächlich nach oben. Sandig und steinig wandern wir durch den lichten Wald. Nach gut einer Meile folgen wir dem Trail in Richtung des sogenannten Horse Camps. Die Mount Shasta Wilderness beginnt eine viertel Meile später. Wir sind noch keine zwei Meilen unterwegs und treffen nun auf das Horse Camp, eine nette kleine und gemauerte Hütte der Sierra Club Foundation. Von Pferden keine Spur, in der Hütte steht ein Biertisch, sie ist jedoch abgesperrt.

Der Olberman's Causeway beginnt mit dem Schild Summit Trail. So etwas sind wir noch nicht gewandert. Der Damm ist eine akkurate Aneinanderreihung von großen und flachen Steinen, auf denen man relativ relaxed nach oben geht. Die Steigung ist jedoch immer noch sehr moderat. Nach gut zwei Meilen ist dann aber Schluss mit lustig. Es geht steinig, sandig und steil nach oben. Die Bäume sind von einer Mondlandschaft verdrängt und hoch oben thront der Gipfel des Mount Shasta.

Bild Olberman's Causeway Mount Shasta

Wir erreichen ein gelbes Schotterfeld, das wie verstreutes Popcorn aussieht und die Steigung nimmt. Relativ flach geht es kurz links neben einem Einschnitt, der Avalanche Gulch, weiter nach oben. Hier gibt es auch mehrere Shelter, um sich zu schützen und gegebenenfalls zu übernachten. Dann nimmt die Steigung erneut Fahrt auf. Das Schneefeld, das in der Gulch liegt, ist rot gefärbt. Diese Farbe bringen Bakterien ins Spiel.


Bild Mount Shasta Camp [Shasta Trinity National Forest]
Bild Mount Shasta rotes Schneefeld [Shasta Trinity National Forest]

Nach gut 2,5 Meilen beginnen sich große Boulder in den Weg zu stellen. Es wird Zeit, auf die andere Seite des Einschnitts zu wechseln und über ein Geröllfeld weiter nach oben zu steigen. Der Weg ist nicht nur schwer, sondern auch nicht so leicht zu finden, da nur ab und zu kleine Cairns die Richtung vorgeben und der Trail auf den Felsen kaum sichtbar ist. Und die Steigung scheint kein Ende zu nehmen. Aber nach 3,5 Meilen nehmen wir eine letzte Linkskurve und sehen bald darauf die Shelter, die Zwischenstation für Gipfelstürmer sind. Eine Ladung Gepäck steht gut verpackt da und wartet auf die Rückkehrer.

Bild Mount Shasta Base Camp [Shasta Trinity National Forest]

Ja und wo ist jetzt der Helen Lake? Wir sind auf 3.170 Meter Höhe und die Mulde, die den kleinen See beheimatet, ist voll mit Eis und Schnee. Offensichtlich immer, der See ist nicht zu sehen, denn auch im Netz fanden wir keine Bilder von Wasser. Aber die über 1.000 Höhenmeter sind geschafft und der Rundumblick ist einfach fantastisch. Wir machen Pause und genießen!

Bild Mount Shasta Helen Lake Blick auf den Gipfel[Shasta Trinity National Forest]
Bild Mount Shasta Helen Lake Blick in Tal [Shasta Trinity National Forest]

Der Abstieg ist etwas tricky, entweder man rutscht auf Sand oder muss größere Steine ausbalancieren. Aber die wechselnden Belastungen tun dem Körper gut :-). Nach knapp 7 Stunden sind wir wieder am Trailhead und sind froh, dass wir im Auto sitzen.

Der Abend im Sparky's war kurz, obwohl das Essen gut war. Wir sind ziemlich fertig. Das Fazit lautet: Das waren schöne und interessante, aber auch harte Tage in und am Mount Shasta. Morgen wartet die Metropole Ely (Sprich: Ili) in Nevada.



Dienstag, 19.09.2023

533 Meilen liegen vor uns. Punkt 8 Uhr starten wir unsere lange Auto-Sightseeing-Reise bei sonnigen 13 Grad Celsius. Zuerst geht es auf der CA 89 nach Südwesten in Richtung Reno. Nach 80 Meilen fast einsamer Fahrt wechseln wir auf die CA 44, fahren durch Susannville und dann weiter auf die bekannte US 395. Es ist nicht viel los, wir kommen gut voran!

Die ersten roten Steine begegnen uns auf der Red Rock Road in Nevada. Felsstrukturen und die Farben signalisieren uns, dass wir richtig sind. Und dann Stau! Die Autobahn-ähnliche US 395 ist wegen eines Unfalls in unserer Fahrtrichtung total gesperrt. Und wir verlieren eine knappe Stunde. Tankstopp: Das Benzin ist in Nevada 1 USD billiger, das können wir heute gebrauchen. Und nach 215 Meilen sind wir endlich bei Reno auf der Interstate 80 gelandet, die uns schnell nach Osten führt. Bei Fernley ist Schluss, wir nehmen die Ausfahrt zur US Highway 50, - The Loneliest Road in America.

Name ist Programm, - einer der wenigen namhaften Orte an diesem Highway ist Fallon. Fallon ist nicht klein, was der Ort der ansässigen Air Force Base zu verdanken hat. Dann wieder Einsamkeit, Wüste, Sandhosen und -dünen, Büsche, Berge, Salz und die ersten Tumble Weeds, die über die Straße rasen.

Der nächste Ort nach 150 weiteren einsamen Meilen ist Austin. Nicht Texas, sondern Nevada. Kurz etwas Leben und Infrastruktur, dann weite Wüstentäler, getrennt durch mehrere Pässe, die wir überqueren. Wunderschöne Landschaften, aber sonst nichts. Nach 533 Meilen sind wir Gott sei Dank in Ely.

Das Holiday Inn Express liegt am östlichen Ende des Dorfes. Es ist neu und unser Zimmer ist wunderbar. Direkt daneben gibt es das Prospector Hotel and Casino mit einem mexikanischen Restaurant. Das Abendessen war gut!


Mittwoch, 20.09.2023

Wir starten mit einem sehr guten und kostenlosen Hotel-Frühstück in den Tag. Viele Jahre haben wir auf ihn gewartet. Fluten und Brände machten das Vorhaben unmöglich. Und Ely liegt auch nicht so zentral, dass man es immer wieder bereist und Versuche startet. Und es waren zudem immer wieder Horrormeldungen im Netz zu finden, so dass wir uns nicht sicher waren, was nun objektiv Sache ist. 2014 sind wir das letzte Mal gescheitert. Aber jetzt gilt's!

Als wir den Great Basin Highway, die US 93, bis zur US 50 fahren, strahlt uns die Sonne bereits entgegen. Vorbei am Fuße des Wheeler Peak kommen wir zur NV 487, auf der wir nach 68 Meilen kurz durch Utah kommen. Die UT 21 führt vorbei am Pruess Lake und dann setzen wir den Blinker nach rechts. Und siehe da, - die Offroad-Partie wird zur Autobahnfahrt. Die Gravelroad ist dermaßen gut, dass auch ein PKW keine Probleme hätte. Wir kommen auf der ungeteerten Strecke schnell voran und sind jetzt wieder in Nevada.

Nach 9,3 Meilen kommt die Kreuzung, an der die Strecke links in den South Fork Creek führt. Hier ist es nicht mehr PKW-tauglich, es wird 1,16 Meilen rumpelig und eng. Umkehren wäre nicht mehr möglich. Die Straße ist aber nicht unpassierbar, sondern verlangt vom Fahrzeug etwas Bodenfreiheit. Und nach 10,5 Meilen stehen wir und unser Auto unbeschadet am Trailhead Lexington Arch. Wir wundern und freuen uns, dass alles so unspektakulär abgelaufen ist. Ein Quad steht auch hier. Es hat eine Gewehrhalterung und eine Axt geladen. Vorne klemmt ein Goofy am Kühler, - also sicher, nein hoffentlich ein netter Mensch. Diesen Zeitgenossen werden wir jetzt gleich treffen.

Lexington Arch [Great Basin National Park]

Wir sind am Trail, der die alte überschwemmte Dirtroad als Basis hat. Die Wanderung beginnt zwischen herrlich blühenden Sträuchern, der Weg ist jedoch sehr steinig. Bald endet die alte Road abrupt und es geht durch eine Wash, die wir immer wieder queren.

Und dann kommt er! Gewehr vor der Brust, Arme auf dem Gewehr. Jedoch keine Gefahr für Leib und Leben. Es ist ein Jäger, der uns erzählt, dass er kein Jagdglück hatte und wie der Trail weiter verläuft. Wir sollen doch insbesondere in der Wash auf die roten Bänder an den seitlichen Bäumen und Sträuchern achten, um den Ausstieg nicht zu verpassen. Danke, mein Freund!

Wir setzen unseren Hike fort, - noch ist die Steigung moderat bis nicht vorhanden. Die gelb blühenden Büsche sind die ersten namhaften Gewächse nach einem Waldbrand. Die übrig gebliebenen Stämme der verbrannten Bäume stehen wie Skelette oder Fischgräten in die Höhe. Nach 0,7 Meilen wird die verbliebene Jeeproad zum Trail und man hat das erste Mal Blick auf das Felsentor. Weit entfernt, jedoch mächtig steht der Lexington Arch halbrechts oben.

Nach gut einer Meile geht es bergan. In langen Serpentinen zieht sich der Trail über einen Grashang nach oben. Und er führt nach gut zwei Meilen zur Klippe des Arch Canyons. Hier steht er nun auf der anderen Canyonseite in all seiner Pracht. Dieser mächtige Steinbogen ist der Hammer. Eine Bank lädt zum Staunen und Verweilen ein. Auch wir machen hier eine kleine Pause.

