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+++ Reise - Aloha Hawaii [1999] +++
Reisebericht (Tag für Tag USA pur)
Prolog Hawaii, ein klangvoller Name, mit dem ich zumindest ein bestimmtes Bild von Südseeatmosphäre verband. Dieses Bild muss ich nun etwas korrigieren. Ist Hawaii trotzdem eine Reise wert? Drei Inseln, eingerahmt von zwei US-Metropolen, erwarten Sie. Donnerstag Wie letztes Jahr haben wir uns für die Dollar-Autovermietung entschieden. Die Preise sind etwas günstiger als bei den anderen Vermietern. Das haben wohl auch andere inzwischen gemerkt. Nachdem bei Alamo, Avis und Hertz keine Warteschlagen zu finden waren, war die bei Dollar umso länger. Irgendwann haben wir dann alle Koffer in unserem Minivan verstaut und sind die 101 Richtung Norden gedüst. Es ist für uns inzwischen zum Start-Pflichtprogramm geworden: Twin Peaks. San Francisco begrüßt uns bei strahlendem Sonnenschein, es ist kein Nebel in Sicht. Allerdings sind die Temperaturen nicht unbedingt T-Shirt-geeignet. Immer wieder einzigartig ist der Blick von hier oben, der von der Golden Gate Bridge, weiter über die Stadt, eigentlich über die ganze Bay reicht. Wir haben ihn inzwischen unzählige Male genossen und sind trotzdem froh, ja eigentlich glücklich, wieder hier zu sein. Unser Quartier im Sheraton at Fisherman's Wharf ist bezogen, Hunger stellt sich ein. Thank god, it's Friday('s time)! Friday's, eines unserer Lieblingsrestaurants (probieren Sie unbedingt die Baby back rips - full rack - und vorher einen Caesars Salat) in den Staaten, liegt Ecke Beach/Hyde Street, dort wo die Cable-Car wendet. An dieser exponierten Stelle ist zwar immer viel los, aber das Warten auf einen Platz in einem Restaurant hat sich inzwischen auch an anderen Lokalitäten eingebürgert. Das Essen war wie immer gut und reichlich! Freitag Langsam entfernt sich das Boot von der Stadt, die sich in ihrer gesamten Pracht vor uns aufbaut. Links die Golden Gate, rechts die Oakland Bay Bridge. Allein diese Blicke sind die Fahrt wert. Alcatraz kommt näher und bereits beim Betreten der Gefängnisinsel kommt - trotz des Trubels - ein komisches Gefühl auf. Ein Ranger erklärt dann lang und breit, dass alles, was auf der Insel ist, auch dort bleiben soll. Er meint wohl auch den Gestank, den unzählige Möwen bei der Entleerung ihrer Därme (bäh!) hinterlassen haben. Wir steigen auf zum Cell-House, das eigentlich Interessante auf der Insel. Dort behängen wir uns mit dem Kassettenrecorder (gut gemachte Tourerklärung mit Hintergrundgeschichten, - alles in deutsch) und die Tour, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, beginnt. Obwohl wir diese Führung nun schon das zweite Mal machen, gefällt sie uns wieder. Direkt am Ausgang verweilen wir einige Minuten und genießen den Blick auf unsere Stadt. Mittags zurück, hecheln wir die Hyde Street bis zur Lombard hoch. Es würde auch die Cable Car fahren, jedoch wollen wir uns nicht endlos anstellen (es geht auch anders, siehe weiter unten). Von hier oben sehen wir auf den Hyde-Street-Pier, mit seinen alten Schiffen (Balclutha, Dreimastschoner), und the crookedest street in the world, was soviel heisst wie die krümmste Strasse der Welt, die Lombard. Die schlendern wir auch gleich wieder den Berg runter bis zur Columbus Avenue. Dort warten wir auf die Cable Car. Andrew Smith Hallidie wollte 1873 nicht mehr zusehen, wie sich die Pferde auf die Berge quälten und erfand die Cable Car. Ein rollendes Museum, von einem unterirdisch verlegten Stahlseil gezogen. Der Gripman lässt an den Endhaltestellen, an denen diese Gefährte in die andere Richtung gedreht werden, immer noch ein paar Plätze