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+++ Reise - Hole-in-the-Rock Road [2005] +++
Reisebericht (Tag für Tag USA pur)
Da hat doch tatsächlich der Junk-eMail-Filter von Outlook, ein an sich durchaus hilfreiches Vehikel, größere Schäden angerichtet. Der Reisebericht war ja ursprünglich mit dem Titel Subway überschrieben. Sie sollte einer der Reisehöhepunkte werden. Aber die Reservierung der Subway-Permit ging gründlich schief. Die eMail-Adresse für die Reservierung war nicht (mehr) verfügbar und die Information darüber, die in einer Rückmail stand, wurde vom Filter verschluckt. Einen Monat vor Abreise habe ich nachgefragt, zu spät. Also hieß es umplanen. Nun gut, sie wird auch nächstes Jahr noch im Zion National Park stehen, die Subway meine ich. Und dann waren da noch die kleinen amerikanischen Mädchen, die bereits auf Zähne fletschen vor der Kamera getrimmt werden. Das müssen sie schließlich ein Leben lang beherrschen (praktisch ein Smile on demand). Nach vorne lächeln, ganz egal wie sch***** du den andern findest. Die Mütter mit ihrer hellen Stimmlage, die jedem das Schaudern über den Rücken laufen lässt, sorgen schon dafür. Würden sie lieber aufpassen, dass die Kinder nicht soviel bzw. das Richtige essen. Ich meine erkannt zu haben, dass die Verteidiger unserer Demokratie schon wieder dicker geworden sind. Und, macht mir das Sorgen? Keineswegs! Ich habe zwei Paraden zum 4. Juli abgenommen und die Krieger der us-amerikanischen Streitkräfte machten einen durchtrainierten Eindruck. Obwohl, einen hat's schlimm auf's Maul gehauen, als er sich im getürkten Stellungskampf für die patriotischen Zuschauer, wie ein Fußballer nach einem Tor, auf zwei Knien rutschend auf den Boden warf. Es waren bestimmt die in den Staaten üblichen, saumäßigen Straßenverhältnisse, die den Kämpfer über den Kopf rollend auf dem Rücken landen ließen. Sah irgendwie lustig aus, ich habe zumindest sehr gelacht und mir die ernsten Mienen der Hiesigen von Blanding, ein kleines Nest im südlichen Utah, eingehandelt. Sozusagen als Management-Summery ist zusammenzufassen, dass wir auch während unserer zwölften USA-Reise viele tolle und neue Naturwunder gesehen haben. Teilweise bekamen wir sie geschenkt, aber größtenteils mussten wir uns mächtig dafür ins Zeug legen. Stundenlange Hikes bei 40 Grad Hitze, - aber sie waren es immer wert. Wir haben viel geplant, nicht alles geschafft, aber grandioses erlebt. Seid mit dabei, bei fast vier Wochen oder 5.177 Meilen (8.330 km) USA, meist abseits der Touristenströme, in der einzigartigen Natur des us-amerikanischen Westens, und insbesondere links und rechts der Hole-in-the-Rock-Road (HITRR) im Grand Staircase-Escalante National Monument (GSENM). There’s no time to lose, I heard her say Mittwoch Jose, der Fahrer des Alamo-Shuttles, dessen Stoßdämpfer nicht mehr vorhanden schienen, legte eine flotte Fahrt hin und ich habe mir in dieser Haemorhoiden-Schaukel geschworen, heuer keinen Upgrade anzunehmen. Der Alamo-Heini hat es natürlich versucht, aber ich habe widerstanden, - guter Hund. Na ja, ein bisschen habe ich schon verhandelt, doch meine Schmerzgrenze war von ihm nicht zu akzeptieren. Er hat nicht mal seinen Supervisor gefragt. Schön aufgereiht standen sie da, die SUV's (Sports Utility Vehicles). Auf gut Deutsch sind das allradgetriebene Jeeps mit Komfort. Es gab wirklich neuere und schönere, aber wir wollten den Alten, silber-grauen, mit über 12.000 Meilen schon sehr betagten Chevy Trail Blazer. Er hat uns nicht enttäuscht, war stets zuverlässig, wenn gleich ein wenig mehr Bodenfreiheit gut getan hätte. Aber dazu später mehr. Die Interstate 405 ist Los Angeles' meist befahrene Strasse. So war es kein Wunder, dass wir nach wenigen Meilen im Stau standen. Das Nichtraucherauto wurde eingeweiht, aber immer bei offenem Fenster. Ich weiß, das gehört sich nicht, aber die Sucht war zu stark! Mann sind wir gut, - ohne Karte finden wir ins Hotel in Santa Monica, das Viceroy (Ocean/Ecke Pico), das uns nun zum zweiten Mal beherbergt. Dieses Hotel ist echt zu empfehlen, aber es ist nicht billig. Sieht von außen sehr unscheinbar aus, ist aber innen eine Wucht. Zumindest für den, der auf Designer-Ausstattung steht. Um 16.45 Uhr Ortszeit, also für uns schon 1.45 Uhr in der Nacht, sitzen wir im Garten des Hotels und trinken unser erstes Heiniken. Ich zumindest. Monika trinkt immer Radler; für alle Nordlichter, das ist Bier und Limonade gemixt. Das amerikanische Wort dafür heißt Shanty, aber kaum ein Barkeeper kennt es. Aber überall wo es Draft-Bier, also Bier aus dem Hahn, gibt, haben wir es nach Erklärungen bekommen. Und spätestens beim zweiten Radler haben sie es dann auch richtig eingeschenkt: zuerst das Sprite und dann das Bier. Andersherum dauert es einfach zu lange, da der Schaum, den mögen sie ja alle nicht die Amis, quillt und quillt und quillt. So, nun aber genug der Bierkunde, wir gehen auf die 3rd-Street-Promenade, kaufen ein wenig ein (geht das schon wieder los) und essen unseren ersten Burger bei Johnny Rockets. Auf dem Heimweg noch einen Drink im Georgian Hotel auf der Terrasse, direkt an der Ocean Avenue (echt zu empfehlen!). Als dann die Sonne im Meer zu versinken droht, wird's kalt. Um 20 Uhr ist dann Sendepause! Donnerstag Das Frühstück bei Cora (gegenüber des Hotels) war lecker wie immer, aber man durfte nicht mehr im Freien rauchen. Die Empfehlung war, auf dem daneben liegenden Parkplatz eine zu qualmen, aber das war mir dann auch zu blöd. Ich habe von zuhause aus bereits im Ocean Avenue Seafood einen Tisch reserviert (www.opentable.com), einem Lokal, das ich nur empfehlen kann. Lobstertail und Mahi Mahi waren ausgezeichnet und auch der Wein war so gut, dass eine Flasche fast zuwenig war ;-) Freitag Es wird Zeit, dass wir uns auf den Weg ins Mekka der Spieler und Verrückten machen. Las Vegas wir kommen! Nach 63 Meilen sind wir endlich Los Angeles entflohen und auf der Interstate 15 nach Norden unterwegs. Wir unterbrechen die Fahrt kurz vor Barstow, weil da so ein komisches Outlet steht, das wir vorletztes Jahr bereits geplündert haben. Und siehe da, sie hatten frische Ware für uns eingekauft. Dass die I-15 nach Barstow schon sehr reparaturbedürftig ist, lag aber nicht an dem zusätzlichen Gewicht unseres Mietwagens. Die Holperei war elend, aber die Stoßdämpfer haben durchgehalten (gut, dass wir ein SUV haben). Ziemlich exakt 100 Meilen vor Las Vegas steht dann das Schild, das mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. Es bezeichnet die Ausfahrt zur ZZYZX-Road. Irgendwann fahre ich raus und werde diese Strasse befahren. Wahrscheinlich treffe ich ein verlassenes Haus und einen Außerirdischen. Als wir dann die Staatsgrenze nach