Lexington Arch [Great Basin National Park]
Lexington Arch [Great Basin National Park]

Wir kundschaften die kleine Mesa aus und finden die Fortsetzung des Trails, der früher direkt im Canyon verlief und im Osten dem Arch entgegen führte. Da die Fluten den Trail verschluckten, verläuft der Weg jetzt an der Klippe entlang bis zur Zusammenkunft von Klippe und Berg. Eine kleine Brücke genommen und dann links oben weitere kleine Steinbögen entdeckt. Es sind nur 0,25 Meilen seit der Bank vergangen und dann geht es auf der Südwestseite nach rechts oben bis in das Felsentor hinein.

Lexington Arch [Great Basin National Park]
Lexington Arch [Great Basin National Park]

Wir genießen diesen unglaublichen Durch- und Ausblick, den der Steinbogen gewährt. Gelb-grüne Hügel unterbrechen den blauen Himmel, der mit seinen kleinen, schneeweißen Wolken den Horizont bis weit hinten im Osten markiert. Das jahrelange Warten hat sich wahrlich gelohnt.


Irgendwann muss man sich losreißen und als uns das gelingt, sind wir nach gut 5 Meilen und insgesamt drei Stunden wieder am Auto. Es freut uns immer noch, dass das so gut geklappt hat.

Das Abendessen im Casino war wieder gut, jedoch wurden wir nach dem Essen unfreundlich gebeten zu beachten, dass es eine Waiting-List gibt.


Donnerstag, 21.09.2023

Der Wetterbericht klang gar nicht gut und leider kann man sich auf schlechte Wettervorhersagen in der Regel verlassen. Wir haben die Reihenfolge von gestern zu heute umgestellt, um unbedingt die Dirtroad zum Lexington Arch zu bestehen. Nun wollen wir heute auf den Wheeler Peak, dessen Gipfel fast 4.000 Meter in der Luft hängt. Nun ja, versuchen wir unser Glück. Es ist 8 Uhr, hat 8 Grad und leider nicht nur 8 Wolken.

Erneut erreichen wir die NV 487, fahren jedoch in Baker nach dem Besucherzentrum rechts in die Lehman Caves Road. Wir sind am Fuße des Berges und mitten im Great Basin National Park. Es ist ziemlich dunkel, aber es regnet noch nicht. Der Blick nach oben verheißt jedoch nichts Gutes. Die Wolken sind dunkel, sehr dunkel, aber wir fahren nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt" trotzdem hoch. Die Pass-Straße, der Wheeler Scenic Drive, ist offen.

Es beginnt nach kurzem Anstieg bereits zu regnen. Die Sicht ist schlichtweg und ergreifend kaum mehr vorhanden. Bei 2.800 Höhenmeter wechselt das Wasser die Farbe, es wird weiß. Und so stehen wir nach 77 Meilen mitten in einer Schneelandschaft, als wir den auf 3.048 gelegenen Wheeler Trailhead erreichen. Zunächst sichten wir das Wetterradar und kommen zu dem Ergebnis, dass man die Front nicht abwarten kann. Das war der 2. Versuch seit 2014, - hilft nichts!

Wir haben Gott sei Dank eine Ersatzwanderung vorbereitet und so fahren wir, die hoffnungslosen Blicke des Beifahrers immer noch auf den Peak gerichtet, zurück fast bis nach Ely. Kurz vor dem Ort biegen wir nach rechts in die NV 574, die mit rotem Strassenbelag mitten in den Cave Lake State Park führt. Der kleine Stausee, den der Cave Creek füllt, ist wohl der Flut zum Opfer gefallen. Auf alle Fälle sind ausgedehnte Bauarbeiten mit schwerem Gerät am Damm und am Flussbett zu beobachten. Das stört jedoch nicht die Durchfahrt.

Wir parken am Ende der geteerten Straße am Parkplatz bei der Toilette und als wir aussteigen beginnt es zu donnern. Donnerwetter, das jetzt auch noch! Aber fairer Weise muss man konstatieren, dass wir seit zwei Wochen keinen Tropfen gesehen haben. Und nach ein paar Blitzen war es dann auch schon wieder gut. Kosten: Day use entrance fee: $5.00 per vehicle (Non-NV Vehicles $10.00 per vehicle) in 2023, bitte passend ins Kuvert :-).

Square Top Loop [Cave Lake State Park - Humboldt National Forest]

Der Trail startet gegenüber dem Klo und über eine Brücke in einen im Herbst sehr farbigen Aspen Wald. Dort angekommen, treffen wir auf die Vollendung des Looptrails, der Trail führt nach links und rechts, und wir nehmen die Abzweigung nach rechts. Wir gehen den Cave Overlook Loop Trail entgegen des Uhrzeigersinns. Nach knapp 0,4 Meilen geht es in Serpentinen nach oben. Die Aussichten sind noch nicht so rosig, erst als wir nach 1 1/4 Meilen auf den Twisted Pines Trail treffen, öffnen sich Blicke auf die Wald- und Felslandschaften in der Umgebung.

Wir bleiben auf dem Trail und nach insgesamt knapp 3 Meilen sind wir an einem Viewpoint auf den Square Top. Das ist eine toll geformte Felsstruktur. Da der Twisted Pines Trail hinunter auf die Straße führen würde, gehen wir zurück zur Abzweigung des High Roller Trails, den wir nehmen.

Square Top Loop [Cave Lake State Park - Humboldt National Forest]
Square Top Loop [Cave Lake State Park - Humboldt National Forest]

Der High Roller Trail führt uns jetzt weiter nach oben. In steilen Serpentinen verlieren wir auch zunehmend den Wald und ernten dafür schöne Blicke auf die Felsen und die Landschaft. Nach insgesamt 5 Meilen sind wir oben am Pass und durchstreifen dann ein sehr schönes Hochtal bevor es wieder hinunter geht. Nach knapp 6 Meilen treffen wir wieder auf den Overlook Trail, der uns nach rechts einer Steilwand näher bringt. In der Ridge sind kleine Steinbögen verborgen. Wir folgen deren Verlauf nach unten; Serpentinen mindern das Gefälle.

Square Top Loop [Cave Lake State Park - Humboldt National Forest]
Square Top Loop [Cave Lake State Park - Humboldt National Forest]

Nach 7,6 Meilen und 4 Stunden sind wir wieder am Auto. Ja, es war sicherlich nicht das Erlebnis, das wir am Wheeler Peak gehabt hätten, aber es war ein netter Hike in einem netten State Park. Ratz, fatz sind wir nach gut 15 Meilen in Ely. "Abendessen" gibt es im Subway, da schmeißt uns keiner raus!


Freitag, 22.09.2023

Oh! Der Blick aus dem Fenster sieht Sonne und weiße, verschneite Berge. Es hat -1 Grad Celsius. Als wir nach 8 Uhr gefrühstückt, gepackt und eingeräumt haben, sind bereits Plusgrade abzulesen. Auf der US 50 wabern die letzten Nebelbänke über Straße und Natur. Das richtige Ambiente, um etwas Neues zu entdecken und nachdem wir 2019 so tolle Natur in Pine Park gesehen haben, musste ein Stopp auf dem Weg nach Cedar City in der Nähe dieser Lokation eingeplant werden.

Und so donnern wir mit großen Erwartungen auf der US 93 gen Süden. Nach 107 Meilen sind wir in Pioche, es geht auf die NV 322 zum Eagle Valley Damm. Bereits die Anfahrt durch den Eagle Valley Canyon ist schön. Am Horsethief Gulch Campground zahlen wir den Eintritt in den Spring Valley State Park. 10 Dollar für nicht Nevada-Einwohner werden fällig. Der Campground ist wenig frequentiert und auch wir müssen noch ein Stück weiter.

Ungeteert, jedoch PKW- und Wohnmobil-geeignet fahren wir am Eagle Reservoir entlang. Schön geschwungene Kurven eröffnen neue Perspektiven und schon sehr bald leuchten rot-weiße und gelbe Felsen die Straße aus. Wir parken hinter der alten Stone Cabin am gleichnamigen Trailhead. Bereits die ersten Blicke versprechen viel.

Der Trail führt zumeist gut gepflegt zu allen Ecken und Winkeln dieses Gebiets. Wunderschöne Felsformationen und Klippen zeigen sich in Rosa, Weiß, Gelb und Rot, - das grüne Valley und die gelben Büsche bilden den ultimativen Kontrast. Traumhafte Eindrücke, die mit kaum einer Anstrengung zu erwandern sind, begeistern. Und die Nähe zu Pine Park in Utah wird bei den weißen Pyramiden sichtbar. Felsen mit vielen Löchern, die wie Geister in der Gegend stehen, erinnern stark an das Bandelier National Monument in New Mexiko. Einfach eine tolle und abwechslungsreiche Lokation.

Stone Cabin Trail [Spring Valley State Park]
Stone Cabin Trail [Spring Valley State Park]

Am Rande einer Pferdekoppel umrunden wir die letzte Formation, die in einem Einschnitt liegt, und kommen in ein Gebiet voller kleinerer Spots unterschiedlichster Machart. Rosa Fels scheint aus dem Berg zu quellen. Weißer Fels hält die Erde zurück, die gerne in Richtung der Straße wandern würde. Es geht in und über eine Wash, den Hügel hinauf und wieder hinunter. Und dann kommen die Picknicktische des Ranch Campgrounds in Sicht. Ein netter kleiner Campingplatz. Von hier aus nehmen wir die Straße zurück zur Stone Cabin. Es geht vorbei an der Rangerstation. Rechts liegt das durchwanderte Gebiet, links grasen Rinder, im Hintergrund türmen sich weitere Felsformationen auf.

Stone Cabin Trail [Spring Valley State Park]
Stone Cabin Trail [Spring Valley State Park]

Nach 3,61 Meilen und 2,5 Stunden sind wir wieder am Auto. Das war fantastisch und jede Meile des kleinen Umwegs wert. Auf nach Utah.

Zunächst geht es zurück auf die US 93 und bis Panaca nach Süden. Rein in die NV 319, die in den Bergen nahtlos zur UT 56 wird. It's Mountain Time! Das heißt, wir verlieren eine Stunde. Am Ende der Landstraße 56 sind wir in Cedar City. Das Best Western ist Standard, wir sind leider im EG, was bei der alten BW Bauweise Dunkelheit wegen der oben liegenden Laubengänge bedeutet.