frei, die für unsereins gerade richtig kommen. Wir poltern nun bis zur Washington/Ecke Powell und springen dann - gut erholt von unserer Hyde Street Bergtour - auf die Strassen von San Francisco. Zu Fuß geht es weiter bis zum Union Square und dort war einkaufen angesagt. Über die Stockton Street und die Grant Avenue erreichen wir China Town, die zwischen Broadway, Bush, Kearny und Stockton Street liegt. In keiner anderen Stadt der Welt - außerhalb Asiens - leben mehr Chinesen als hier: etwa 70.000, deren Vorfahren vor über hundert Jahren nach San Francisco einwanderten. Bei dem schweren Erdbeben von 1906 wurde die alte Chinesenstadt völlig zerstört. Die Chinesen, die an ihrer Heimat in San Francisco und den alten Bräuchen sehr hängen, bauten alles viel schöner (und auch viel chinesischer) wieder auf. So entstand eine der größten Sehenswürdigkeiten von San Francisco. Dort, wo die Grant Avenue auf die Columbus Avenue trifft, beginnt Little Italy. Und gleich dort (Ecke Grant/Green) ist das Café Trieste. Bilder prominenter Zeitgenossen zieren die Wände, die offensichtlich auch den guten Capuccino genossen. Der ehemalige Geheimtipp hat sich rumgesprochen. Bedienung ist inzwischen Fehlanzeige und einen Sitzplatz zu finden Glückssache. Der Capuccino war trotzdem gut. Wir schnaufen die Filbert Street zum Coit-Tower hoch: Freie Sicht auf die Golden Gate und die Bay. Unser Rundgang, den ich jedem empfehle, endet am Pier 43. Fisch im Pier Market bringt die verbrauchten Kalorien wieder zurück. Die Lichter der Stadt beginnen die eintretende Dunkelheit wieder zu erhellen. Das Licht strahlt auf die Golden Gate, die greifbar nahe vor uns liegt. Rote und weiße Lichterketten der Autos lassen keinen Platz der Fahrbahn ungenutzt. Nebelschwaden fressen inzwischen langsam aber zielsicher die Twin Peaks auf und in der Bay kreuzt noch das ein oder andere Boot ziellos umher! So könnte man den einzigartigen Blick beschreiben, der sich hier vom Berg gegenüber der Golden Gate (Alexander Ave. rechts, unter der 101 durch und hinauf), der sich auch tagsüber rentiert, bietet. Wir geniessen dieses Schauspiel abermals und hoffentlich nicht das letzte Mal. Es tut gut, wieder hier zu sein! Samstag Wir fahren zum Hippieviertel, dort wo die Haight auf die Ashbury Street trifft. Die mitgereiste Jugend plündert die Skateboardshops und wir beenden unseren Einkaufsvormittag im McDonald mit einem kleinen Mittagsburgerlein. Ziemlich in der Nähe, am anderen Ende des Golden Gate Parks, befinden sich die Strände von San Francisco, ab dem Cliff House. Die Bewölkung am Vormittag ist nun dem Sonnenschein gewichen. Und als wir am Lincoln Blvd. einen neuen Viewpoint auf die Golden Gate Brücke entdecken, haben wir freie, einzigartige Sicht. Am Lincoln Blvd. entlang stehen wunderschöne, sehr gepflegte Häuser. Die Strasse führt uns zur Golden Gate. Wir parken und marschieren bis zur Brückenmitte. Sonntag Auf der Landstrasse kommt man ebenfalls zurück. Sie endet direkt an der Golden Gate Brücke, an der Alexander Ave.. Natürlich fahren wir nochmals hinauf, auf halber Höhe jedoch rechts in Richtung der Pazifik-Küste. Dort waren wir noch nie und ein verstecktes Fort, aber insbesondere die dort anzutreffende Steilküste ist begeisternd. Zirka 150 Meter unter uns unzählige Seevögel an einem Strand, der nicht zugänglich ist. Wir umfahren den Berg und befinden uns wieder an den unzähligen Aussichtspunkten vor der Golden Gate. Letzte Blicke, und als der Nebel langsam aber sicher wieder Besitz von der Stadt ergreift, fahren wir zurück. Um 15 Uhr machen wir uns auf, um unser eigentliches Urlaubsziel zu erreichen. Die Flugzeit SFO - HNL (Honululu) beträgt 5 Stunden 11 Minuten. Leider müssen wir in einem ziemlich alten Jumbo der United Airlines fliegen. Der Lufthansapartner hält dem Vergleich mit der deutschen Fluglinie in keinster Weise stand. Zuerst sind unsere reservierten Sitze nicht mehr frei (bisher immer bei UA passiert). Enge Bestuhlung, sauschlechtes Essen, Extragebühren für Bier (3 Dollar) und Kopfhörer (5 Dollar), unfreundliches Personal, - echt unmöglich alles! Wir waren froh, als wir diesen Flieger verlassen konnten. Es ist 21.30 Uhr Ortszeit, der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt inzwischen 12 Stunden. Wir sind die Ersten am Dollar-Schalter und erhalten ziemlich schnell unseren Minivan (wieder grün). Rund 20 Minuten brauchen wir zu unserem Hotel Hawaiian Regent. Von unserem großzügigen Balkon haben wir einen tollen Blick auf das Meer und den Strand von Waikiki (die Betonung liegt auf dem letzten ki). Sind wir in Arenal auf Mallorca gelandet? Wo ist der Ballermann 6? Montag Cheeseburger in Paradise ein wirklich nettes Lokal und es gibt sogar Raucherplätze. Die Überlegung, warum wir heuer gerade Hawaii angesteuert haben, war, dass Baden mit Sightseeing verbunden werden kann und wenn die Kinder nichts anschauen wollen, dann sollen sie im Hotel, am Strand oder am Pool bleiben. Auch eine entsprechende Aufteilung des Tages - vormittags etwas besichtigen, nachmittags schwimmen, oder umgekehrt - ist möglich. Insofern unterscheidet sich so ein Hawaii-Urlaub doch von den bisherigen USA-Aufenthalten. Alle bleiben heute am Pool, unterbrochen durch einen kleinen Spaziergang am Strand, und natürlich durfte auch das Salzwasser an die Haut. Das erste Mal, seit wir in die USA reisen, und das ist immerhin die 7. Reise am Stück, beginne ich ein Buch zu lesen. Abends landen wir bei einem Mexikaner, Chili's, der etwas hinter der Strandstrasse liegt. Das erste Fazit lautet: Das Meer ist türkis, Palmen gibt's, der Strand ist ok. Ob der noch nicht überstandenen Asienkrise sind nicht so viele Japaner da, wie wir gehört und gedacht haben, jedoch sind es wirklich noch genügend. Einschliesslich der Japaner alles Komponenten, die anderswo, auch in Europa zu finden sind. Wie touristisch Honululu wirklich ist, merken wir, als wir auf dem Weg ins Hotel Mädels aus dem horizontalen Gewerbe am Strassenrand stehen sehen. Dienstag Die Aussicht von hier oben ist toll. Auf der einen Seite überblickt man Honolulu, insbesondere die Hochhäuser von Waikiki, und erkennt die Umrisse der Insel Molokai. Auf der anderen Seite sieht man ins Hinterland. Über den Bergen hängen den ganzen Tag die Wolken und dort beginnt, etwa nur 7 Meilen entfernt, der Regenwald. Als wir unsere kleine Bergtour beendet haben, entschliessen wir uns, ein Stück weiter nach Osten zu fahren. Eine, im Reiseführer propagierte Bucht, die Hanauma Bay, hat heute geschlossen, da die Natur von uns Touristen geschützt werden muss. Jedoch auf dem weiteren Weg finden wir auch wirklich schöne Punkte. Sehr beeindruckend ist die hier bereits im Südosten vorhandene Steilküste. Vom Meer bearbeitete Lavafelsen, klarstes Wasser. Auch die Wellen sind ein Stück höher als in Waikiki, allerdings von einer Tzunami meilenweit entfernt. Auf der Rückfahrt kauften wir in einem an der Strecke liegenden, großen Supermarkt ein, weil wir dachten, dass hier die Preise günstiger sind. Fehlanzeige! Den Nachmittag verbringen wir am Pool, einen Aperitif gibt es an der Poolbar, von der aus wir einen herrlichen Sonnenuntergang erleben. So lässt es sich aushalten. Harpos Pizza & Pasta wird in einigen Reiseführern als zwar einfaches Restaurant propagiert, jedoch mit gutem Essen. Einmal