Nevada passieren steigt Qualm auf. Ein Waldbrand hat einen ganzen Berg in Flammen gesetzt. Es sieht aus wie ein Vulkanausbruch. Es wird nicht der einzige Brand sein, den wir beobachten müssen. Der Caesars Palace ist endlich keine Großbaustelle mehr. Wie lange haben die jetzt umgebaut? Fünf Jahre sind das mit Sicherheit. Und es ist nicht schön geworden. Viele sichtbare, großflächige Betonwände erinnern eher an eine Parkgarage. Gut, die Wohntower sind gelungen. Und die Erweiterung der Forumshops ist auch sehr ansehnlich geworden. Im neuen Eingangsbereich erzeugt ein Brunnen mit rosarotem Wasser tolle Lichtverhältnisse. Fazit: Außen pfui, innen hui! Kurz vor Sonnenuntergang sind die tagsüber vorhandenen Wolken weggeblasen. Nur der Dunst des Waldbrandes zieht in der Ferne durch die Wüste. Es wird Zeit, etwas zu futtern. Für heute Abend haben wir im Bouchon (im Venetian) reserviert. Fine Dining bei Stefan A. Keller, wer immer das ist. Immerhin steht zu lesen: In 2001, Keller was named “America's Best Chef” by Time Magazine and as “World Master of Culinary Arts” by a panel of international judges at the Wedgwood Awards. Ich lach' mich tot. Aber ich höre schon auf, gehässig zu sein. Hier die Fakten: Die Amerikaner verstehen unter Fine Dining halt was anderes. Das Essen war ja soweit in Ordnung, wenngleich ich in so einem Lokal schon erwarte, dass ein Fisch frisch vor den Augen des Gastes filetiert und serviert wird. Meiner hat eher ausgesehen, als ob er gerade einer Plastikverpackung entsprungen ist. Aber wie gesagt, der Geschmack war schon ok. Aber was den Service betrifft, gibt es im Amerikanischen den Ausdruck poor, also armselig, und so war es auch. Als wir mit dem Hauptgang fertig waren, und wir sind bestimmt keine langsamen Esser, hat der Ober unsere noch zu einem Drittel gefüllte Weinflasche aus dem Cooler entfernt und auf den Tisch geknallt. Er wollte uns wohl sagen, dass wir jetzt gehen sollen. Und noch bevor ich mich beschweren konnte, kam sein zweiter Anlauf. Er wollte unsere noch gut gefüllten Gläser randvoll schenken. Vermutlich hat er in einem irischen Pub gelernt. Als ich ihm ein durchaus nicht leises Stopp ins Gesicht schmetterte, zog er beleidigt ab. Er ward nie mehr gesehen. Eine Frechheit. Der Espresso war es auch, eine Frechheit meine ich. Zum Abschluss noch ein Drink an der V Bar mit Live-Musik. Samstag Mittags war es dann genug und wir fahren zu den Premium Outlets (Interstate 15, Richtung Norden, Exit 41B, Charlston Blvd.). Das Outlet ist klasse, mehr sag' ich nicht! Das Abendessen im Zefferinos war in Ordnung, aber auch zu teuer. Im Prinzip auch hier eine Massenabfertigung. Dazu noch der Tipp, dass es sich lohnt bereits bei der Bestellung darauf hinzuweisen, dass der Hauptgang erst auf Zeichen serviert werden soll. Ansonsten beobachten die Kellner einen sehr genau und wehe, wenn der letzte Bissen der Vorspeise im Mund ist, schon steht der Hauptgang vor einem. Amerikanisch halt! Sonntag Zwischen dem Bellagio und der freien Fläche, auf der der Hubschrauber startet, entsteht gerade eine neue Großbaustelle. Der Jockey-Club wird offensichtlich abgerissen und es entsteht ein neues Hotel. Den Namen habe ich leider vergessen. Da sind wir aber gespannt! Wusstet ihr eigentlich, dass Las Vegas die Stadt ist, die die meisten Baumaschinen benötigt. An zweiter Stelle steht Dubai. 15 Minuten müssen wir auf unser Auto warten und dann geht es in den Valley of Fire State Park, der ziemlich nahe an Las Vegas (49 Meilen einfach), an der Interstate 15 (Exit 75) liegt. Wir waren schon oft dort und ich empfehle es jedem, der einmal der Hektik Las Vegas' entfliehen will. Die beste Zeit ist der späte Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Es eröffnet sich eine Traumwelt, die Felsen leuchten tiefrot und in der Rainbow Vista auch gelb bis hin zum Lila. ![]() Die Hauptattraktion für heute sollte der Ephemeral Arch werden und er wurde es auch. Wir steuern den Parkplatz The Cabins an und suchen dann den Abstieg in eine zirka 5 Meter tiefe Furt. Erst beim dritten Anlauf ist er uns gelungen. Beim Damenklo (ist ernst gemeint!) links vorbei, den höchsten Hügelrücken ansteuern und dann geht's beim 2. Einschnitt relativ relaxed runter. Die Furt wandern wir bis zur großen Sandfurt, der wir zirka 1,5 Kilometer folgen. Die Hitze ist immer noch fast unerträglich und es empfahl sich, genügend Wasser mitzunehmen. Der weichen Sandpiste konnten wir nur teilweise ausweichen, da am Rand ab und zu fester Boden existiert, der weit einfacher zu begehen ist. Nach 35 Minuten sind wir da und das Ziel lohnt, ganz abgesehen davon, dass wir auf der Wanderung keine Menschenseele getroffen haben. Wie gut das tut, nach der Hektik in Las Vegas! Links und rechts des Weges kann man immer wieder kleine Bögen und Löcher erkennen. Ein richtiges Archgebiet ist das. Aber aufgepasst. Der Ephemeral-Arch ist leicht zu übersehen, da er rechts oben, in zirka 5 Meter Höhe thront. Zudem ist er nur beim Zurückschauen erkennbar. Die GPS-Daten sind 36°26'26N, 114°28'50W (WGS84/NAD83) und fotografieren lässt sich der Arch am Besten am späten Nachmittag. Und beeilt Euch, denn wie ihr sehen könnt, steht der wunderschöne Arch auf sehr wackeligen Beinen. Das Abendessen im Hard Rock Café (Caesars und Rippen) schmeckte nach diesem Tag noch besser als sonst. Der Unterschied von rund 50 Meilen, von der Hektik in die absolute Ruhe, ja, die gibt es auch noch im Valley of Fire, der einzigartigen Natur, begeistert uns noch in den Träumen. Und er war erst die Vorspeise zu dem, was noch folgen wird. Montag Um 8.45 Uhr sind wir dann endlich auf der Interstate 15 unterwegs. Nach St. George fing es links und rechts von der Strasse an zu dampfen. Ein riesiger Waldbrand setzte die Berge ringsum in Flammen. Drei Löschflugzeuge und ein Hubschrauber kämpfen gegen das Inferno, aber, so wie wir später in den Nachrichten erfahren werden, sie bekommen es noch nicht in den Griff. Irgendwie scheint mir, regt das inzwischen niemanden, außer man ist mit seinem Hab und Gut direkt betroffen, mehr auf. Ein paar Meilen weiter liegt Schnee auf den Bergen. Im Westen hat es zwischen Oktober und März sehr viele Niederschläge gegeben. Das war wohl der Auslöser dafür, dass das Tal des Todes das erste Mal seit fünf Jahrzehnten blühte. Ich hoffe, Ihr habt Bilder und Berichte darüber gesehen. Es war einfach fantastisch. Aber jetzt, Ende Juni, ist das Wunder auch schon vorbei. Schade, wir hätten es gerne live erlebt. Aber zurück zur Tour. Wir fahren heute nach Page, Arizona, aber wir nehmen nicht den kürzesten Weg über die Ausfahrt bei Hurricane. Erst bei Cedar City (Exit 57 nach 170 Meilen) biegen wir ab und wollen uns das Cedar Breaks National Monument anschauen.