Wir finden kein Lokal, das uns zusagt und so landen wir in dem kleinen French Spot Bistro, in dem das Essen wirklich gut war. Der Service war etwas konfus, aber die Thailänderinnen waren nett, freundlich und bemüht. Danke!



Samstag, 23.09.2023

Hoppla, Mountain Time verzögert uns. Es ist bereits 9 Uhr als wir starten; das Hotelfrühstück ist nicht erwähnenswert. Es geht auf dem Highway 14 nach Osten und es geht hinauf. Nach 8 Meilen parken wir links auf einem großen Parkplatz am Ashdown Creek. Der Trail führt hinunter zum Bach, der ein kleiner Fluss ist, dem wir nun etwas erhöht folgen. Uns wird bereits bei der ersten Creek Querung klar, dass das Wasser zu hoch steht. Übergänge mit Baumstämmen in 2 Meter Höhe schrecken uns zudem ab. Die 8 Grad Celsius sind nicht geeignet, um mehrere Querungen, die zu erwarten sind, ohne Frostbeulen zu überstehen. Die Neopren-Socken sind in München. Daher canceln wir die 6,5 Meilen Wanderung und fahren weiter nach oben.

Die UT 148 bringt uns die letzten Meter nach insgesamt 21.7 Meilen an den kleinen Parkplatz des Cedar Breaks National Monument, der gleichzeitig unser Trailhead ist. Der South Rim Trail, oftmals als Ramparts Trail oder Bartizan Trail bezeichnet, bietet spektakuläre Ausblicke in alle Richtungen. Der erste Blick in den rot glühenden Canyon ist schon überwältigend.

Nach knapp einer Meile sind wir am Aussichtspunkt Spectra Point. Aber ehrlich gesagt braucht es diese Bühnen nicht. Die wunderschönen Abbruchkanten sind an den meisten Stellen des Trails zu bewundern. Der Foto glüht! Da es bewölkt ist, zeigen sich zudem immer wieder sonnige Spots, die sich kontrastreich vom übrigen Gestein abzeichnen. Die Landschaft ist vergleichbar mit dem Bryce Canyon, der ja auch kein Canyon, sondern eine Abbruchkante ist. Türmchen, Durchbrüche, Wellen, - alles in Rot und Gelb in verschiedenen Intensitäten. Wirklich traumhaft!

Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]
Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]
Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]
Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]

Es geht nun durch den Wald weiter hinunter. Aber auch hier ist immer wieder gute Sicht auf das wirkliche Naturschauspiel. Nach 2 Meilen folgt der Ramparts Point, der wieder neue Perspektiven auf die Wände zeigt. Die licht stehenden Bäume begleiten uns bis kurz vor den Bartizan Arch. Sandig etwas nach oben und dann sind wir am Ende des Trails, an dem der Bartizan Arch vermutlich seine letzten Jahre verbringt. Ziemlich fragil zeigt sich der doppelte Arch. Es ist nicht so einfach und bedeutet etwas Vorsicht, um steile und sandige, jedoch kurze Abhänge zu bewältigen. Was tut man nicht alles für gute Perspektiven. Wir genießen diesen Spot!

Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]
Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]

Der Rückweg ist etwas anstrengender, da es überwiegend in die Höhe geht. Aber nach insgesamt 3 Stunden sind wir wieder am Auto. Eine absolut tolle Wanderung, - ein Geologie-Film, der insgesamt 5,3 Meilen lang ist.

Auf geht's zum nächsten Hike. Wir fahren zu den Cascade Falls. Die UT 14 bringt uns weiter nach oben, bis rechts die Navajo Lake Road abgeht. Diese ungeteerte, jedoch von jedem Wohnmobil oder PKW befahrbare Straße nehmen wir bis zum Ende, das ein riesiger Parkplatz signalisiert. Hier ist schon mehr, fast die Hölle los. Samstagsausflug von Großfamilien. Sehr gut! Kind und Kegel müssen raus in die Natur. Keep on hiking!

Der Trail führt am Ende des Parkplatzes nach rechts an den Pink Cliffs entlang. Links geht es die Klippe hinunter, rechts ragt das Kliff auf. Der Weg ist breit, glatt und ungefährlich. Nach 0,6 Meilen sind wir dann an den Cascade Fällen. Das Wasser fällt aus dem roten Felsen und rumpelt in natürlichen Stufen durch den Wald nach unten. Eine kleine, gezimmerte Plattform lässt den Blick auf das Wasser von oben zu. Nett und die insgesamt 1,2 Meilen, die zudem fast keine Höhenmeter haben, wert.

Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]
Bartizan Arch Trail [Cedar Breaks National Monument]

Erneut sind wir in dem französischen Bistro und den Schlürschluck gibt es in der netten Winery. Schön war's!


Sonntag, 24.09.2023

Das Wetter ist herrlich! Die Kühle des Morgens stört nicht, als wir die Interstate 15 am Exit 51 verlassen. Es geht durch Kanarraville, den Creek haben wir hier vor Jahren bereits erwandert. Durch den Ort, der noch im Sonntagsschlaf verweilt, und dann links auf die Spring Creek Road. Bestens befahrbarer Untergrund ohne Teer bis zum Trailhead, PKW und Wohnmobile sind willkommen. Hier ist es aber dann vorbei mit dem Schlaf. Gerade scheint sich eine Hundelieberhaber-Gemeinde zu treffen. Mehr Hunde als Menschen rasen durch den Parkplatz. Gott sei Dank war der Trail nicht davon bevölkert. Die Massen verteilen sich gut und es ist wie immer: "Ein paar Meter" gewandert und das ist für die Meisten schon zu viel.

Spring Creek [Hurricane Cliffs]
Spring Creek [Hurricane Cliffs]

Eingerahmt von zunächst gelben Felswänden führt der Trail sanft bergauf. Einige Creekquerungen sind unproblematisch, da Wasser Fehlanzeige ist. Je tiefer wir in den Canyon vordringen, desto spärlicher wird die Vegetation. Die gelben Felswände wechseln nun in das unverwechselbare Rot des US-amerikanischen Südwestens. Die Felsentürme sind im wahrsten Sinne des Wortes überwältigend.

Spring Creek [Hurricane Cliffs]
Spring Creek [Hurricane Cliffs]

Nach einem kleinen Alkoven, an dem auch die letzten der Wanderer kehrt machen, wird es enger und etwas komplizierter. Drop-Offs stellen sich ab und an in den Weg. Nachdem sie nicht großartig in die Höhe ragen, stellen sie kein Hindernis, sondern eher eine willkommene Abwechslung dar. Der Weg beschränkt sich aber dann irgendwann auf das Bachbett und der Trail wird dadurch sehr steinig.

Nach drei Meilen ist die GPS-Aufzeichnung nicht mehr zu gebrauchen. Feuerrote Canyonwände stehlen das Signal. Das ist aber sowas von egal, denn es gibt keine alternativen Routen auf denen man sich verirren könnte. Nach 2,6 Meilen wird das Vorankommen schwierig, da es sehr eng und rutschig weiter führt. Wir machen eine kleine Pause und kehren dann um. Ein Durchbruch, wohin der auch immer führen könnte, ist nicht geplant.


Nach gut drei Stunden sind wir zurück am Parkplatz, der jetzt vor Leere gähnt. Diese Canyonwanderung war wunderschön. Schon länger hatten wir keine so mächtigen und roten Canyonwände mehr vor der Linse.

Und der Tag ist noch jung! Wir fahren zurück nach Cedar City und nehmen die UT 14 bis zum Red Hollow Trailhead. Ein nicht kleines Trailsystem führt am östlichen Fuße von "The Red Hill" in das sogenannte Red Hollow.

Red Hollow [Hurricane Cliffs]

Es geht bergauf und der Red Hollow Trail führt uns immer weiter in den Canyon hinein. Links und rechts des gut begehbaren Wanderwegs liegen rot-gelbe Felsen mit schöner Zeichnung. Teilweise sehen die Boulder wie große Bücher aus. Das kennt man ja von Trails nicht nur rund um Moab. Nach 0,5 Meilen sind wir an einer Trailkreuzung.

Red Hollow [Hurricane Cliffs]
Red Hollow [Hurricane Cliffs]

Der Name Thor's (Thor ist der Stärkste unter den Göttern – aber nicht der Schlaueste) Hideout klingt interessant, also nehmen wir diesen Trail, der in die östliche Flanke des Red Hollow führt. Die Steigung nimmt zu und naturgemäß damit auch der Ausblick. Oben auf dem Hideout hat sich jemand die Mühe gemacht und einen Stuhl aus Ästen und Steinplatten gezaubert; für den Thor versteht sich. Nach 0,45 Meilen sind wir zurück an der Trailkreuzung.

Red Hollow [Hurricane Cliffs]

Nun folgen wir dem Hideout Trail weiter bergab in das Hollow nach Norden und kehren nach 0,40 Meilen um. Wir nehmen den Hideout Trail auf der Westseite und gehen dann zurück zum Auto. Kurz davor kommen uns keine Mountainbiker, sondern zwei Motorräder entgegen. That's America, kaum zu glauben! Knapp zwei Stunden für 3,2 Meilen sind genug.

Das Abendessen im Centro Pizza war sehr gut und morgen geht es für eine kleine Wanderpause nach Las Vegas! Obwohl, - ein kleiner Hike auf dem Weg dorthin hilft, die Zeit bis zum Check-in zu vertreiben.



Montag, 25.09.2023

Sonne und 15 Grad Celsius sind erste Akklimatisierungswerte für Las Vegas! Die Interstate 15 bringt uns an den südlichen Rand von Utah. Der Exit 23, Leeds und Silver Reef, gehört uns. Nach der Ausfahrt blinken wir nach rechts und folgen der Silver Reef Road, die bald Oak Grove Road heißt, 1,93 Meilen. Die "letzten Meter" sind ungeteert, jedoch wunderbar mit allen Fahrzeugklassen zu befahren.