und nie wieder! Es war so hässlich, der Knoblauch überdeckte jeden anderen Geschmack. Allen, und wir waren immerhin 5 Personen, war hinterher schlecht. Auf dem Rückweg zum Hotel trafen wir noch ein paar Kakerlaken, das passte zum Essen! Star Wars, Episode I, lief zu dem Zeitpunkt noch nicht in Deutschland. Wir haben uns heute Karten gekauft und sind um 22 Uhr noch ins Kino gegangen. Entgegen der Erwartungen blieb der Andrang aus, - ganz im Gegenteil. Nur drei andere Kinobesucher gesellten sich in den großen Vorführraum. Der Film war ganz gut, die Dialoge nicht so kompliziert, so dass auch unsere Jüngste alles verstanden hat. Mittwoch 7. Dezember 1941: Die Japaner überraschen den strategisch wichtigen Hafen von Pearl Harbor und provozieren damit den Kriegseintritt der USA. Im Visitorcenter sehen wir den sehr patriotischen Film. Die Stimmung im Vorführsaal macht deutlich, dass selbst heute noch die Schmach in den Herzen brodelt. Eine gespenstische Ruhe, feuchte Augen der Amerikaner. Der Film ist sehenswert. Dann geht es mit dem Boot an die Piers, an denen damals die Schiffe lagen, die die Japaner vernichteten. Die mit 1.177 Mann Besatzung untergegangene USS Arizona liegt heute noch auf dem Grund des Meeres. Ein Mahnmal wurde darüber gebaut. Die Umrisse des Schiffes sind zu erkennen, Wahnsinn ;-)))). Im Mahnmal selbst sind die Namen der Toten in die Wand gemeisselt. Vergessen Sie es! Neben dieser Tour gibt es weitere Möglichkeiten, dem Ereignis näher zu kommen. Es ist ein U-Boot, die Bowfin, und das Kriegsschiff USS Missouri, auch Mighty Mo genannt, zu besichtigen. Wir entscheiden uns für die Missouri, die auch noch im Golfkrieg Desert Storm eingesetzt war. Auf der Rückfahrt nach Honululu kamen wir am Ala Moaner Shopping Center vorbei. Ein U-Turn und schon sind wir mitten im größten Shopping Center von Hawaii. Donnerstag Bis jetzt war die Fahr nicht sehr erfolgreich, auch nicht sehr beeindruckend. Selbst an der North Shore, die im Winter die Monsterwellen bereithält, war die See ruhig. Die berühmten Strände, wie der Sunset Beach, waren 50 Meter breite Streifen, - nichts weltbewegendes. Nächste Station: Der Waimea Falls Park. Eintritt, um zum Wasserfall zu kommen, US $ 24 pro Person. Wir haben es gelassen. Auf der Rückfahrt ging es durch die Ananasplantagen von Dole und wieder in Honululu zurück bot sich uns die letzte Chance, einen Wasserfall zu sehen: Waikiki Manoa Falls, der vom Paradise Park auch zu erreichen ist. Es geht mit dem Auto durch eine Dschungellandschaft zu einem einsamen Parkplatz. Dort lungerten komische Typen rum, so dass wir gleich wieder kehrt machten. Ausserdem sahen wir die Menschen, die nach der Wanderung zu den Fällen wieder zurückkamen. Sie waren von oben bis unten voller Schlamm. Also wieder nichts! Die Fahrt war ein einziger Reinfall, schön war es nur, die bewaldeten Steilküsten im Osten zu sehen, die uns an den Film Jurrasic Park erinnerten. Ansonsten lautet das Fazit über Oahu: Muß man nicht gesehen haben!!! Den Nachmittag verbringen wir am Pool und abends geht es ins Friday's (Ecke King/Ward). Freitag Das Einchecken für die Inselflüge ist eine typisch us-amerikanische Sache. Reihe bilden und nicht wild drauf los. In dem Flieger gibt es nämlich keine reservierten Sitze. Das sollte mal in Deutschland passieren, - Mord und Todschlag wären die Folgen, oder? Nun gut, wir kurvten mit unserer DC-9 der Hawaiian Airlines noch eine viertel Stunde auf dem Vorfeld rum und dann ging es ab nach Maui. Der Flug dauerte 23 Minuten. Als wir auf dem Flughafen Kahului wieder festen Boden unter den Füssen hatten staunten wir nicht schlecht, als alle Koffer bereits