Wir erreichen nach 194 Meilen das Cedar Breaks NM, das 3.155 Meter hoch liegt. Das erklärt alles! Gerade zum Trotz lasse ich die Flip-Flops an, die Leute rundherum, die in voller Bergsteigermontur dastehen, staunen nicht schlecht. Ich denke, die haben mich für verrückt erklärt, aber gut. Wir bezahlen am Visitor-Center 4 Dollar und gehen auf den Aussichtspunkt, der sich Point Supreme nennt. Ein gewaltiges Amphitheater öffnet sich. Es sieht aus wie im Bryce Canyon. Nur die Türmchen stehen nicht so dicht aneinandergereiht. Der kleine Umweg hat sich gelohnt. Es gäbe noch weitere Aussichtspunkte und einen Roundtrail (Alpine Round Trail), aber Page ruft und außerdem wollen wir noch weitere Highlights heute haben. Also her damit! Als wir zurück auf der 14er sind, die uns vorbei am Navajo Lake führt, kommen die Lavafelder, die wir 1994 schon bewundert haben. So ein Lavafeld an sich ist wohl nur auf Big Island eindrucksvoll. Was hier sehr schön ist, die Lava liegt in einem Wald voller Espen (danke Andy für die Aufklärung). Die helle Rinde und die schwarze Lava ergeben einen tollen Kontrast. Aber zuerst muss noch in der Paria Contact Station unsere Permit für die South Unit der Coyote Buttes abgeholt werden. Als wir kurz vorher an der weltberühmten ;-) House Rock Valley Road vorbeifahren, steht da ein Schild mit Road closed. Ich glaube es nicht. Was ist da los? Zwei Rentner empfangen uns in der Contact Station und ich frage sofort nach dem Grund der Straßensperre. They had a bush-fire out there!, war die Antwort. Aber wir sollten es morgen gerne versuchen. Oh Mann, wird uns doch nicht so ein blödes Feuer die Tour zur White Pocket und den Cottonwood Teepees vermasseln. Aber man kennt ja die Amerikaner, hysterisch und übervorsichtig. Also so schlimm wird es nicht sein und das Schild werde ich einfach nicht beachten, falls es noch vor Ort ist. Aber es wird sowieso alles anders kommen ... Das Abendessen im Marriott Courtyard, in dem wir nun schon bereits das dritte Mal einchecken, schmeckt lecker. Das Hotelrestaurant Pepper kann ich nur empfehlen. Ich glaube es ist das beste Restaurant in Page (Michael, widerspreche mir!). Dienstag Der weiße Riese thront mitten in dieser Abbruchkante und bewacht das Tal. Der Mond zieht an seiner Spitze vorüber. Es ist einfach wunderbar, was die Natur hier geschaffen hat. In drei Einschnitten des Wash' sind hier hunderte von größtenteils schneeweißen Hoodoos. Der weiße Riese überragt sie alle, in Größe und Schönheit. Nach gut einer Stunde treten wir den Rückweg ins Hotel an (insgesamt 76 Meilen) und stellen erneut fest, dass die Natur heuer sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist. Es ist nicht so karg wie sonst, alles sehr grün. Felder von gelben Blumen, die aussehen wie Arnika. Die Stile von grünen Pflanzen sehen aus wie Arme von Aliens. Von weitem meint man, eine grüne, satte Wiese zu sehen. Der viele Regen hat dem Land der roten Felsen sehr gut getan. Wir checken aus, gehen zum Frühstücken und hoffen, dass die dunklen Wolken keinen weiteren Schaden anrichten. 20 % Regenwahrscheinlichkeit ist für heute vorhergesagt. Wir haben Fahrt und Wanderung zur White Pocket und zu den Cottonwood Teepees geplant, Regen können wir auf keinen Fall gebrauchen, da ansonsten die Dirt-Roads in den Coyote Buttes unbefahrbar werden. Immer wieder richtet sich der Blick gen Himmel und als wir auf die House Rock Valley Road einbiegen, hilft nur noch beten. Das Road-closed-Schild ist immer noch da. Wir lassen es, wie versprochen, rechts liegen und donnern voran, was die Piste hergibt. Nach zirka 20 Meilen geht es links in Richtung Coral Valley. Und als wir bereits auf der Dirt-Road zu Poverty Flat sind, wird der Sand knietief. Mit sehr viel Schwung retten wir unseren Chevy von Insel zu Insel. Mehr Bodenfreiheit hätte gut getan. Es sind nur noch einige Meilen, aber es beginnt zu regnen. Als der Regen immer stärker wird, geben wir auf. Es ist einfach zu gefährlich, da die Strassen sehr schnell unbefahrbar werden. Wir sind sehr traurig, hätten wir doch gerne dieses tolle Gebiet erforscht. Als wir nach über 60 Meilen unpaved roads wieder auf die 89er einbiegen sind wir aber durchaus froh, da der Regen streckenweise sehr heftig wurde. Das Positive ist, dass nun ein Grund mehr vorhanden ist, um 2006 unser Glück erneut zu versuchen. Momentan allerdings ein nur schwacher Trost. Nachdem es schon 17 Uhr ist, wird es allerhöchste Eisenbahn, nach Escalante weiterzufahren. Wir mieten uns bei Tom und Linda im Escalante Grand Staircase Bed & Breakfast für vier Nächte ein. Escalante ist ein Nest. Ein paar Motels mit saftigen Preisen, eine Bank, eine Post, ein Supermarkt und drei Tankstellen. Die wenigen Restaurants im Ort machen um 20 Uhr, das Letzte um 21.30 Uhr, dicht. Wir essen heute im Georgis, einem zum Lokal umgebauten Wohnzimmer. Das mexikanische Essen ist nicht schlecht, aber viel zu viel. Zum Abschluss sitzen wir vor unserem Zimmer. Es war ein langer Tag, der leider nicht so wie gewünscht verlief. Nun freuen wir uns auf drei Tage hiken im Grand Staircase-Escalante National Monument. Mittwoch Die 57 Meilen lange HITRR ist bis auf die letzten 7 Meilen mit einem PKW zu befahren. Sie ist eine von drei Dirt-Roads, neben der Cottonwood Canyon- und der Smoky Mountain Road, die das Monument durchziehen. Von ihr zweigen die Dirt-Roads ab, die in die Gulches, Washes und Canyons führen. Diese Zubringer benötigen in der Regel einen 4WD mit viel Bodenfreiheit. Und manchmal kann die Anreise schon zum Abenteuer werden. Nach 1,5 Stunden liegt der Canyon vor uns. Der Escalante River zieht weit unten seine Bahnen, eingerahmt von Gestrüpp und Bäumen. Wir müssen ein gutes Stück nach links laufen, bis wir den Einstieg über eine Sanddüne erreichen. Zirka eine halbe Stunde dauert der Abstieg. Unten angekommen verläuft ein Trail nach links und nach rechts. Wir nehmen die rechte Abzweigung, da diese Richtung auch das GPS anzeigt, was sich im Nachhinein jedoch als falsch herausstellt. Wir irren durch Gestrüpp und folgen fast jedem Trampelpfad. Die Bremsen (hier sind die Viecher gemeint, die unheimlich weh tun, wenn sie stechen) sind lästig. Immer wieder meinen wir, den Einstieg zum Neon Canyon zu finden. Aber irgendwie sind wir falsch. Also zurück und auf die andere Seite gegangen. Und jetzt sind wir offensichtlich richtig, obwohl mein GPS eine andere Stelle anzeigt (wie ich das hasse, schon wieder nicht gut vorbereitet, du Schwachkopf - aber es wird noch schlimmer kommen!). Direkt gegenüber ist der Einstieg zum Neon Canyon, eigentlich kann man ihn nicht verfehlen, denn es geht auf der anderen Flussseite weder weiter nach links, noch nach rechts. Bereits oben