Links liegt der kleine Parkplatz und Trailhead zum Silver Rim; wir sind die Ersten und Einzigen. Die Erwartungshaltung ist sehr hoch, da wir hoffen, dass die Nähe zu Yant Flat die Geologie etwas in diese Richtung beeinflusst. Soviel vorweg, - es ist schön und es ist rot. Aber die Zeichnungen von Yant Flat sind nicht zu finden.

Silver Rim Trail [Red Reef - Dixie National Forest]

Der sandige Trail führt oberhalb des Leeds Creek am Silver Rim nach Westen und dann nach Süden. Die rote Natur nimmt uns gefangen und als wir die Anhöhe erreichen, wird das Red Reef sichtbar. Die Blicke reichen von Leeds bis zu den Zion Massiven und bis nach St. George. Unten im Tal haben sich ausnehmend große und schöne, sicherlich auch nicht billige Häuser ihre Plätze zwischen dem White Reef und den roten Klippen gesucht.

Silver Rim Trail [Red Reef - Dixie National Forest]

Der Weg wendet sich nach rechts, führt um eine Spitze des Riffs herum und folgt dann nach Norden einer alten Dirtroad in ein Tal. Unten angekommen, schwenken wir nach links und folgen weiter den Konturen des Reefs. Nach gut zwei Meilen geht es wieder bergauf, aber der Trail verliert sich im immer dichter werdenden Nadelwald. Wir machen kehrt und schlendern Las Vegas entgegen. Nach knapp 5 Meilen sind wir am Auto und machen uns wieder auf den Weg.

Silver Rim Trail [Red Reef - Dixie National Forest]
Silver Rim Trail [Red Reef - Dixie National Forest]

Aber wir sind noch zu früh, außerdem gewinnen wir an der Staatsgrenze zu Nevada noch eine Stunde. Diese Übung ist bekannt, wir fahren zur Kaffeepause in einen Starbucks in St. George. St. George ist wieder gewachsen, neues Gewerbe, neue Wohnhäuser und neue Hotels.

Auf nach Las Vegas! Wir sind gespannt, was sich in vier Jahren Corona-Pause alles verändert hat. Der Felsendurchbruch des Virgin Rivers an der Staatsgrenze ist schön grün. Es hat wohl doch mehr geregnet als gewohnt. Als wir uns Las Vegas nähern beginnen die Solarpanelen bereits beim Valley of Fire in ungekanntem Ausmaß die Wüstenflächen zu besiedeln. Ganz Las Vegas ist umzingelt von Solarkraftwerken, - Herr Habeck hätte seine Freude. Und als wir an der Mündung der US 93 kurz vor Apex fahren wird klar, dass wir uns die Zeit noch im Outlet vertreiben müssen. Eine Tasche geht immer.

Am Check-in im Vdara stehen Massen an 7 Countern, aber es geht ziemlich flott voran. Für 25 Dollar pro Nacht bekommen wir ein Zimmer im 33. Stock mit Blick auf die Fountains und der neuen Sphere. Sehr schön! Weniger schön sind die Tribünen, die entlang der Fountains für das Formel 1 Rennen aufgebaut werden. Alle Bäume, die neben den Ausbuchtungen standen, sind gefällt. Aber Las Vegas darf nicht still stehen!

Sphere Las Vegas

Die Stadt ist voll wie immer. Leider auch voller Gestank nach Canabis. Auch die Anzahl der Obdachlosen hat spürbar zugenommen. Wir sitzen nun an der Bar des Vdara, - das Bier kostet 10 Dollar, der Mule 18 und gehen dann ins Mon Ami Gabi im Paris. Wir lieben dieses Lokal. Das Essen war wieder sehr gut und der Wein aus der Bourgogne sowieso. Die Nachspeise ist der Blick vom Zimmer auf ein leuchtendes Las Vegas und die wechselnden Videos auf der größten "Leinwand" der Welt. Und nur, da es nicht mehr selbstverständlich und bemerkenswert ist, der Hinweis, dass die Kuppel von einer deutschen Firma am Bodensee hergestellt wurde. Die Sphere ist klasse, bald ist Eröffnung.


Dienstag, 26.09.2023

Wir holen uns einen Kaffee vom Vdara Bistro "Market Place" und genießen zwei Stunden den Pool bei angenehmen Temperaturen. Dann aber muss wieder Bewegung her und wir spazieren den Strip entlang nach Norden bis zum Riesenrad und dann in die Sands zur Sphere. Der Plan war, dass wir uns das Ding noch von innen anschauen können. Aber wir kamen nur ein paar Schritte in die Baustelle. Platzverweis :-)

Sphere Las Vegas

Also gut, - auf zur Fashion Show. Der Spaziergang durch die Mall tut gut, es ist angenehm kühl und natürlich gibt es viel zu sehen. Und ein paar Dinge können wir auch brauchen. Beim Rückweg durch die Hotels fällt uns auf, dass ganz Las Vegas hustet. Noch könnte man annehmen, dass es das Canabis ist. Aber möglicherweise passiert es heute!

Vor dem Essen sind wir im Caesars Palace an einer der vielen Bars. Zwei Dinge sind bemerkenswert. Das 0,3 Bier kostet 11 Dollar und es gibt inzwischen mobile Physiotherapie sowohl an der Bar, als auch beim Spielen. Wir essen im Water Grill; das Sushi und der Wein waren gut, der Rest nicht.


Mittwoch, 27.09.2023

Die Nacht war ein Traum, leider mit der Vorsilbe "Alb"!

Es ist 2 Uhr früh, als wir waagerecht in der Luft hängen. Diese übertriebene Formulierung ist einem unglaublich lauten Geräusch geschuldet. Feueralarm, ergänzt mit der Durchsage, dass wir sofort das Zimmer verlassen sollten. Schnell in die Jeans, Ausweise und sonstige wichtige Unterlagen genommen und los.

Eine Dame des Roomservice zieht weiter hinten im Gang noch in aller Ruhe die Betten ab. Die Brandschutztüren am Aufzug waren zu, aber nicht abgeschlossen. Wir nehmen den Aufzug, auch wenn das fahrlässig ist. Und was soll ich sagen? Unten, sowohl beim Sicherheitsdienst, als auch an der Rezeption wusste niemand auch nur irgendetwas. Ich verlangte den Supervisor Safty und der Bursche sprach nur im Konjunktiv. Er meinte, irgendwer hätte gekocht, was den Alarm ausgelöst haben könnte. Work in progress.

So sitzen wir nun in der Lobby mit ein paar Anderen inklusive Kindern - die Mehrheit ist aber offensichtlich auf den Zimmern geblieben - und warten. Irgendwann kommt die Kochbestätigung aus dem 33. Stock und wir könnten nun in unser Zimmer zurück. Ich möchte nicht wissen, was eine wirkliche Katastrophe unter Steuerung so vieler Ahnungsloser anrichten könnte. Eine Frechheit und m.E. höchst fahrlässig. Nach dieser Aufregung war an Schlaf erstmal nicht zu denken. Dann gab es auch noch länger laute Klopfgeräusche. Haben sie den Kochtopf vom Herd schlagen müssen? Insgesamt stellen wir fest, dass das Vdara auch nicht mehr das ist, was es noch vor Jahren war.

Das Aria Cafe existiert nicht mehr, schade! Und dass das Frühstück im Ocean One in der Miracle Mile gut und nicht allzu teuer ist, hat sich ja leider inzwischen auch rumgesprochen. So ergattern wir dort nur noch einen Platz an der Bar, was das Frühstück nicht sehr gemütlich macht. Aber es war gut.

Heute gehen wir auf der anderen Seite des Strips nach Süden bis zum Mandala Bay. Vor den Polo Towers wird ein neues Center gebaut. Shops und Restaurants sind geplant. Ein riesiger Parkplatz wird für die Formel 1 geteert.

Abends versuchen wir zunächst an einer Bar eine Frozen Strawberry Margherita zu ergattern, aber keine Bar hat mehr einen Mixer. Vermutlich ist das Kosten-/Nutzen-Verhältnis ungenügend. Dafür war das Abendessen erneut im Mon Ami Gabi sehr gut. Wir haben auch einen Platz im Patio mit Blick auf den Fountain bekommen. Die Sicht ist noch frei, denn die F1-Tribünen sind momentan nur an den Seiten aufgebaut. So hatten wir zum guten Essen auch eine gute Unterhaltung. Ein schöner Abend!

Die Zeit der Pausen ist vorbei, morgen geht es nach Arizona unter dem Motto "Keep on hiking".



Donnerstag, 28.09.2023

Wir wollten an der Vdara Bar frühstücken, die öffnet aber erst um 8.00 Uhr und so kaufen wir uns etwas im Market Place und verlassen dann Las Vegas.

"Well I'm standing in a corner of Winslow, Arizona", - die "Eagles"" besingen im Song "Take it easy" den Ort, in dem wir heute noch einchecken werden. Die neue Interstate 11, die die US 93 ablösen wird, bringt uns zügig nach Kingman. Sie ist aber nur in Nevada fertig ausgebaut. Kurz vor Kingman erspähen wir die ersten Joshua Trees und Chollas an der Straße. Dann donnert der Ford auf der Interstate 40 nach Osten. Es geht an den hohen Bergen von Flagstaff vorbei und auch Winslow lassen wir zunächst einmal neben der Autobahn liegen. Nach rund 380 Meilen sind wir am Haupteingang des Petrified Forest National Park. 14 Meilen sind es noch bis zum Trailhead des Historic Blue Forest Trails.

Blue Mesa Historic Trail - Petrified Forest National Park

Ein paar Biker und zwei Auto sind ebenfalls hier. Die Biker, die sicherlich die Route 66 fahren, schauen nur in die Ferne, die Autofahrer wandern, aber keine Meile. Nur zwei Mädels begleiten uns in diese tolle Badlands-Landschaft in Weiß, Rot und Lila bis zum Ende des Trails.