aufgereiht rumstanden. Der Shuttle zu Dollar war auch schon da und keine Wartezeit am Schalter bescherte uns sofort unseren Minivan, nicht grün sondern weiss! Unser gebuchtes Hotel ist in Kaanapali, in der Nähe von Lahaina. Rund 45 Minuten dauerte die Fahrt, die uns zudem einen ersten Eindruck von Maui gab. Und der war positiv. Wesentlich schöner als Oahu. Den Nachmittag verbringen wir am Pool, der direkt am Sandstrand liegt. Leider spielt das Wetter verrückt. Ein ziemlicher Wind bringt teilweise Wolken und zwischendurch sogar Regen. Das Meer ist hier wunderschön blau und ziemlich klar. Trotz des Windes und der Wolken erwischt uns die Sonne in einem nicht erahnten Ausmaß. Leichter Sonnenbrand, nicht zu glauben! Abends geht es nach Lahaina. Entlang der Frontstreet ist die Hölle los! Dort liegen auch das Planet Hollywood und das Hard Rock Café. Klar, dass wir uns ein paar Erinnerungsstücke besorgen. Im Lahaina Fish and Co. gibt es gute Meerestiere, jedoch sind die Preise ziemlich heftig. Die Wartezeiten, um einen Tisch zu bekommen, wir haben mehrere Lokale abgeklappert, betrug bis zu einer Stunde. Samstag Auf der E30 geht es ins Iao-Valley. Hier ist es Toll. Die Iao-Needle liegt teilweise im Nebel, was einen mystischen Eindruck macht. Der hohe Wasserfall und die regenwaldartige Vegetation tun sein übriges um zu vergessen, dass wir uns in den USA befinden. Kurze Wege führen durch den Park, ein Gebirgsbach, der auch in unserem Heimatland Bayern fließen könnte, ist eiskalt. Auf der Rückfahrt besuchen wir die Maui Tropical Plantation. Ein Trolley fährt durch die Plantage, jede Pflanze wird erklärt. Von Ananas bis Kaffee über Orchideen, Kokusnüsse und Mango, gibt es hier alles. Ein Arbeiter erklärt uns, woran man eine frische Ananas erkennt und wie man sie aufschneidet. Fragt mich aber nicht mehr an was sich das festmacht oder wie es geht. Den restlichen Tag verbringen wir am Pool und abends tanzen noch ein paar Hula-Mädchen zum Sonnenuntergang. Die Sonne verschwindet genau zwischen den Inseln Molokai und Lanai. Das erste Mal hatte ich so ein hawaiianisches Feeling. Abendessen gab es dann im Pizza-Hut. Einfach, aber man weiß, was einen erwartet! Sonntag Der riesige Krater eröffnet sich von verschiedenen Aussichtspunkten. Die Ausblicke sind fantastisch und als sich der Nebel auch in den mittleren Lagen lichtet, übersehen wir die komplette Insel. Auf der Rückfahrt schauen wir noch ins Visitor-Center, um zu erfahren, wann die Sonne aufgeht. Wir wollen dieses Schauspiel sehen, jedoch verzog sich schon der ein oder andere Mundwinkel, als die Zeit mit 5.45 Uhr angegeben wurde. Inklusive zwei Stunden Fahrt, oh, oh! Unten am Fuße des Vulkans angekommen, erwartet uns ein McDonalds. Das muss jetzt sein, sorry! Weiter geht es nach Kihai bis Makena. Tolle Resorts links und rechts der Strasse, so Golferparadise. Die Strände jedoch sind auch nicht schöner als der vor unserem Hotel. Zurück am Pool geniessen wir die Aussicht auf Molokai. Die Insel ist jetzt ganz nah, nachdem kein Wind Wolken bringt und die Luft ganz klar ist. Nachdem die Sonne im Meer versunken ist, fahren wir nach Lahaina. Wir essen im Hard Rock Café. Das Essen war traumhaft, zumal durch die Wartezeit auf den Tisch (50 Minuten) jeder einen dermaßenen Hunger hatte ... Montag Im Valley State Wayside ist die Küste von einem pechschwarzen Sand eingesäumt. Das Meer hat Höhlen geformt, in die wir natürlich einsteigen mußten. Die Höhle führte am anderen Ende ins Meer. Die nächste Station war Hana. Einzig Sehenswertes dort ist der Hasegawa Store. Interessantes Sortiment! Nach Hana wird die Strasse enger und endet - zumindest der