an der Registration-Box war ein Zettel angebracht, dass es heute verboten ist, den Fluss zu überqueren. Zu stark sei die Strömung. Die übertreiben doch immer, die Amis. Diesmal leider nicht! Das Wasser reicht uns bis zum Bauchnabel, mit allen Kräften wehren wir uns gegen die sehr starke Strömung. Wenn es jetzt einen ins Wasser haut, dann werden Reisepässe, Traveler's Checks, Flugtickets und der Foto das Zeitliche segnen. Es ist gerade noch mal gut gegangen. Wir sind im Neon Canyon. Der Canyon wirkt wie eine Klimaanlage. Die Temperatur geht mindestens um 10 Grad runter. Immer noch genug, denn es hat heute weit über 40 Grad. Schön ist es hier! Die grünen Bäume und Sträucher bilden einen wirkungsvollen Kontrast zum roten Felsen. Kurz nach dem Einstieg liegt ein idyllischer Campingplatz. Irgendwann, nach 1,5 Meilen, geht der Weg nicht so recht weiter. Riesige Felsen liegen im Weg. Die wären jedoch leicht passierbar gewesen. Wir drehen um, da mein GPS die Stelle der Golden Cathedral woanders vermutet. Es ist nicht zu glauben! Erst im Nachhinein haben wir festgestellt, dass wir kurz vor dem Ziel, es wären wohl nur noch einige Meter gewesen, waren. Das kommt davon, wenn man nicht ordentlich vorbereitet ist, die GPS-Daten nicht stimmen und die tollen Synnatschke-Bescheibungen nicht aufmerksam genug gelesen werden. Ich könnte mich in den A**** beißen. Und die positive Motivationshilfe, dass wir jetzt noch mal kommen dürfen, hilft auch nichts mehr. Mann, oh Mann! Wir sind dann zurück und haben den Escalante River wieder überquert. Wir kämpfen uns erneut durch das undurchdringliche Gestrüpp und suchen und suchen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute ... Das GPS signalisiert das Ziel, aber da war außer Gestrüpp und Felsen nichts. Nach der 4. Flussdurchquerung haben wir dann aufgegeben und sind den Rückweg angetreten. Die lästigen Bremsen begleiten uns noch lange. Die riechen wohl das faulige Wasser des Flusses, es könnte aber auch die Mischung in unseren Schuhen sein ... bäh! Der Aufstieg dauert gut 2 Stunden. Die Schuhe waren schwer von der Nässe und wir machen den Fehler, dass wir zu weit rechts gehen. Es kommen unüberwindliche Cracks, die umgangen werden müssen. Irgendwann, nach insgesamt 7 Stunden Wanderung, sind wir wieder am Auto. Der letzte, unheimlich steile Aufstieg hat Kraft gekostet. Aber an das werden wir uns gewöhnen müssen, denn die Wanderungen hier gehen alle zuerst bergab. Was das für den Rückweg bedeutet ist klar. Wer von der Lektüre der letzten Absätze jetzt genau so deprimiert ist wie ich, dem sei gesagt: Durchhalten, es kann und wird nicht schlimmer kommen. Zurück in Escalante füllen wir zuerst unsere Wasservorräte im Supermarkt auf. Im Escalante Frosty-Shop gibt's leckeren Burger. Er war so richtig amerikanisch gut und ganz frisch gemacht. Nur die Fliegen an den Tischen waren etwas lästig, aber der Hunger war einfach zu groß. Zum Sonnenuntergang fahren wir wieder auf die HITRR, dieses Mal nur 12,1 Meilen, bis zum Devil's Garden. Bereits vom Parkplatz sind die tollsten Fotomotive zu sehen. Viele Hoodoos und ein Gebiet, das aussieht wie die Wave in den Coyote Buttes, wenngleich die Farben nicht die Intensität erreichen. Es wundert uns, dass hier nicht mehr Touris unterwegs sind. Uns soll es recht sein! Das abgegrenzte Gebiet ist schnell durchwandert und wir platzieren uns unter drei Hoodoos, um auf noch tiefer stehende Sonne zu warten. Das Naturschauspiel beginnt, der Metate Arch und die Hoodoos beginnen zu leuchten. Die tolle Stimmung lässt uns die selbstverschuldete Niederlage von heute fast vergessen. Der Tag nimmt ein beeindruckendes und gutes Ende. Donnerstag Alle Zeitgenossen über 80 Kilogramm nun bitte umkehren. Spaß beiseite, aber die Kletterei im sehr engen Canyon kann nicht mit jedem Körperumfang gemeistert werden. Teilweise müssen die Rucksäcke in die Hand, da ansonsten kein Durchkommen ist. Aber es macht richtig Spaß, zumal ein Absturz aufgrund der Enge gar nicht möglich ist. Wir treffen auf eine amerikanische Familie, die bereits wieder auf dem Rückweg ist. Gott sei Dank ist am Treffpunkt ein kleiner Turn out, so dass wir unbeschadet aneinander vorbei kommen. Am Ausstieg des Peek-a-Boo, nach zirka einer viertel Meile, 37°29'07''N, 111°12'59''W (WGS84/NAD83), ist ein gut gekennzeichneter Weg, der zum hinteren Einstieg, also eigentlich zum Ausstieg, des Spooky Canyons, 37°29'06''N/111°12'34''W (WGS84/NAD83), führt. Dieser Canyon ist noch enger und manchmal ist es hart an der Grenze. Vor dem nächsten Hike wollen wir noch die HITRR bis zum Ende fahren und uns das Loch anschauen, dass Auslöser für den Namen der Strasse ist. Es geht im Prinzip gut voran, wenngleich einige Washes etwas Bodenfreiheit fordern. Aber auch PKW's meistern diese Stellen. Als wir uns jedoch auf den letzten 7 Meilen befinden, sich die Strasse nur noch über blanken Fels zu schlängeln beginnt und die Fahrt auf Schritttempo verlangsamt werden muss, beschließen wir umzukehren, um den Brimstone Arch nicht mit der Taschenlampe suchen zu müssen. Wir biegen in die Early Weed Bench Road ein (Abzweigung zirka 24 Meilen von der Highway 12, ausgeschildert), auf der nach ein paar Metern die Dry Fork Wash überwunden werden muss. Zuerst haben wir die links abgehende Strasse übersehen und sind dem Flussbett gefolgt. Aber das wurde gleich bemerkt (endlich stimmen die GPS-Daten ;-). Nach rund 5 Meilen kommt ein Parkplatz, aber es geht noch zirka eine Meile weiter, bis die dort sehr ruppige Strasse endet und der Trailhead beginnt. Gleich beim sehr moderaten Abstieg bzw. bereits vom Parkplatz ist der Brimstone Arch in zirka 3 Kilometer Entfernung (Luftlinie) auf halber Höhe auf der anderen Seite der Gulch gut zu erkennen. Eigentlich muss jetzt nur noch die Schlucht nach links umgangen werden. Der Trail ist gut zu finden und man läuft zirka eine Stunde bis zum Arch. Die Wanderung ist relativ relaxed, da kaum Höhenunterschiede zu überwinden sind. Die Orientierung bildet in der Regel immer die Kante der Gulch. Erst am Ende, so die letzten 500 Meter, verlässt man den Trail und orientiert sich wie gesagt an der fast senkrecht zur Schlucht abfallenden Wand. Der Arch (37°31'26''W, 111°10'39''N - WGS84/NAD83) ist wunderschön und wir genießen einsam die Blicke, die durch die immer tiefer stehende Sonne fantastischer werden. Obwohl es heute schon unser zweiter Hike ist, er war es wert. Der sehr anstrengende Tag neigt sich dem Ende und wir haben Hunger. Das letzte Lokal in Escalante schließt um 21.30 Uhr (Restaurant des Prospector Inn Motels) und das schaffen wir gerade noch. Das Essen war ganz ok. Freitag Wir entern zum letzten Mal in diesem Urlaub die Hole-in-the-Rock-Road. Zirka