Es geht in einen Einschnitt nach Osten. Der Trail ist durch eine Aufschüttung erhöht und führt uns Richtung der bunten Hügel. Nach 0,4 Meilen geht es erstmal bergauf. Nur kurz, dann führt der gut sichtbare Weg auf den Rücken der Hügel weiter. Es ist nicht anstrengend, sondern nur wunderschön.

Historic Blue Forest Trail
Historic Blue Forest Trail

Wie eine angemalte Mondlandschaft liegen die Hügelformationen in der Ebene. Sedimentschichten werden durch die unterschiedlichen Farben sichtbar. Vereinzelt liegen versteinerte Baumreste am Wegesrand. Es ist momentan kaum vorstellbar, dass vor langer, langer Zeit hier einmal Wald war. Nach 1,3 Meilen stehen wir oben am Ende des Historic Blue Forest Trail. Unten im Tal führt der Blue Mesa Trail geteert und befestigt durch die Landschaft und nach oben zu dessen Trailhead. Wir nehmen noch den nicht ganz einfachen, aber auch nicht notwendigen Abstieg zum Blue Mesa Trail und kehren dann nach 1,35 Meilen um.

Historic Blue Forest Trail [Petrified Forest National Park]
Historic Blue Forest Trail [Petrified Forest National Park]

Das waren schöne 1,5 Stunden und jetzt zurück auf die Interstate und ab nach Winslow. Das "La Posada Hotel and Gardens"" ist im Prinzip in Winslow konkurrenzlos. Es liegt wirklich direkt an der Eisenbahnstrecke, aber wenn Züge nicht rangiert werden, dann ist die Lärmbelästigung kaum vorhanden. Die Zimmer sind historisch, leider damit insgesamt nicht groß und auch mit kleinem Bad ohne Ablagemöglichkeiten. Aber das Essen im Hotelrestaurant, vermutlich die frühere Wartehalle, war top!


Freitag, 29.09.2023

Wir haben ganz gut geschlafen, die Züge hat man kaum gehört. Sie fahren nur schleichend am Hotel vorbei und geben auch kein Signal im Ort. Allerdings hatten wir auch ein Zimmer, das kein Fenster zur Bahnstrecke hatte.

Das Frühstück im Hotel war nicht gut, die Eier schwammen im Fett und der French Toast war mit einer Quark-Sahne-Mischung gefüllt - too much! Der Kaffee hingegen war ausgezeichnet, wir hätten nicht gedacht, dass wir das einmal in den USA behaupten können. Aber das ganze Hotel mutet mexikanisch an, was unsere Erklärung für den Kaffee ist. Frisch gestärkt, bei angenehmen 18 Grad Celsius, sind wir auf der I-40 nach Osten unterwegs. Unser Ziel ist erneut der Petrified Forest National Park. Allerdings nehmen wir heute zunächst einen Seiteneingang.

Der Exit 303 gehört uns! Wir nehmen die Adama Road nach links, überqueren die Interstate und passieren die Auf- und Abfahrt auf der anderen Seite. Dann fahren wir die noch halb geteerte Kehre nach rechts und folgen der nun ungeteerten Washboard Road, die praktisch eine Frontage Road zur I-40 ist. Name ist Programm, aber schlimm sind die Waschbretter nicht. Die Erfahrung mahnt zur Erhöhung der Geschwindigkeit. Ab dem Ende der Kehre sind es genau 1,37 Meilen, bis die Black Curve Road halblinks abgeht. Die Black Curve Road wird nach weiteren 0,93 Meilen zur Bear Paw Road, die nach 0,21 Meilen an einer Schranke endet. Die Dirt-Roads sind bei normalen Verhältnissen alle mit einem PKW befahrbar. Wir sind am Trailhead zum Devils Playground, - Parkmöglichkeiten für ein paar Autos sind vorhanden.

Wir überqueren die Lithodendron Wash nach Nordwesten und gehen gerade aus in die nächste Wash, oberhalb der der Trail liegt. Die getrockneten Lehmreste in der Wash haben sich gespalten und gewölbt. Sie sehen aus wie alte Baumrinden oder dem Herbst zum Opfer gefallene Blätter.

Devils Playground [Petrified Forest National Park]

Nach 0,83 Meilen folgen wir dem Einschnitt nach rechts. Die Felsenwände haben sich hier aufgebaut und zu runden und eckigen Steinskulpturen sowie zu Hoodoos geformt. Der Rest ist abgefallen und sieht wie durcheinander gewürfelte Steine und Platten aus. Die Farben konsolidieren sich in einem dunkleren Braun, das mit Weiß abgedeckt ist. Da hat sich der Teufel schon mal ausgetobt. Am Ende dieses kleinen Einschnitts führt der Weg kurz nach oben auf eine riesige Mesa.

Devils Playground [Petrified Forest National Park]
Devils Playground [Petrified Forest National Park]

Wir folgen dem sichtbaren Trail, Pfosten geben zusätzlich die Richtung vor. Nach der Mesa eröffnet sich der Spielplatz des Teufels. Unten sieht man einen großen Pfosten, der mehr oder weniger die Zentrale für das Tal vorgibt. Nach insgesamt 1,75 Meilen steigen wir ab und folgen dem Playground am linken Rand. Rechts türmen sich die tollen Felsfiguren unglaublich schön und interessant auf. Oben sieht man eine künstliche Öffnung, möglicherweise eine alte Mine. Links ein Grashang, rechts die Felsformationen, wir folgen dem Rand bis es nach zirka 2,4 Meilen nicht mehr weiter geht. Grashang oder Felsen, das ist nun die Frage.

Wir entscheiden uns für die Felsenvariante und quälen uns auf den kleinen Berg über große Boulder. Oben liegt dann auch noch ein Zaun im Weg den wir vorsichtig umsteigen. Von hier oben haben wir einen tollen Überblick über das Gesamtgebiet, suchen uns aber dann einen Abstieg, den wir bald im Norden finden. Mit Vorsicht steigen wir ab, es ist erneut ziemlich steil. Unten begrüßt uns dann ein ganzes Dorf an kleinen Hoodoos. Sehr schön! Nach rechts geht es weiter und die Felsformationen ändern ihr Aussehen und ihre Farben.

Devils Playground [Petrified Forest National Park]
Devils Playground [Petrified Forest National Park]

Hier sieht es teilweise wie im Fantasy Canyon aus. Die Figuren sind filigran. Es liegen zudem viele versteinerte und zerbröselte Baumstämme herum. Die Felder gleichen einem Scherbenhaufen. Der Teufel hat hier nicht nur gespielt, sondern gewütet. Beruhigung tritt ein, als nach rund 2,8 Meilen lila Dreckhaufen mit weißem Kopf in der Landschaft stehen. Wir steigen weiter durch die Formationen, begegnen weiteren Hoodoos, teilweise breit, jedoch nicht hoch. Braun gezeichnete Kappen vollenden die Formationen, die dann wie ein Stuhl aussehen.

Devils Playground [Petrified Forest National Park]
Devils Playground [Petrified Forest National Park]


Nach 3,7 Meilen gehen wir durch einen Weidezaun und dann ist der Lollipop-Loop vollendet. Wir steigen auf zur Mesa und gehen über die Wash zurück zum Auto, das wir nach 6,24 Meilen erreichen. Das waren 3 1/4 Stunden feinster Südwesten im und auf dem Spielplatz des wütenden Teufels. Fantastisch!

Es geht zurück zur Interstate und weiter zum Exit 311. Als wir wieder im Park sind, folgen wir der Parkstraße 1,8 Meilen. Am Kachina Point ist unser Trailhead für die Onyx Bridge.

Der Trail beginnt links vom "Painted Desert Inn Museum". Es geht gleich steil nach unten, immer den roten Dünen, die am Kamm teilweise weiße Felsen haben, entgegen. Die Leuchtkraft dieser Sandberge ist atemberaubend. Sie reihen sich nach links vorne aneinander soweit das Auge reicht. Der Trail schlängelt sich durch diese schönen Hügel.

Onyx Bridge [Petrified Forest National Park]
Onyx Bridge [Petrified Forest National Park]

Nach rund einer halben Meile hat man die weite Ebene erreicht, der man praktisch immer geradeaus folgt. Die Lithodendron Wash stellt sich in den Weg, wir queren sie direkt und gehen querfeldein erneut geradeaus weiter.

Onyx Bridge [Petrified Forest National Park]

Als wir nach 1,7 Meilen die Bergformationen des Black Forest erreichen, beginnt trotz richtiger GPS-Daten die große Suche. Wir probieren mehrere Einschnitte, steigen auf und steigen ab und einmal stehen wir direkt an einem Überhang unter der Onyx Bridge. Aber dort kommt man nicht hoch. Also kurz zurück und weiter links aufgestiegen. Und siehe da, - hier liegt sie, zerbrochen und einsam. Als wir dort etwas Pause machen, sehen wir unten eine Wanderin, die das gleiche Problem hat wie wir. Wir lotsen sie von oben zur Brücke. Die junge Frau war ziemlich dankbar, denn sie ist offensichtlich auch etwas umhergeirrt.

Onyx Bridge [Petrified Forest National Park]
Onyx Bridge [Petrified Forest National Park]

Der Rückweg, der wirklich schnurstracks zum Aufstieg zum Trailhead führt, war dann bald erledigt. Aber dann geht's noch zapfig hinauf und nach knappen 4 Meilen war es dann aber auch getan. 2 1/4 Stunden später das Fazit: Dadurch, dass die Bridge zerbrochen ist, sieht sie nicht viel anders aus, als die vielen Baumstämme, die hier herumliegen.

An der Hotelbar haben wir eine Einheimische kennengelernt, die im Ort ein Airbnb betreibt. Sie hat für eine Gesellschaft Sangria machen lassen, gewartet und uns dann 2 Gläser ausgegeben. Die hatten es in sich und der Rotwein war offensichtlich nicht der Beste. Das Abendessen und der Kendall Jackson waren gut. Das leichte Kopfweh kam eindeutig vom Rotwein :-).