normal befahrbare Teil - an den Wailua Falls und der Ohe'o Gulch. Schön ist es hier, leider ziemlich überlaufen. Das Wasser fließt in Terrassen nach unten (7 Sacred Falls) und zuletzt ins Meer. Überall schwarze Lava, die vom Meer permanent bearbeitet wird. Es donnerte gegen die Lavafelsen und der Kontrast des weißen Meeresschaumes mit der pechschwarzen Lava war einzigartig. Mit einem 4WD hätte man weiterfahren können, jedoch ist auch diese Strecke für Mietwagen verboten. So machen wir uns gegen 15.30 Uhr auf den Weg zurück. Es war ziemlich was los, so dass wir fast drei Stunden für die Rückfahrt brauchten. Nach dem Abendessen bestellen wir einen Wake-up-Call: 2:30 Uhr, Mahlzeit! Dienstag Der Himmel ist noch voller Sterne, Sternschnuppen treffen zum Greifen nahe die Atmosphäre. Langsam wird der Horizont immer heller, die Sterne verschwinden. Obwohl es kalt war, wurde es warm um's Herz, als sich die Sonne zeigte. Die schwarze Lava erschien orange, die dazwischen liegenden Grasbüschel blitzten in gelblichen Tönen. Ganze Serien von Bildern wurden dem Foto entrissen. Die Viererreihen unten stöhnten und raunten auf, als sich die Sonne zeigt. Es ging ziemlich schnell, und als die Sonne ihren kompletten Umfang in den Himmel geschoben hatte, eröffnete sich der Krater in grellem Licht. Man spürte die Wärme, die man so herbeisehnte. Es dauerte jedoch noch einige Zeit, bis die kalten Zehen Normaltemperatur hatten. Wir wandern nun den Sliding Sand nach unten, hinein in den riesigen Krater. Die Landschaft erweckt nun den Eindruck, als ob wir uns auf dem Mond befinden würden. Schwarzer Sand und überall Lavasteine, als ob sie einer plaziert hätte. Dazwischen wachsen ganz vereinzelt grüne Büschel und eine Entenfamilie (ja, richtig gelesen) wanderte herum. Der Trail ist nicht sehr frequentiert, die echten Touristen fahren inzwischen mit den Bussen zum Frühstücken oder vielleicht wieder zurück ins Bett (?). Wie das immer so ist, wenn man zuerst bergab geht, unterschätzt man die Strecke ein wenig, die man ja noch berauf zurück muss. So waren wir ziemlich erschöpft und froh, als wir an dem Ausgangspunkt unserer 1,5 - stündigen Wanderung waren. Die Höhe über 3.000m tut sein Übriges. Auf der Rückfahrt waren einige organisierte Radtouren zu überholen. Das wäre bestimmt nicht schlecht gewesen, so zum Abschied noch den Berg hinunter zu brausen. Fast unten angekommen befand sich auf der linken Seite das Kula Sandalwood Restaurant, wo es endlich etwas zu beißen gab. Um 10 Uhr waren wir zurück im Hotel. Der Pool war bis 16 Uhr unsere Ruhestätte. Abendessen im Hard Rock Café in Lahaina. Mittwoch Unser Hotel Royal Kona Resort sieht besser aus, als es der Katalog versprach. Im 6. Stock, mit Blick auf das Meer und den kleinen Hafen, an dem der Ironman Triathlon startet, quartieren wir uns ein. Sandstrand ist hier Fehlanzeige, die Lavablöcke reichen bis zum Strand. Gleich gegenüber dem Hotel ist ein neues Hard Rock Café. Zwar wollten wir nicht schon wieder im Hard Rock essen, jedoch in den anderen Restaurant gab es bis zu 1,5 Stunden Wartezeiten auf einen Tisch. So kam es, wie es kommen musste. Es ist im übrigen schlechtes Wetter, es regnet den ganzen Abend. Vielleicht auch der Grund, warum wir in unserem Hotelzimmer von neuen Gästen überrascht wurden: Ameisen in beiden Zimmern. Wir zogen um! Donnerstag Um 17 Uhr fahren wir in das Shoppingcenter, das wir heute morgen nicht erreicht haben. Es hat sich nicht gelohnt. Zwei riesige Supermärkte, sonst kaum was. Abends haben wir im Hotel gegessen. Das war nicht schlecht, jedoch immens teuer. Obwohl wir für unser Ameisenproblem einen Gutschein erhalten haben, haben