eine Meile nach dem Schild zur Sooner Wash (40,5 Meilen von der Highway 12) geht links eine unbeschilderte Dirt-Road ab (zirka 41,5 Meilen von der Highway 12). Sie ist sehr steinig und nach 0,6 Meilen verlassen wir das Grand Staircase-Escalante National Monument. Wir sind in der Glen Canyon Recreation Area angekommen. Nach 42,9 Meilen (von der Highway 12) sind wir am Parkplatz und am Trailhead. Nach zirka einer Stunde Fußmarsch für die rund 2 Meilen lange Wegstrecke bringt uns der Bach, der weiter in den Forty Mile Creek und dann letztendlich in den Lake Powell fließt, zum Arch. Er tauch urplötzlich auf und man erschrickt fast, wenn man ihn sieht. Der Broken Bow Arch ist gewaltig, wir haben ihn uns nicht so groß vorgestellt. Alle Fotos, die wir davon gesehen haben, suggerierten uns einen wesentlich kleineren Arch. Wir suchen eine Möglichkeit, um direkt zum Arch zu kommen. Nach dem dritten Versuch gelingt es uns, auf die Archseite überzusetzen. Direkt vor dem Arch muss man über sandigen Boden runter zum Fluss, ihm zirka 50 Meter folgen und dann geht es links hinauf auf die Anhöhe, auf der der Broken Bow Arch steht (37°19'42''N, 111°00'00''W - WGS84/NAD83). Dieser Arch ist schon beeindruckend, ich wiederhole mich hier gerne. Wir bleiben eine Stunde vor Ort und betrachten uns dieses Naturschauspiel von allen Seiten. Der Rückweg zum Parkplatz wird ein wenig beschwerlicher, da es kontinuierlich aufwärts geht und am Ende die rund 60 Meter Höhenunterschied über sandigen Boden zu überwinden sind. Die Wanderung ist jedoch insgesamt sehr moderat, die Höhenunterschiede, die zu meistern sind, sind gering. Nach gut einer Stunde sehen wir den gewaltigen Bogen, den Jakob Hamblin Arch von oben. Und hier wäre auch der Einstieg in die Schlucht. Aber für Wanderer ist er nicht geeignet. Wir trauen uns diese Tour nicht zu. Wir müssen wohl das nächste Mal von der Hurricane Wash aus gehen, aber das wird ein langer Trail. Auch auf dem Rückweg gibt es keinen Schatten, den wir so dringend gebraucht hätten. Die Sonne brennt unerbärmlich. Nach 2,5 Stunden wird das Auto gesichtet, aber wir sind einem Hitzschlag nahe. Der Entschluss, auch den unweit entfernten Sunset Arch sausen zu lassen (wir brauchen ja für nächstes Jahr auch noch lohnende Ziele), ist vernünftig. Wir sind einfach zu fertig! Wir haben viel geplant, nicht alles geschafft (teilweise aus eigener Dummheit), aber vieles und viel schönes und einzigartiges erlebt. Wir werden wiederkommen nach Utah und in das Grand Staircase Escalante National Monument, das noch viele Naturwunder bereithält. Mit diesen Gedanken sitzen wir zufrieden auf der Terrasse des Restaurants Escalante Outfitter, genießen Essen und Bier und beenden eine unbeschreibliche Zeit links und rechts der Hole-in-the-Rock-Road. Samstag Rund 16 Meilen sind es von Escalante bis zum Calf Creek Camp Ground, an dem auch der Trail zu den Lower Calf Creek Falls (37°49'41''N, 111°25'14''W - WGS84/NAD83) beginnt. Der Campingplatz ist voll und langsam trudeln auch die Tagesgäste ein. 2 Dollar bezahlen wir für's Parken. Knapp eine Stunde geht es dann sehr moderat am Fluss entlang durch den Calf Creek. Noch spendet die Felsenschlucht Schatten, ein kühles Lüftchen macht die Wanderung sehr angenehm; zudem sind kaum Höhenunterschiede zu überwinden. Am Ende des Creeks stürzt sich das Wasser über zwei Treppen rund 40 Meter auf uns herab. Der kleine See am Fuß des wunderschönen Wasserfalls lädt zum Baden ein. Leider sind aber schon andere Wanderer vor Ort und so steigen wir nur ohne Schuhe in das kühle Nass. Mit dem frühen Vormittag haben wir offensichtlich auch die beste Zeit für Fotos erwischt. Die Sonne strahlt die unzähligen Wassertropfen an, die mit ihrem Weiß einen tollen Kontrast zum roten Felsen und zu den flächendeckend vorhandenen grünen Algen bilden. Wir sitzen unter den Bäumen und genießen die Natur. Nach den heißen Tagen in den Escalante Canyons tut das Wasser nicht nur den Augen, sondern auch der Seele gut. Auf dem Rückweg kamen uns wahre Menschenmassen entgegen. Wenn sich die alle am Wasserfall treffen, ... Gut, dass wir so früh dran waren. Der Rückweg spendet auch keinen Schatten mehr, da inzwischen die Sonne erbarmungslos in die Schlucht brennt. So, nach diesem 6,2 Meilen-Hike aber nun auf nach Moab. Wir fahren auf der Highway 12 von nacktem Fels in die sattgrünen Wälder des Dixie National Forrest. Nach 64 Meilen kommen wir nach Torrey, das sich seit unserem letzten Besuch stark verändert hat. Neue Hotels und Restaurants; offensichtlich hat der Capitol Reef National Park an Aufmerksamkeit gewonnen. Ein seltsamer Schlauch, dieser Park; 120 km lang, aber nur etwa 5 bis 20 km breit. Die Form und Ausdehnung ist naturbedingt - der National Park wurde entlang der Waterpocket Fold angelegt, die vor Jahrmillionen aufgefaltet wurde. Diese Falte wirkt wie ein Riff in der Wüste, das die Highway 24 durchschneidet. Die Straße führt anschließend an geilen Badlands vorbei, bevor sie bei Hanksville auf die Ebene trifft. Hanksville, ein Nest, das nur aus Tankstellen und Schrottplätzen zu bestehen scheint. Wie touristisch die Gegend um Moab geworden ist, zeigt uns die Highway 191. Sie ist inzwischen fast zur Interstate mutiert, zweispurig in beide Richtungen. Und so sind wir ganz dankbar, dass unser Quartier abseits der Touristenpfade direkt am Colorado River liegt. Nach 263 Meilen sind wir kurz vor 17 Uhr in der Sorrel River Ranch. Die Zivilisation hat uns wieder, das Wireless Lan erlaubt kostenlosen Internetzugang, auch am Ufer des Colorados. Welch ein Gegensatz. Aber leider kein Handynetz. Es ist noch nicht Schluss für heute. Zurück nach Moab, wir brauchen Futter. Als wir die Stadtgrenze passieren, entdecken wir links oben am Berg das Restaurant Sunset Grill. Der Name passt nicht nur zu dem, was wir heute noch vorhaben, vielmehr scheint dieses Restaurant uns etwas zu geben, das wir in Escalante schmerzlich vermissten: gutes Essen. Und in der Tat, - das Filet Mignon war perfekt und die Nachspeise war es auch - schmatz, schmatz. Die Sorrel River Ranch liegt einfach traumhaft, zwischen den roten Felsen, direkt am Colorado River. Eine grüne Oase. Die Cottages sind nett eingerichtet und sehr gemütlich. Unsere Holzschaukel auf der Veranda dient am Morgen und abends für die ersten bzw. letzten Blicke auf das Wunderland. Sonntag Nachdem wir schon unzählige Male im Arches N.P. und im Canyonlands N.P. waren, jeden Viewpoint mehrmals angesteuert haben, wollen wir heute abseits dieser Parks die Gegend erkunden. Unser Ziel heißt Corona Arch, auch Little Rainbow Bridge genannt. Wir haben es zufällig als Tipp im Hotel aufgeschnappt, also nix wie hin. Und so befinden wir uns auf einem der unzähligen