Samstag, 30.09.2023

Wir haben auf unserem Weg nach Santa Fe 335 Meilen vor uns. Nach dem Frühstück im Falcon Restaurant, das schon ok war, fahren wir auf der I-40 nach Osten. Vorbei an unseren schönen Trails im Petrified Forest National Park, vorbei am Grand Canyon, kommen wir in die Navajo Reservation, die uns dann eine Stunde weniger beschert. Arizona hat im Sommer ja die Pacific Time. Aber nun "Welcome to New Mexico""; Gallup, die Continenal Divide und dann Albuquerque.

Wir wechseln auf die I-25 nach Norden und bereits weit vor Santa Fe bewahrheitet sich der Wetterbericht. Schwarze Wolken über den Bergen drohen am Himmel. Links Richtung San Ysidro scheint noch die Sonne auf die Pueblos. Und dann bricht Sturm und Hagel über uns herein. Die Temperaturen senken sich von 90 auf 55 Grad Fahrenheit. Das kommt schon sehr nahe an die 10 Grad Celsius heran.

Anschließend fahren wir im überschwemmten Gebiet bis zum Trailhead des Sun Mountain. Da aber für Sonne keine Aussicht besteht und es für den Check-in zu früh ist, besuchen wir noch einen Supermarkt. Dann endlich Check-in im Historischen Hotel Chimayo, ein altes Haus, stilvoll eingerichtet, aber Zimmer und Bad (Nr. 101) sind veraltet. Nicht einmal Frühstück gibt's hier. Und für den Preis hätten wir auch ins Hilton gehen können, aber dort war leider nichts verfügbar. Aber das Abendessen im 315 war - wie immer - hervorragend.


Sonntag, 01.10.2023

Das Frühstück zwei Häuser weiter bei Breakfast Burrito war gut und wir starten um 9 Uhr bei sonnigen 16 Grad Celsius. Auf der NM 285 geht es nach Norden und dann auf der NM 502 über den Rio Grande nach Los Alamos. Dort passieren wir die Militärkontrolle ziemlich schnell, eine Warteschlange, so wie wir sie auch schon erlebt haben, gibt es nicht. Es geht vorbei an den durchlöcherten Felsen des Bandelier National Monument und hoch zur "Valles Caldera" auf der NM 4. Die "Valles-Caldera" bildete sich während zweier großer Eruptionen vor ca. 1,7 und 1,2 Mio. Jahren, die eine Auswurfmenge von ca. 600 km³ hatten, weshalb sie zu den Supervulkanen gezählt wird. Von oben betrachtet ist sie nicht nur riesig, sondern schön. Der Lava Dome gleicht einem Mittelgebirge.

Die Passstraße ist kurvig und der Nebel wabert durch die Wälder. Als wir jedoch die Jemez Road erreichen, ist strahlender Sonnenschein und es ist auch wieder wärmer. Nach 59 Meilen sind wir am Trailhead der Jemez Falls. Der East Fork Trail 137 ist ein schöner Spaziergang im Wald und nach 0,4 Meilen sind wir bereits am Ziel. So sehr wir uns über die Sonne freuen, jetzt, am frühen Vormittag steht sie "saumäßig blöd", um ein einigermaßen vernünftiges Foto zu schießen.


Der Wasserfall ist ganz nett und fast idyllisch in die Landschaft eingebettet. Wir ersteigen uns fast alle Perspektiven, aber ein wirklich guter Spot ist für diese Tageszeit nicht zu finden. Nach 0,84 Meilen, wir waren eine halbe Stunde unterwegs, sind wir zurück am Parkplatz.

Es geht zurück nach Los Alamos und dann weiter nach Norden bis Espanola. Über die US 84 biegen wir kurz vor Abiquiu auf die NM 554 und dann geht es in die Prärie auf der CR 218. Letztes Jahr sind wir herumgeirrt, da die teilweise nur mit HC passierbaren Jeeproads nicht zu den GPS-Daten gepasst haben. Heuer habe ich die GPS-Wegpunkte anhand der Satellitenbilder von Goolge-Earth gesetzt und nach rund 0,6 Meilen rumpelnder Fahrt, haben wir in der Wiese geparkt. Das ist der von uns erklärte Trailhead für den sogenannten El Rito Carson Loop.

Es geht hinunter zum El Rito Creek. Linker Hand führt ein Zaun dem Ziel entgegen. Wir kämpfen uns durch Sträucher, der Bach hat aber wenig Wasser, so dass wir unbeschadet und trocken auf der anderen Seite ankommen. Wir gehen weiter geradeaus in die Seitenwash und nach einigen Metern steigen wir nach rechts oben aus.

Es dauert eine halbe Meile bis wir an den ersten Felsformationen ankommen. Und hier ist zu erkennen, was sich von der Straße und der Anfahrt nicht erahnen lässt. Dieses Felsengebiet ist fantastisch. Die Formationen reichen von einem Steinbogen, über Hoodoos hin zu Valley of the God-ähnlichen Butten. Eine Abbruchkante im Westen zeigt, dass sich das Gebiet mit jedem Regenguss erweitert.

El Rito Carson Loop [Carson National Forest]
El Rito Carson Loop [Carson National Forest]
El Rito Carson Loop [Carson National Forest]
El Rito Carson Loop [Carson National Forest]

Gegen den Uhrzeigersinn streifen wir durch diese tolle Natur bis zu dieser Abbruchkante. Manchmal finden wir einen Trail, vielleicht ist es aber auch nur ein Wildwechsel, und ein paar alte Jeep Roads, wählen unseren Weg jedoch meist querfeldein nach den Formationen, die uns ins Auge stechen.

Nach gut 2 Meilen sind wir zurück am Auto. Leider mussten wir unsere Erkundungstour verkürzen, da der Regen meinte uns waschen zu müssen. Nun gut, so schlimm war es nicht, aber das Auto steht nicht auf dem Teer und Regen ist oftmals keine gute Voraussetzung für Offroad-Fahrten. Es wurde auch Zeit, da wir beim Wechseln des Schuhwerks Schüsse hörten.

Über El Rito folgen wir der 554 nach Westen. Und über die State Road 111 treffen wir wieder auf Zivilisation und die US 285 bringt uns zur Carson Road. Es geht dann ohne Teer und ziemlich rumpelig und steil auf der 567 hinunter in Richtung der Orilla Verde Recration Area. Wir parken jedoch bereits vorher am La Vista Verde Trailhead.

Der La Vista Verde Trail führt anfangs steinig, dann sandig durch Sagebüsche. Teilweise erstaunlich, wie viele Nuancen es von der Farbe Grün gibt. Der Trail hat den richtigen Namen. Zwischen den Büschen und Gräsern liegen dunkle Lavafelsen herum und sichern den Abhang zum Rio Grande, den man sehr lange nicht sieht, der jedoch 50 Meter unten seine Kurven zieht. Nach 0,6 Meilen kommt rechts der erste Viewpoint.

La Vista Verde [Canon del Rio Grande]
La Vista Verde [Canon del Rio Grande]

Bald darauf folgt ein Sumpfgebiet, das links an und in der felsigen Wand jedoch locker umgangen werden kann. Vermutlich ist hier im Hochsommer nichts von Wasser zu sehen. Und dann kommen wir nach gut einer Meile auf ein Plateau, das die Sicht auf den Rio Grande frei gibt. Weit hinein in einen Abschnitt reicht der Blick. Und eine Bank sorgt dafür, dass man der Unangestrengtheit des Trails weiter frönen kann. Es ist schön hier!

La Vista Verde [Canon del Rio Grande]
La Vista Verde [Canon del Rio Grande]

Die 2,36 Meilen waren in gut einer Stunde inklusive Pause erledigt.

Wir fahren die ungeteerte Straße weiter und überqueren den Fluss. Immer am Rio Grande entlang schlängelt sich die 570 der NM 68 entgegen, die dann nach rechts genommen bis nach Espanola führt. Nach Santa Fe ist's dann nicht mehr weit. Drei schöne Wanderungen sind Vergangenheit. Und jetzt gibt es ein sehr gutes Abendessen im letzten Jahr entdeckten Terra Cotta.


Montag, 02.10.2023

Es ist der Urlaub der 2. Versuche wie am Mount Tallac in South Lake Tahoe, sind wir am Deception Peak am Schnee gescheitert. Und heute ist es sehr kalt und es bläst ein strenger Wind, so dass - so viel vorweg - etwas Schnee vielleicht die angenehmere Variante sein würde. Aber wir sind frohen Mutes und machen uns nach dem Frühstück auf zur Santa Fe Ski Area. Es sind nur 7,5 Meilen auf der NM 475, die sich kurvig und teilweise steil in den Himmel schraubt.

Am Trailhead hängt ein großes Schild mit verwirrend vielen Trails und ganz unten steht, dass einige Trails in der Pecos Wilderness schwierig zu verfolgen und die Trail-Kreuzungen schlecht gekennzeichnet sind. Es könnte sein, schreibt man, das Sie in eine Sackgasse geraten und es wird "highly recommended", eine Karte und Kompass dabei zu haben. Leute geht mit der Zeit, es ist GPS Time!

Wir starten auf Windsor Trail 254 durch den Wald nach oben. Nach 0,7 Meilen kommt ein Zaun, der den Durchbruch des Windsor Trails zum Nambe Lake signalisiert. Wir biegen nach rechts ab und folgen dem Trail rund 0,8 Meilen den Zaun entlang. Dann sind wir an der Ridge der wir nach rechts folgen. Hier haben wir letztes Jahr aufgegeben, da wir bis zur Hüfte in den Schnee eingebrochen sind.

Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]

Freie Sicht auf die umliegenden Berge und die Natur und dann immer dem Bergrücken entlang ziemlich steil bergauf. Es geht links vorbei an einem Schotterfeld und nach 2,1 Meilen liegt erneut Geröll im Weg. Wir versuchen rechts herum zu gehen, aber leider war das sowas von falsch. Nach 0,15 Meilen stehen wir im Nirwana, kein Trail, kein Pfad mehr. Die Entscheidung war klar, - zurück und einen Wegpunkt angesteuert, der nach dem Fehler liegt. Und dann merken wir, dass ein GPS ein hilfreiches Teil ist, wir sind nach 0,3 Meilen Umweg wieder am Trail und folgen nun erneut dem Bergrücken. Wir hätten also links vorbei gehen müssen. Also Leute, immer auf der Ridge bleiben!

Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]
Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]

Nach 3,2 Meilen sieht man links unten den Nambe Lake liegen und kurz darauf haben wir die Baumgrenze erreicht. Wir sind jetzt mitten in den Sangre de Christo Mountains. Hier oben stürmt es und es ist saukalt. Alles, was wir dabei haben, haben wir angezogen, aber als wir nach knapp 3 Meilen auf 3.733 Meter sind und nach links der Gipfelsturm zum Deception Peak losgegangen wäre, sind wir rechts abgebogen und haben uns abwärts orientiert. Die Aus- und Rundumsicht ist fantastisch. Aspen haben sich überall ein paar Quadratmeter des grünen Santa Fe National Forest geklaut und leuchten gelb aus dem grünen Brei heraus. Aber es ist zu kalt um das alles länger zu genießen. Und siehe da, jetzt kommen drei Mountain Biker, sie schieben ob der Steigung ihr Rad, und einer hat doch tatsächlich eine kurze Hose an. Respekt!

Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]
Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]

Der Santa Fe Lake lässt sich ganz weit unten kaum blicken, da das Tal in dem er liegt dicht bewaldet ist. Wir sind nach 3,2 Meilen an der Skipiste und folgen nach einer kurzen Rast der Jeeproad nach unten. Just nach 3,4 Meilen führt der Trail weg von der Road - wir haben es zunächst verpasst - und gerade aus ins Tal. An einer weiteren Liftstation folgen wir erneut einer Road nach rechts und bleiben auf der angenehm zu gehenden Strecke bis ins Aspen Basin. Dann geht es über den Creek hinunter zur Talstation. Der Trailhead ist dann nicht mehr weit. Mit Umwegen waren wir dann doch 6,78 Meilen unterwegs. Schön war's, kalt war's, windig war's und eigentlich sind wir jetzt froh, dass wir im Auto sitzen.

Deception Peak Loop [Santa Fe National Forest]

Nach einer Stärkung im Starbucks waschen wir uns die Mühen des Tages ab und kehren in der Osteria d' Assisi ein. Gut war's!



Dienstag, 03.10.2023

Das war's schon wieder. Santa Fe ist in den letzten Jahren zu einem unserer Lieblingsspots geworden. Die Möglichkeiten für Wanderungen sind vielfältig. Sie reichen von hohen Bergen bis hin zu Flußspaziergängen und nicht nur rote, sondern auch andersfarbige Felsen gibt es en masse. Auch die Infrastruktur ist toll. Wunderbare Restaurants und auch Bars sorgen für das leibliche Wohl. Ich erwähne keine der vielen Einkaufsmöglichkeiten, denn die angebotene Ware an Schmuck und Kleidung gefällt uns nicht.

Wir fahren ohne Frühstück los und heute ist keine Wolke mehr am Himmel zu sehen. Unterwegs finden wir einen Denny's, der uns ein gutes Frühstück serviert.

Die I-25 zieht sich nach Albuquerque durch weites Land. Kaum Gebäude, links und rechts nichts, was keine Natur wäre. Die Autos sehen aus wie Ameisen, die Interstate wie eine Raupe, die sich nach Süden windet. Eine angenehme und schöne Sightseeing Tour durch Amerika, das wir lieben. Mitten in der Prärie jedoch Fußballfelder-große, unglaublich riesige Lagerhallen. Und der Ort auf der anderen Seite der Autobahn ist in der Größe sicher erst entstanden, als diese Arbeitsplätze vorhanden waren. Das, was man von der Interstate aus sieht, ist ziemlich neu.

Nach Truth or Consequences erreichen wir Caballo und noch etwas südlicher nehmen wir die NM 26 als Verbindung zur Interstate 10. Vorbei an Lordsburg gewinnen wir eine Stunde an der Staatsgrenze von New Mexico und Arizona nach 378 Meilen. Im Texas Canyon machen wir in der Rest Area eine kleine Pause. Dieser schöne Canyon macht selbst auf der Interstate eine gute Figur. Die Felsformationen sehen aus wie aufgestellte Kartoffeln, - interessant. Eine nachträgliche Recherche ergibt jedoch, dass es hier kaum Wanderungen und auch kaum Infrastruktur gibt.

25 Meilen vor Tucson stehen die ersten Saguaros Spalier und ab dem City Limit lungern auch die wie kleine Teddybären aussehenden Chollas herum. Das Hotel Home2 Suites ist ziemlich neu; unser Zimmer ist riesig und hat ein schönes Bad.

Der Spaziergang durch die Innenstadt von Tucson ist eher enttäuschend. Wir waren schon lange nicht mehr hier, aber die Stadt nimmt offensichtlich die Entwicklung anderer US-amerikanischen Kleinstädte. Viele Geschäfte, Bars und Restaurants sind geschlossen, die Fenster teilweise schon mit Pressspan vernagelt. Andererseits prägen europäisch anmutende Wohnhäuser das Stadtbild. Wir finden das Hotel Leo Kent, ein Marriott. Es ist sehr schön und hat eine große Bar. Take a seat!

Tucson Arizona
Tucson Arizona
Tucson Arizona
Tucson Arizona

Das Abendessen im Mesquite Grill im Doubletree war ok, aber der Service und das Ambiente eher befremdlich. Obwohl nur zwei Tische belegt waren, dauerte der Wein eine gefühlte Ewigkeit. Als wir noch bei der Hauptspeise waren, wurde an allen Tischen sehr lautstark das Frühstücksgeschirr aufgedeckt. Ehrlich gesagt unmöglich und eine Unverschämtheit. Kassieren mit reduzierter Leistung, das ist heute so.


Mittwoch, 04.10.2023

Das kostenlose Frühstück im Hotel war gut. Das Wetter ist es auch und so starten wir noch vor 8 Uhr zu unserer letzten Wanderung in diesem Urlaub. Dass es der letzte Hike sein wird, wissen wir noch nicht. Erst nach mehr als 30 Minuten sind wir aus der Stadt, aber auf der Fahrt sehen wir, dass Tucson durchaus seine sehr schönen Seiten und tolle Häuser, insbesondere die mit Hanglage, hat. Nur Downtown ist "tot".

Wir parken im Ventana Canyon Resort auf einem extra Parkplatz für den Trailhead. Der Trail #98 verläuft die erste Meile an Zäunen von Privatgrundstücken und des Resorts entlang. Der Trail selbst ist Natur pur, d.h. es geht bereits hier über "Stock und Stein". Die Umgebung ist einfach toll. Die Saguaros stehen wie Verkehrspolizisten oder Straßenlampen am Rand. Für Licht sorgt jedoch die kräftig strahlende Sonne.

Ventana Canyon Tucson [Coronado National Forest]
Ventana Canyon Tucson [Coronado National Forest]

Ab der Push Ridge Wilderness gibt es keine Trailmarker mehr. Der Weg ist aber hier unten jederzeit gut sichtbar. Es geht über steile und flache Passagen. Aber nach 1,5 Meilen stellt sich der Berg zunehmend in den Weg und es wird beschwerlicher, die Steigung zu überwinden. Nach 2,5 Meilen erreichen wir die Spitze der ersten Ridge. Ein schönes Zwischenplateau mit einem Superblick in den Canyon und nach Tucson lädt zur ersten Pause ein.

Ventana Canyon Tucson [Coronado National Forest]
Ventana Canyon Tucson [Coronado National Forest]

Die Saguaros sind Vergangenheit, hier oben gibt es sie nicht mehr. Oberhalb der Wash finden wir den immer dünner werdenden Trail nicht leicht. Ein paar Querungen des Canyonbodens über Boulder sind inklusive. Der Trail wird immer schlechter, viel Gestrüpp, an dem man sich leicht die Haut aufreißt. Nach 3,11 Meilen wird uns zudem bewusst, dass wir den gesamten Trail bis zum Windows Rock, der immerhin 13,7 Meilen lang sein würde, heute nicht mehr schaffen. Wir sind außerdem nicht so gut drauf!

Auf dem Rückweg erreicht uns mitten im Canyon ein Test-Alarm des Emergency Alert System der USA. Da sind wir in Deutschland meilenweit entfernt, wir haben schon Funklöcher in zugänglichen Regionen. Der Trail bestätigt außerdem unsere Umkehrentscheidung. Man muss sich wirklich bei jedem Schritt konzentrieren, wohin man steigt. Wir sind dann froh, dass wir nach knapp 5 Stunden die 6,2 Meilen hinter uns gebracht haben. Wir waren in einer wunderschönen Landschaft unterwegs, der Canyon ist wirklich toll.

Wir erholen uns erneut an der Bar im Leo Kent. Und dann hatten wir einen Termin im Bahnhof bei den Maynard's Kitchen. Die Vorspeisen waren fantastisch, die Hauptspeisen weniger. Die Lokation war sehr schön, wenngleich etwas ungewöhnlich. Wie im La Posada fahren die Züge direkt neben den Fenstern vorbei.


Donnerstag, 05.10.2023

Wir sind krank und auch deshalb fix und fertig von unserem gestrigen Hike. Beschluss: Direkt nach Las Vegas, der geplante Hike bei Kingman fällt aus!

Wir fahren die Interstate 10 nach Westen und nehmen dann die Elendsstrecke auf der US 60, genannt Grand Avenue. Hunderte von Ampeln, das ist schlimmer wie in München, vorbei an Sun City, mitten durch Wickenburg und dann endlich auf die US 93. Aber auch die ist anfangs einspurig mit Passing Lines. Dann wird es Gott sei Dank zweispurig und es geht sehr schnell voran. Es wird wirklich Zeit, dass die Interstate 11 gebaut wird.