wir noch 120 Dollar draufgezahlt. Der Blick von der Terrasse war es wert! Freitag Als wir am Flughafen von Hilo am Schalter für den Hubschrauberflug einchecken wollen wird mitgeteilt, dass heute aufgrund der Wetterlage keine Hubschrauberflüge stattfinden. Wir haben es fast schon befürchtet. Wir sollten jedoch noch warten, bis der Pilot kommt und die endgültige Entscheidung trifft. Tatsächlich wurde das Wetter etwas besser und unser Johannes (Pilot aus Österreich) gab sein OK. Wir flogen zuerst an der Küste entlang und konnten schon von weitem die Rauchsäule sehen, wo die Lava ins Meer fließt und das Wasser zu Dampf werden lässt. Die Dampfsäule dürfte wohl dreihundert Meter hoch sein. Wir flogen darüber und man konnte die Lava erkennen. Leuchtendes Orange! Weiter ging es über die erstarrten Lavafelder, unter denen die Lava in sog. Tubes fließt. Ab und zu erkennen wir eine Öffnung, die Lava ist zu sehen. Der letzte Ausbruch hat ein Dorf zerstört. Man erkennt den Schulbus und die Kirche, nicht zerdrückt, jedoch fest umschlungen von der Lava. Alte Autos ragen nur noch mit den Dächern heraus. Die Strasse ist plötzlich abgeschnitten. Zurück zur Küste, dort wo die Lava das Meer verdampfen lässt. Man kann förmlich sehen, wie Big Island bigger und bigger wird. Es gibt richtige kleine Explosionen, bei denen Steine durch die Luft geschleudert werden. Ein beeindruckendes Schauspiel. Zurück geht es am Wailukuriver entlang zu den Rainbowfalls, in denen der Fluß rund 25 m über eine Lavaklippe stürzt. Es war wirklich ein toller, interessanter Flug, empfehlenswert! Als wir schon im Auto saßen bemerkten wird, dass wir einen Film im Heli vergessen hatten, - Schei..! Der Hubschrauber war leider schon wieder gestartet. Jedoch vereinbarten wir, dass wir den Film morgen holen. Zwei Stunden Fahrt zurück nach Kona. Dort haben wir einen der berühmtesten hawaiianischen Läden besucht: Hilo Hattie. Krimskrams, jedoch das ein oder andere Erinnerungsstück musste doch sein. Samstag Dann an die Ostküste zum Waipio Valley Overlook. Ein toller Blick in das Tal, das früher dicht besiedelt war, jedoch von einer Flutwelle zerstört wurde. Auf dem Highway 19 ging es dann an der Küste entlang bis zum Akaka Falls Park. Ein kleiner Rundweg führt durch eine dichten, total faszinierenden Dschungel zu zwei wunderbaren Wasserfällen: Kahuna Falls (120 m) und Akaka Falls (135 m). Es ist nur schade, dass man nicht sehr nahe an die Fälle kommt. Weiter nach Hilo und dort hat sich doch tatsächlich unser Film wieder eingefunden. Wir fuhren dann die 130 bis es nicht mehr weiter ging. Das Lavagestein hat die Strasse abgesperrt. Wir wanderten ein wenig umher. In den Rissen der Lava hat sich schon wieder Vegetation breit gemacht. Die Lavasteine selbst sehen auch toll aus. Sie glitzern teilweise wie Edelsteine in allen möglich Farben. 1991 war der Ausbruch des Kilauea und es sieht nicht danach aus, dass die Strasse wieder hergestellt wird. Also keine andere Chance, als zurückzufahren. Ein kurzer Abstecher Richtung Kapoho bringt uns zum Lava Tree State Park. Ein kleiner Rundweg führt durch abgestorbene Bäume, um die sich Lava gewickelt hat. Kurz vor Hilo nehmen wir die südliche Route 11 über den Volcanoes National Park. Wir fahren jedoch nur durch, da wir den Park morgen besichtigen werden. Auch den sog. South Point, Ka Lae, wollen wir am nächsten Tag besichtigen. Abendessen gab es im Hard Rock Café. Sonntag Wir fuhren trotzdem weiter zum N.P.. Fast unmerklich steigt der Hwy. 11 die Flanke des Kilauea-Vulkans hinauf. Langsam wird der Wald dichter und einsamer, und ehe man sich's versieht, ist man gut 1000 m über dem Meer am