Scenic Byways, der Highway 279, und fahren zum Trailhead. Ziemlich exakt 10 Meilen, immer am Colorado entlang, sind es von der Abzweigung von der Highway 191 bis zum Parkplatz, der rechts der Strasse liegt und ausgeschildert ist. Alleine, keine Touris, die sich wohl derzeit die Plätze in den National Parks streitig machen. Wunderbar! Aber wir hatten früher ja auch keine Zeit für diese Extratouren. Links unten frisst sich die Trasse der Eisenbahn durch die Felsen, aber kein Zug ist in Sicht. Der späte Nachmittag wäre wohl die beste Zeit, um diese Arches zu besuchen. Sunset ist zu spät, da eine Felswand die letzten Sonnenstrahlen fernhalten würde. Wir gehen zurück, aber nicht, ohne den Pinto Arch zu erklimmen. Und erklimmen muss man ihn, denn kein Trail führt dorthin. Vielmehr muss man auf Sicht, wie gesagt, er ist kurz nach dem Anstieg bereits gut links oben auszumachen, marschieren und klettern. Die kleine Kletterei verursacht eine Kante, zirka 5 Meter hoch. Wir suchen nach einem Aufstieg und finden einen kleinen Crack (38°34'49''N, 109°37'46''W - WGS84/NAD83) auf dem wir mit etwas Mühe nach oben kommen. Ähnlich dem Bowtie Arch ist der Pinto Arch (38°34'54''N, 109°37'39''W - WGS84/NAD83) eher ein Dome, der von oben durchgebrochen ist. Komisch, abwärts klettern ist immer schwieriger als hinauf. Und so holen wir uns noch ein paar Abschürfungen, ja die Angst! Blutbedeckter Felsen, das rote Rinnsal wird zum See ... ;-) Ein wirklich schöner Hike! Wir verbringen die restliche Zeit am Pool, wo sich unsere mittlerweile müden Glieder wieder erholen. Es ziehen jedoch am Spätnachmittag dicke, dunkle Wolken auf und ein gewaltiger Wind vertreibt uns. Er tut jedoch gut, nach dieser Hitze. Es wird Zeit, um zu essen. Das Ranch-eigene Restaurant kann ich nur empfehlen. Nicht nur das Essen ist gut, alleine die Location ist schon atemberaubend. Auf der einen Seite der Colorado River, auf der anderen Seite die roten Felsen. Geeignet für jede Marlboro-Werbung! Über das Valley of the Gods erreichen wir Colorado. Das Benzin ist so gut wie alle und mit dem letzten Tropfen erreichen wir eine Tankstelle. Komisch, die Leute versuchen zu tanken, fahren aber wieder, d.h. es bleibt beim Versuch. Komisch! Als ich an der Reihe war und vorzahlen wollte: I don't know but I think ... empty - you can try it, if you want. Ich zahlte vor und Gott sei Dank, bei mir hat's funktioniert. Und als wir nach Cortez auf die Rockies treffen, leuchtet uns erneut Schnee entgegen. Wir sind in Durango und checken nach 7 Stunden Fahrt für 340 Meilen im historischen Strater Hotel ein: Präsidenten-Suite, ein tolles Zimmer! Als wir frisch geduscht im Diamond Belle Saloon des Strater Hotels ein paar Bier trinken, sind wir erstaunt, dass das Heiniken nur etwas mehr als 3 Dollar kostet. Und es ist schön hier. Molly Kaufmann spielt am Klavier, das auch schon bessere Zeiten erlebt hat (die Molly aber auch). Die Parade beginnt, war aber nicht besser, als die in Blanding. Zum Essen waren wir im Hotelrestaurant Mahogany und es gab unseren Lieblingswein La Crema. Erneut bahnt sich jedoch ein Essensdrama an, denn der Wein war zu warm. Die Flasche verschwand dann für zirka 20 Minuten, wahrscheinlich im Gefrierschrank, aber so richtig gut gekühlt war sie dann auch noch nicht. Schade um den guten Wein. Das Essen war wie immer zu teuer, soweit aber ganz ok. Und wieder machen wir den Fehler, einen Espresso zu bestellen, - forget it! Die Amis haben einfach keine Esskultur, eine nicht ganz neue Erkenntnis. Wir schlendern über die schöne Main Avenue von Durango und schleichen uns umsonst in das Silverton-Eisenbahn-Museum. Tolle Ausstellungsstücke, echt sehenswert und für die USA absolut historisch. Anschließend kaufen wir Tickets für das morgige Rodeo und dann ab zum Straßenfest auf der Main Avenue. Live-Musik, für die wir anscheinend schon zu alt sind, konnte nur mit einem Bier ertragen werden. Und das dürfen wir nur innerhalb eines Zaunes trinken, - wegen der Kinder, heißt es. Und just diese Kinder sind auf der anderen Seite des zirka 50 cm hohen Lattenzauns und schauen uns beim Biertrinken zu. So etwas idiotisches, aber that's the United States of America. Um 21 Uhr begann dann das Feuerwerk, das 35 Minuten Durango und die umliegenden Berge entzündete. Es war wirklich toll, aber das Finale haben sie leider verpatzt, vielmehr haben sie es nicht gefunden. Nach Pausen ging's immer wieder los und auf einmal war Schluss. Dienstag Heute wollen wir zwei Ziele ansteuern: den Canyon de Chelly und nachmittags die Bisti Wilderness. Aber irgendwie haben wir mit den Indianern kein Glück. Ist ja auch kein Wunder, denn so geil sind wir auf diese Indianerwohnungen und -geschichten auch nicht. Es wäre fast seitenfüllend, um zu beschreiben, welche Strassen wir gefahren sind. Auf alle Fälle haben wir die Strecke zum Canyon de Chelly unterschätzt, sind auch noch den kürzesten Weg, man beachte den Unterschied zum schnellsten Weg, gefahren. Irgendwann bei Tsaile war es dann genug. Keine Indianer mehr, sondern sofort, obwohl sofort ist in diesem Zusammenhang sehr übertrieben, die Bisti Wilderness angesteuert. Nach 242,7 Meilen, in Worten: zweihundertzweiundvierzigkommasieben, sind wir dann endlich auf die Highway 371 gekommen, die uns zu unserem Ziel bringt. Schöne Kaffeefahrt, fünf Stunden! Das Tagebuch schreibt: Wären wir gleich nach Silverton gefahren, hätten wir mehr davon gehabt. Wie wahr! Das erste Schild, das eine Abzweigung zu den Bistis kennzeichnet, steht an der Kreuzung zur County-Road 7290 (Nähe Bisti Trading Post), ist aber nicht der Eingang (hier beginnt die Nordtour), den wir nehmen wollen. Erst nach weiteren 6 Meilen, an denen sich bereits links und rechts der Strasse diese außergewöhnlichen Badlands abzeichnen, kommt links die Einfahrt zur Road 7297 zur Südtour. Zirka zwei weitere Meilen, eine Abzweigung, der man nach links folgt, dann kommt der Parkplatz. Mit einer Karte aus dem Internet bewaffnet beginnen wir unsere Tour. Diese Karte wird uns jedoch fehlleiten, zumindest ein Highlight ist nicht dort, wo es die Karte ausweist. Obwohl Badlands oftmals deprimieren, es ist schon großartig, was hier abgeht. Fast drei Stunden halten wir uns in diesen Badlands voller Naturwunder und Eigenheiten auf. Auf dem Rückweg gibt's noch einen kleinen Arch zu sehen. Wunderbar! Steffen Synnatschke hat inzwischen eine wunderbare Karte der Bistis ins Netz gestellt: http://www.synnatschke.de/bisti/map.html Über Farmington, eine nicht enden wollende Stadt, und Aztec sind wir in 1,5 Stunden zurück in Durango. Um 19 Uhr beginnt das Rodeo (25th/Ecke Main Street). Und es war mal ganz nett, so was live erleben zu können. Los ging es gleich mal mit der Nationalhymne