Nur kurz läuft die I-40 gemeinsam mit der US 93 und bei Kingman beginnt der letzte Stint. Nach 6 Stunden erreichen wir Nevada und es ist nur noch 1 Stunde bis zum Hotel. Wir sind dieses Mal im MGM Park, dem früheren Monte Carlo. Das Hotel kostet die ersten beiden Nächte wenig, am Wochenende dreimal so viel. Das ist inzwischen immer so, aber dieses Mal öffnet auch noch die Sphere ihre Pforten. Unser Zimmer ist ok, etwas viel Rot, es liegt im 26. Stock.

Das Abendessen im Trevi im Caesars war echt gut, auch der Wein und der Service.


Freitag, 06.10.2023

Das Frühstück erneut im Ocean One, aber leider schon wieder an der Bar. Frisch gestärkt starten wir unseren Fußmarsch, anfangs sagten wir noch Spaziergang dazu, bis zum Premium Outlet. Wir beginnen am Las Vegas Blvd. und machen uns nach Norden auf.

Vor vier Jahren dachten wir, dass das Wynn/Encore einen neuen Tower auf der gegenüberliegenden Straßenseite baut. Aber da haben wir uns geirrt. Es ist doch tatsächlich ein Hilton mit dem Namen Conrad geworden. Wer kommt denn auf diesen Namen, alle Conrads mögen es uns verzeihen. Von außen finden wir es hässlich, was am roten Anstrich liegt. Interessant ist, dass ein Flügel eine sicher mehrere Fußballfelder große Videoleinwand ist. Die Technik macht offensichtlich noch Mucken, denn immer wieder sind Flächen ohne Videosignal. Als wir vor Ort sind, gehen wir natürlich rein. Und innen ist es wirklich klasse geworden. Eine kleine Sphere, also eine Video-Kugel zumindest, ist auch aufgebaut. Nett gemachte Bars und ein kleines Casino.

Las Vegas
Las Vegas

Unser Weg führt uns weiter nach Norden dem "eigentlichen" Mittelpunkt von Las Vegas entgegen. Aber an der South Main Street biegen wir halblinks ab und folgen der Straße durch das Künstlerviertel bis zum Charlston Blvd.. Und was ist an diesem Boulevard? Genau, das Outlet, wo es auch Taschen gibt. Wir drehen eine Runde und machen uns dann mit zusätzlichem Gepäck wieder auf den Heimweg. Wir sind jetzt schon "am Ende". Nachdem es inzwischen fast 40 Grad hat, gehen wir über die Hotels, die der Abkühlung dienen, bis zur Fashion Show zurück. Auch hier finden wir ein paar Dinge, aber jetzt reicht's!

Las Vegas
Las Vegas

Mit Paracetamol haben wir uns etwas erholt. Das Abendessen mussten wir aber absagen und auch unser Treffen mit Christian in Pismo Beach haben wir leider "storniert". Es macht keinen Sinn, - schade.


Samstag, 07.10.2023

Es geht uns immer noch nicht gut, so dass der Tag sehr schnell erzählt ist. Wir holen uns etwas von Starbucks, der direkt in der Hotellobby ist, frühstücken auf dem Zimmer und gehen dann zum Pool. Die Liegen, die versprechen, dass sie sehr lange im Schatten sind, gehören uns. In Ruhe verbringen wir den Vormittag am Pool. Nachmittags lungern wir auf dem Zimmer herum, aber gegen Abend wird die Lage besser und entspannter. Wir gehen ins Bellagio und sitzen im Lago an der Bar. Im Gespräch mit dem Barkeeper lernen wir, dass es Las Vegas wohl nun endlich gelungen ist, einen vernünftigen italienischen Prosecco zu importieren. Aperol Spritz? Yes, war die Antwort. Er war gut, aber mit 20 USD doch etwas sehr teuer.

Das Abendessen im Lavo war es auch, - teuer meine ich. Hier wird man wirklich nur abgezockt. Mit diesen Worten schließt das Tagebuch den Krankheitstag.



Sonntag, 08.10.2023

Wir suchen uns noch in Las Vegas ein International House of Panncakes, kurz IHOP, und das Frühstück war gut wie immer. Um 9.30 Uhr fahren wir zurück zur Interstate 15 vorbei an der Sphere, nehmen Abschied von Las Vegas und donnern nach Süden.

Am allseits bekannten Prim Outlet erreichen wir Kalifornien. In Barstow geht es nach dem Tanken nach rechts und wir steuern die Kramer Junction an. Es geht sehr zügig voran. Die Strecke ist inzwischen nicht nur hervorragend ausgebaut, auch das Nadelöhr der Kreuzung ist beseitigt, da die Straße nun nördlich daran auf dem Barstow-Bakersfield Highway vorbeiführt. Es wurde aber auch Zeit.

Auf der Abfahrt vom Tehachapi geht es nach links Richtung Arvin und dann auf die I-99. Der Maricopa Highway bringt uns der Küste näher, aber wir haben noch die Coastal Range zu überwinden. In langgezogenen Kurven geht es durch und auf die samtigen Hügel Kaliforniens. Die milchige Sonne setzt die Range in ein mystisches Licht. Es geht nun entlang des Cuyama Rivers, die Gegend hier ist einfach schön. Als wir die US 101 erreichen sind wir fast am Ziel. Nach 417 Meilen erreichen wir Pismo Beach.

Im Inn of the Pier beziehen wir ein sehr schönes Zimmer mit Balkon. Als wir zum Abendessen aufbrechen ist es echt frisch, aber der Weg zum Oyster Loft ist nicht weit. In diesem Lokal waren wir jetzt zum dritten Mal und es hat uns nie enttäuscht.


Montag, 09.10.2023

Das Frühstück im Hotel war ok.

Leider ist die Küste noch zu und es ist ziemlich frisch. Nach kurzem Spaziergang holen wir unser Auto und fahren nach San Luis Obispo. Einen Parkplatz in der Downtown zu finden war kein Problem, aber als wir im Financial District umhergehen, um die Altstadt zu finden, fanden wir es hier ziemlich langweilig. Das hat sich gelegt, als wir zwei Straßen weiter in der Innenstadt gelandet sind. Nette Geschäfte und Häuser sind zu sehen und die Mission von 1772 und das Drumherum ist auch sehenswert. Aber die kaum 50.000 Einwohner zählende Stadt ist im Kern schnell besichtigt.

San Luis Obispo
San Luis Obispo

Weiter nach Morro Bay, das wir 2019 im Rahmen einer Whalewatching Tour bereits kennengelernt haben. Unsere Attraktion war die French Bakery. Guter Kuchen, guter Kaffee, - passt!

Wir sind zurück in Pismo Beach, das inzwischen von der strahlenden Sonne in gleisendes Licht getaucht ist. Wir gehen am Strand nach Süden bis zur State Beach. Mit dem Auto fährt man hier bis zum Badeplatz, amerikanische Strandkultur eben. Dafür gibt es keinen Espresso. Wir gehen kurz ins Landesinnere und am Golfplatz entlang wieder Richtung Norden. Der Madow Creek Trail führt durch bewachsene Sandhügel und dann an einem riesigen Campingplatz vorbei. Wir sind dann letztendlich fast den ganzen Coastal Access Trail gegangen. Netter Abschluß!

Pismo Beach
Pismo Beach

Dann checken wir für morgen ein. Auf dem Weg zum Restaurant geht der Tag dramatisch zu Ende. Die Sonne wird vom Pazifik verschluckt und wehrt sich mit feuerroten Lichteffekten gegen das Wasser. Dann genießen wir das letzte Abendessen in diesem Urlaub im Sea Venture. Es war sehr gut!


Pismo Beach
Pismo Beach


Dienstag, 10.10.2023

Heute haben wir uns wirklich einmal Zeit gelassen und sind nicht mit einem intergalaktischen Zeitpuffer zum Flughafen gefahren. Wir frühstücken in aller Ruhe und um 10.30 Uhr setzen wir uns auf die US 101. Da wir immer noch Zeit haben, geht es zu einem kleinen Spaziergang nach Monterey. Das Meer und die Sonne nehmen Abschied.

Wir finden eine Tanke für 5.43 USD pro Gallone und dann ab zu Hertz. Da läuft alles wie gewohnt easy. Als wir am Flughafen sind, müssen wir nur noch eine Stunde warten, um unsere Koffer abzugeben.

Die neue United Polaris Lounge ist sehr schön und es gibt gutes Essen. Um uns herum verschwindet der Flughafen und San Francisco im Nebel. Das Boarding mit Gesichtserkennung ging schnell und wir docken pünktlich ab. Der Flug SFO nach MUC startet immer erst nach 21 Uhr, da haben wir schon oft die Zeit bis zum Abflug totgeschlagen. Das ist auch der Grund, warum wir in der Regel LAX bevorzugen.

Der Flug verging schnell, wir haben gut geschlafen und waren dann froh, aussteigen zu können. Die Koffer dauerten ziemlich, waren aber alle da, was wir dank unserer AirTags gleich wußten. Unser Jeep Compass wartet und das war schon ein gewaltiger Unterschied zwischen unserem Auto und dem Ford Expedition.

Ein herrlicher Urlaub geht vorbei. Wir haben viele tolle Hikes gemacht mit sehenswerten Zielen und wunderschönen Landschaften. Zweimal Las Vegas war vielleicht einmal zu viel, wenngleich wir wegen der Krankheit froh waren, nicht im Gelände zu sein. Insgesamt muss man feststellen, dass alles sehr teuer geworden ist und dass man sich oft abgezockt fühlt. Bis nächstes Jahr, hoffentlich!

« Entdecke das Unbekannte! »
« Discover the unknown! »

Monika Zehrer    Fritz Zehrer

Counter USA Base Camp www.zehrer-online.de