Eingang zum Hawaii Volcanoes National Park. Der berühmte, bereits 1916 gegründete Park ist die wohl spektakulärste Attraktion der Hawaii-Inseln. Herzstück des rund 93 000 ha großen Schutzgebietes, das sogar von der UNESCO als Internationale Biosphere und als Naturerbe der Welt ausgezeichnet wurde, ist der seit Jahrhunderten fast ständig aktive Kilauea-Vulkan am Westhang des 4.169 Meter hohen Mauna Loa. Doch auch der Gipfel des Mauna Loa, der mit gut 9.000 m Höhe als größter Schildvulkan der Erde gilt, und die gesamte Westflanke des Berges bis hinab zur Küste gehören zum Park. Riesige Lavafelder, Vulkankrater und Aschekegel prägen das Bild der urweltlichen Landschaft - eine Fahrt zum Kilauea ist wie eine Reise in die Frühzeit unserer Erde. Doch auch hier ist ebenso eindrucksvoll zu beobachten, wie sich die Natur das jungfräuliche Land erobert. Zuerst besichtigen wir die Thurston Lava Tube. Der Weg führt durch den Lavatunnel, der ungefähr einen Durchmesser wie ein U-Bahn-Tunnel hat. Der nur 1 km lange Devastation Trail führt uns durch ein riesiges Aschefeld bis zu einem Aussichtspunkt, von dem wir gut in den großen Kilauea Iki Krater sehen können. Die Chain of Crater Road führt uns an den Lavamassen vorbei und endet am Meer. Wir kommen ziemlich nahe an die steilen Klippen heran. Sie dürften rund 30 Meter hoch sein, das Wasser, inzwischen wohl sehr durch den Hurrikan aufgepeitscht, schießt diese Steilküste hinauf, bis über den Rand. Im Hintergrund ist der Steam, den wir ja schon vom Hubschrauber sehr gut beobachten konnten. Am Ende der Strasse kann man auf die Lavafelder gehen und man könnte ewig, auch zu den Stellen, an denen die aktive, flüssige Lava sichtbar ist, gehen. Jedoch war alles abgesperrt, da man in Kürze mit dem Hurrikan rechnete. Zurück auf dem Crater Rim Drive kamen wir an Feldern vorbei, die so elend nach Schwefel stanken, dass einem schlecht wurde. Auch am Halemanaman Krater stank es fürchterlich, aber der Blick in den Krater, mit seinen gelb und grün leuchtenden Schwefelfeldern war toll. Auf der Rückfahrt versuchten wir es nochmals am South Point, jedoch vergeblich. Noch in der Nacht gab es Hurrikan-Entwarnung, Dora zog rund 100 km südlich an der Insel vorbei, Gott sei Dank! Montag, und Dienstag am frühen Morgen Dienstag Um 19 Uhr werden wir wieder wach, das hat uns gut getan. Aber nun noch auf's Empire State Building, das zu Fuß zu erreichen ist. Es geht zu in dieser Stadt, das ist selbst für unsereins, die immer in einer Stadt lebten, fast zuviel. Auf dem ESB war auch die Hölle los, Massen von Touristen teilten mit uns den unvergesslichen Blick auf die Lichter und Schluchten von New York. Auf dem Rückweg noch ein kleiner Imbiss und dann endgültig ins Bett. Mittwoch Die Subway bringt uns zum Washington Square. Der dort einzigartige Fotospot, durch den Bogen auf das World Trade Center wird bald nicht mehr möglich sein, da die Bäume zu hoch werden. Dann geht es zu WTC, in den 107 Stock. Die Aussicht von hier oben, ob auf die Stadt oder die Freiheitsstatue ist gigantisch. Im Battery-Park entern wir dieses Mal nicht das Schiff zur Freiheitsstatue, das hat uns 1995 nicht so gefallen. Vielmehr nehmen wir die kostenlose Staten-Island-Ferry. Hier ist die Sicht auf die Skyline und die Statue sogar noch schöner. Wieder an Land gehen wir zum Fulton Market und weiter zur Brooklyn Bridge. Zurück nach Chinatown und Little Italy. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie auch in meinem Reisebericht Hektik im Osten Donnerstag Freitag Mit einem Airbus A340-200 jetten wir in 7 Stunden nach München Fazit |
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