und selbst die ganz dicken Amerikaner haben es geschafft aufzustehen und den Arm auf die Brust zu legen. The best song of the world, so die Ankündigung durch den Stadionsprecher. Dann das übliche Bullenreiten - teilweise sind sie mit Sturzhelm angetreten, die Feiglinge. Lassowerfen, Kälber und Schafe strangulieren, also alles, was so ein Cowboy-Herz begehrt bzw. der echte Mann braucht. Nach gut einer Stunde war's dann vorbei - Gott sei Dank, denn wir haben Hunger. Morgen müssen wir schon wieder weiter. Schade, einen Tag wären wir gerne noch hier geblieben. Durango ist eine tolle Stadt! Mittwoch Die 550 South ist fast wie eine Interstate, wir kommen zügig voran. Am Wegrand, z.B. ab dem Milemarker 113, stehen mitten in Badlands wunderschöne Hoodoos. Als wir in das verschlafene Nest Cuba einreisen, sehen wir die bisher billigste Tankstelle, das Regular kostet 2 USD und 14 Cents für eine Gallone. Irgendwann nach 183 Meilen sind wir in Ponderosa und wollen von hinten her über eine ungeteerte Strasse das Kasha-Katuwe Tent Rocks National Monument erreichen. Wir sind schon einige Zeit auf dieser zur Dirt-Road mutierenden Strasse unterwegs, als ein Schild sagt, dass das National Monument eben nicht auf dieser Strasse erreicht werden kann. Das hätten sie ja auch früher signalisieren können. Und so stehen wir mitten im Wald, wenden und fahren zurück auf die 550 Süd. Fast 30 Meilen Umweg waren das - Idioten! Über die Interstate 25 in Richtung Santa Fé und die Highways 22 und 266 sind wir am Parkplatz und Trailhead angekommen. Der Eintritt kostet 5 Dollar. Zwei Trails, der Canyon-Trail (1,5 Meilen) und der Cave-Loop-Trail (1,2 Meilen), führen durch das Kasha-Katuwe. Beide beginnen am Parkplatz und teilen sich erst später. Wir hiken zuerst den Weg in den Canyon, er ist der Interessantere von beiden, da er zu diesen, durchaus als seltsam zu bezeichnenden Tent-Rocks führt. Es ist heiß, aber der Weg führt irgendwann durch einen kurzen, engen Slot-Canyon, der ein wenig Schatten spendet. Links und rechts, auf den zirka 50 Meter hohen Canyonwänden, stehen schon Hoodoos und die Felsgebilde, die wie Indianerzelte aussehen. Schneeweiße Teepees! Die schönsten und größten Teepees, ja ganze Zeltlager, kommen am Ende des Trails, dort, wo es ziemlich ausgesetzt bergauf zu einem Overlook geht. Wirklich fantastisch, diese Gesteinsformationen. Die Farben sind hell: weiß, rosa und hellgrau wechseln sich ab, laufen ineinander über, teilweise in Wellenform. Manche Teepees haben auch Hüte auf. Das sieht aus, wie ein schneebedecktes Zelt. Auf dem Rückweg biegen wir noch rechts auf den Cave-Loop-Trail ein. Die namensgebende Höhle ist ein kleines Loch. Später, kurz vor dem Parkplatz, stehen noch Zelte zwischen den Bäumen und Sträuchern. Sieht echt gut aus und war auf alle Fälle diesen Abstecher wert. Und nun gilt es: Meilen fressen ist angesagt. Der Weg führt über die Interstate 40 auf die Highway 285, - eine Elendsstrasse. Es geht immer gerade aus, links und rechts nur flaches Land. Tempomat rein und voran. Kurz vor Roswell kommt ein Sturm auf. Sand zieht über die Strasse, die Sichtverhältnisse werden desolat, dann regnet es kurz. Ein unheimlicher Moment, vielleicht doch ein UFO gelandet? Der Pizza-Hut in Roswell gehört uns. Ich verstehe einfach nicht, warum diese Lokale so kalt sind. Die Pizza war schon in Ordnung und so kehren wir frisch gestärkt zurück auf die Highway, auf der wir noch knapp 80 Meilen abzuspulen haben. Die Fahrt wird spannender, da sich am Horizont ein gewaltiges Gewitter austobt. Die Blitze standen für ein paar Sekunden in der Luft und erhellten den ganzen Himmel. Teilweise waagerecht, dann wieder senkrecht, einfach super zu beobachten. Im Holiday Inn Carlsbad haben wir ein großes, schönes Zimmer. Sauber ist es aber nicht! Beschwerde und schon wurde es billiger ;-) Donnerstag Auf den 26,5 Meilen zum Visitor Center des Carlsbad Caverns National Parks stehen Wälder von Torrey Yuccas die erst vor kurzem geblüht haben. Schade, das war sicher ein wahnsinniges Blumenmeer. Aber, wir sind leider zu spät. Im National Park werden drei verschiedene Höhlentouren angeboten: die Big Room Tour, die Natural Entrance Tour und die Kings Palace Guided Tour. Wir entscheiden uns für die Big Room Tour. Weiter geht es zum White Sands National Monument. Zuerst die 285er wieder 36 Meilen nach Norden und dann auf die 82 West, der wir weitere 108 Meilen folgen. Rund die Hälfte dieser Meilen bewegt man sich in den Sacramento Mountains, deren Strassen sich in engen Kurven bis auf den Summit bei Cloudcraft winden. Ziemlich steil geht es dann bergab. Hier hat der Staat New Mexico eine neue Einnahmequelle aus dem Boden gestampft. So genannte Safety Corridors sollen nicht nur darauf hinweisen, dass man besonders vorsichtig fährt. Nein, der- oder diejenige die das Speedlimit überschreitet, und es ist teilweise auf 30 mph runtergesetzt, der brennt gleich doppelt. Kannst Dir vorstellen, wie die Amis geschlichen sind. Angst vor Pass-Strassen und Angst vor Polizei, das war ihnen dann doch zuviel. Zurück zur Natur. Es ist wunderschön hier oben, auch ein Skigebiet. Die Strasse abwärts, eingepackt in Berge und, wie gesagt, in den Safety Corridor, eröffnet fantastische Blicke auf die unten sichtbare Gipswüste. Wirklich geil! Als wir dann kurz vor dem White Sands NM sind, ziehen schwarze Stealth-Bomber ihre Kreise am hellblauen Himmel. Das sieht auch toll, fast unheimlich aus. Die nahe gelegene Airforce Base muss doch üben, der nächste Krieg kommt bestimmt. Na, wollen wir es ihnen und uns nicht wünschen. Warum denke ich jetzt an den Soldaten, den es auf die Schnauze gehauen hat ... Hier, am Nordende der Chihuahuan-Wüste, steht ein von Bergen eingerahmtes Tal, das Tularosa Basin. Im Herzen dieses Tals liegt eines der größten Naturwunder dieser Erde, der weiße Sand von New Mexico. Fast 443 Quadratkilometer weißer Sand, vom Wind zu Dünen geformt, liegt vor uns. Die Strassen sind geräumt. Es sieht aus wie bei uns im Winter, kurz nachdem die Räumfahrzeuge durchgefahren sind. Es ist schon einzigartig hier, schneeweiß, aber heiß wie die Sau. Wir gehen einen Natural Trail und vom Picknick-Parkplatz aus in die Dünen. Schade, dass die Lichtverhältnisse noch nicht gut sind. Natürlich wäre es am Morgen oder am Abend besser, aber wir wohnen einfach zu weit weg. Abendessen gab es dann im Chilis, das Lokal ist wirklich zu empfehlen! Freitag Als wir nach 157 Meilen die Interstate 10 erreichen, leuchtet schon wieder ein Schild - Safety Corridor - Double Fine Speeding. 17 Meilen ist er lang, es geht immer gerade aus. Frechheit, Abzocke, mehr fällt mir dazu nicht ein. Nach 224 Meilen, wir sind ja Mexiko sehr nahe, Border-Control. Aber die machen fast alle Mittagspause und der eine, der nicht durfte, hat wohl eine Sehnenscheidenentzündung in der rechten Hand bekommen, so hat er die Autos durchgewunken. Übereifrig, wie wir sind, hatten wir schon die Pässe in der Hand. Links und rechts der Strasse kleine Staubtornados und immer wieder der Hinweis, dass es hier in der Wüste zu gefährlichen Seitenwinden (Crosswinds) kommen kann. Ich hab das Lenkrad dann auch brav festgehalten. Nach 343 Meilen erreichen wir Arizona. Ringsum blüht die Wüste. sogar die Ocotillos sehen noch farbenprächtig aus. Ja, der viele Regen im Winter hat gewirkt. Bevor wir nun nach Tucson weiterfahren, wollen wir noch ein bisschen Cowboyatmosphäre schnuppern. Also den Exit 306 angesteuert und nach 427 Meilen verlassen wir die Interstate in Richtung Tombstone. Es sind ja nur rund 25 Meilen. Bereits vor 11 Jahren waren wir in Tucson im Westin La Paloma und es ist immer noch ein sehr schönes Hotel. In unserem Zimmer war dann noch ein Viech (bayrisch für Vieh), das ich 20 Minuten gejagt habe; es war kaum totzukriegen, aber letztendlich war der Stein auf unserer Terrasse dann doch zu schwer. Es sah aus wie eine Riesenhornisse, zirka 8 cm lang, und war schwarz wie die Nacht. Das Abendessen im französischen Restaurant Janos war gut, aber viel zu teuer und der Service war like Dennis. Aber das kennen wir ja. Samstag Die Oracle Road (= Highway 77) führt uns auf der Biosphäre 1 (= die Erde) nach Norden zur Biosphere 2. Die Guided Tour, die rund eine Stunde dauert, war sehr interessant. Es ist zudem die einzige Möglichkeit, um in den immer noch futuristisch wirkenden Bau zu gelangen. Zwei Besatzungen hatte die Biosphäre. Die eine war zwei Jahre drin, die zweite hat es nur 6 Monate ausgehalten. Der Nachbau unserer Erde - Ozean, Wüste, Regenwald, ... - hat doch nicht so funktioniert, wie es in der Theorie den Anschein machte. Es ist alles auch schon ein bisschen runter gekommen, dieses Treibhaus, und nachdem es pro Jahr drei Millionen Dollar an Unterhalt verschlingt, steht es nun seit 6 Monaten zum Verkauf. Bin überzeugt, dass man es für einen Dollar kaufen könnte; bisher hat sich offensichtlich noch niemand gemeldet. Was willst du auch hier draußen, mitten auf der Prärie. Hotel mit Golfplatz vielleicht. Dann haben wir noch zwei Malls, die Foothill- und die Tucson-Mall abgearbeitet. Das hat Zeit und Geld gekostet. Anschließend noch in die Downtown - kein Mensch hält sich hier auf. Und es gibt nichts Interessantes zu sehen. Auf dem Rückweg haben wir noch das Auto waschen lassen. Wir haben uns inzwischen geschämt, mit dem Drecksteil überhaupt Valet-Parking in Anspruch zu nehmen. Das gestaltete sich dann schwieriger als gedacht, da die Antenne nicht abgeschraubt werden konnte. Mit Händen und Füssen habe ich dem Mexikaner verständlich gemacht, wo das Problem liegt. Und er hat dann einen Schraubenschlüssel gefunden. Die Fahrt durch die Waschanlage hat 3.99 Dollar gekostet. Es gab auch einen Full-Service, bei dem ganze Menschenmassen über das Auto herfielen und innen sowie außen blitzblank gereinigt haben. Das kostete 12.99 Dollar. Wäre dieser Preis in Deutschland möglich? Das Essen in der J-Bar and Grill, auf das wir trotz Reservierung 40 Minuten warten mussten (Bar ohne Bezahlung, auch gut!), war saumäßig. Alles hatte einen eigenartigen Geschmack von einem Gewürz, das wir nicht identifizieren konnten. Der Chardonney Chalk Hill aus dem Sonoma Valley war dafür sehr gut! Sonntag Nach 251 Meilen treffen wir erneut auf den Colorado River. Er hat die Farbe von grün zu braun gewechselt und fließt ruhig und sanft durch die Imperial Sand Dunes, die sich meilenweit ins Land ziehen. Als die Steinfindlinge im Devils Canyon auftauchen: Safety Corridor, aber ohne doppelte Strafen. Irgendwann kommt dann San Diego in Sicht. Wir beziehen unser Hotelzimmer im 10. Stock des Marriott San Diego Hotel & Marina und haben einen wunderschönen Blick auf den Hafen, das Seaport Village und die Coronado-Halbinsel mit seiner Militärbasis. Brrrrrr ... kalt ist's hier! Zumindest im Verhältnis zu den letzten Wochen. Es dürfte nur knapp über 20, allerhöchstens 25 Grad, haben. Aber so ist es halt, wenn man wieder an die Küste kommt. Dass wir uns in diesem Urlaub nochmal wünschen würden, es hätte 20 Grad, haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht geahnt. Wir schlendern durch das Seaport Village, reservieren im Harbor House einen Tisch für heute Abend und gehen dann ins berühmte Gaslamp Quarter. Im Hard Rock Café von San Diego gibt's den Aperitif, ein Heiniken. Oder waren es vielleicht zwei? Das Essen im Harbor House war sehr gut und der Wein (La Crema) war es auch. Mit der erneuten Feststellung, dass San Diego zwar sehr schön, jedoch dreckig ist, beschließen wir diesen Tag. Montag Das Abendessen gibt es heute beim Chinesen - Blue Ginger. Es war gut, nur der Service ... Zum Abschluss noch an die Hotelbar. Dienstag Nach 4 Stunden reicht es und wir fahren noch nach La Jolla ins Hard Rock Café. Anschließend ins hoteleigene Fitness-Center und dann freuen wir uns auf die letzten Rippen und den letzten Caesars im T.G.I. Fridays. Unübertroffen! Mittwoch Und dann geht es hinab in die Desert Cities. Die Palms to Pine Highway sind wir vor zwei Jahren schon gefahren und eigentlich war sie der Grund für den Umweg. Von hier oben hat man wirklich eine tolle Aussicht. Unten liegen die Oasen, hier oben pfeift der Wüstenwind um die Ohren. Es ist wahnsinnig heiß. Neuer Hitzerekord seit 34 Jahren in Palm Springs vermelden die Nachrichten: 120 Grad Fahrenheit, das sind immerhin gesunde 48,8° Celsius. Als wir am Hotelpool im Las Palmas Rancho Mirage Resort liegen, fließt der Schweiß auch im Schatten. Es ist kaum auszuhalten. Aber morgen soll es nur 113 Grad bekommen. Ich befürchte, dass man den Unterschied kaum merkt. Das Essen im Hotelrestaurant war gut. Donnerstag Freitag Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, die durch den Terroranschlag in London ausgelöst wurden, sind zu spüren. Es ist erneut zu konstatieren, dass die Amerikaner keine Organisationstalente sind. Nachdem bzw. beim Einchecken darf das Gepäck nicht abgegeben werden. Es wird nur gewogen. Dann ist es an einem eigenen Schalter zu durchleuchten, zu identifizieren und dann bringt es ein Uniformierter zum Counter der Fluggesellschaft. Könnte effizienter gelöst werden. Die jetzt noch verbleibenden 4 Stunden haben wir in der Lufthansa-Lounge verbracht, Duty-free-Shopping ist kaum, nur Minigeschäfte. Die Liste der noch angestrebten Ziele im Westen der USA ist in diesem Urlaub leider länger geworden. CU in 2006, so Gott und der Geldbeutel es zulassen! |
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